04/04/2007

So funktioniert die Second-Life-Hype-Spirale

Phase 1: Es gibt nichts Neues über Second Life zu berichten, dennoch (oder deswegen?) klingeln Journalisten im Minutentakt die Telefone von Linden Labs heiß und stellen investigative Fragen wie "Was gibts denn Neues in Second Life?"

Phase 2: Irgend jemand aus dem Linden-Labs-Team nuschelt irgend etwas ins Telefon, dass sich unter dem Einfluss chemischer Drogen mit viel Phantasie wie eine Neuigkeit anhören könnte. Zum Beispiel so etwas:

"We have invited the FBI several times to take a look around in Second Life and raise any concerns they would like, and we know of at least one instance that federal agents did look around in a virtual casino."

(Gähn.) Linden Labs hat also die Bundespolizei mehrfach eingeladen, sich in Second Life umzusehen. Und tatsächlich: Ein einziges Mal haben die Ermittler von dieser wiederholt ausgesprochenen Einladung Gebrauch gemacht und sich brav ein Spielcasino angeschaut. Reaktionen oder Konsequenzen gab es jedoch offenbar keine. Alles läuft weiter wie gehabt. Sack Reis ich hör dir fallen. (Hab ich schon gegähnt?)

Phase 3: Reuters, genau die Nachrichtenagentur, die bekanntlich in SL ein eigenes Büro unterhält, wittert die Möglichkeit zur Crossover-Eigen-PR und verbreitet die gerade "recherchierte" Nicht-Neuigkeit mit diesem reißerischen Titel: "FBI checks gambling in Second Life virtual world"

Phase 4: Alle News-Portale übernehmen die heißgekochte Nichtigkeit samt der hochgejodelten Überschrift. Focus.de zum Beispiel:

Die Casinos in der virtuellen Welt von „Second Life“ sind ins Visier von FBI-Ermittlern geraten.

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Phase 5: X Blogger plappern den Quatsch ungeprüft nach. David Klein zum Beispiel:

Wer in Second Life die dicke Kohle gemacht hat und nun mit virtueller Zigarre am virtuellen Kartentisch sein Vermögen verzocken will, könnte Probleme mit dem FBI bekommen.

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Fazit: Ein Tag mit Second Life wie jeder andere: Nix passiert und alle schreiben darüber.





 





















































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