05/06/2007

Zitat des Tages

"In den Hauptrollen sind Sebastian Ströbel («Geile Zeiten») und Theresa Schulze («Popp Dich schlank») zu sehen.

(Quelle: Pro7-Pressemitteilung)

Es geht doch nichts über Schauspieler mir Erfahrungen in Qualitätsfilmen.



31/05/2007

Fabber anyone?



Hat hierzulande eigentlich schon mal jemand einen Fabber zusammengebaut? Oder kennt irgend jemand jemanden, der hierzulande einen Fabber gebaut hat? Für sachdienliche Hinwese auf den Standort solch eines Replikator-Vorläufers setze ich eine Literflasche Schumacher Alt als Belohnung aus. (Abholung in Düsseldorf)



29/05/2007

Amsterdam anyone?

TheNextWeb.org Ich weiß, dieser Tage fahren Gott, die Welt und ihr Schwippschwager zur Reboot 09 nach Kopenhagen. Meinereiner tuckert aus Zeitmangel nur zur Next Web in Düsseldorfs niederländischen Vorort.

Wird jemand meiner geschätzten Leserschaft dort anwesend sein? Vielleicht kann man ja das eine oder andere Grolsch miteinander vernichten.

Das Programm kann sich jedenfalls sehen lassen.


Kurzfristig umdisponiert. Fahre doch nicht. Es lebe die Spantaneität.



26/05/2007

Oh, Gott!

Spiegel lesen ist wie rauchen. Man weiß, dass es einem nicht gut tut, das Vergnügen hält sich in Grenzen, aber trotzdem macht man es irgendwie einfach weiter.

Ich lese den Spiegel seit mehr als zwanzig Jahren. Seit etwa zwei bis drei Jahren überlege ich ernsthaft, mit dieser Gewohnheit zu brechen. Heute wäre ein ausgezeichneter Tag dafür: Der aktuelle Titel hat es problemlos von null auf eins in meinen persönlichen Schwachfug-Charts geschafft.

"Gott ist an allem Schuld" tönt es da von der Frontseite. Hübsch in Anführungszeichen gepackt, damit klar ist, dass nicht die etwa Spiegel-Titel-Redakteure dieses krude Zeug verzapfen, sondern irgend jemand anderes. Wer hier angeblich zitiert wird, verrät die Unterzeile. "Neue Atheisten", die sich auf einem "Kreuzzug" befinden, wollen die investigativ recherchierenden Kollegen gesichtet haben. Hallo? Jemand zu Hause?

Eigentlich wollte ich jetzt eine längliche Litanei in die Tasten hauen und mich schwerstens darüber aufregen, wie man den journlistischen Grunzdumm-Faktor mit nur zwei Sätzchen in ungeahnte Höhen schrauben kann, aber glücklicherweise hat Torsten mir diese Arbeit bereits abgenommen. Danke dafür.

Ich frage mich derweil, ob eine Strategie hinter der Häufung hahnebüchener Hohlheits-Hefttitel lauert oder ob die Spiegel-Macher sich auf Redaktionskonferenzen einfach regelmäßig ein "Hey, das polarisiert, das machen wir" zuwerfen und sich damit ohne Scham dem Mechanismus von Nachmittagstalkshows bedienen.

Ich rauche jetzt erst mal eine. Das ist zwar genauso schädlich, wie den Spiegel zu lesen, macht aber neuerdings wesentlich mehr Spaß.



24/05/2007

Hey, Herr Schäuble! Hörst Du das?

Wikipedia-Gründer Jimbo Wales über Restaurant-Design und was das mit unserer Gesellschaft zu tun hat.


Link: sevenload.com

Kann das mal eben bitte irgend jemand unserem Innenminister verklickern? Danke.



Spam-Mail des Tages

"Sehr geehrte Damen und Herren, unser Sportverein feiert sein 50 Jahres-Bestehen. Bitte senden Sie uns Geschenke welche wir in unserer Tombola gern aufnehmen werden.

Adresse:"

Sonst noch was?



19/05/2007

Nur mal kurz dazwischengefragt

Dürfen bei Telepolis eigentlich mittlerweile schon Drittklässler ihre Schularbeiten veröffentlichen? Oder wie erklärt sich dieser sprachliche und inhaltliche Schwachfug?



Gerechtigkeit muss sein

Herr Stoiber möchte bekanntlich allen Familien, die ihren Nachwuchs zu Hause aufziehen, statt ihn in Kinderkrippen zu geben, mit einem "Betreuungsgeld" belohnen:

Wenn zu Recht zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Betreuung investiert werden und es einen Rechtsanspruch darauf gibt, müsse im gleichen Gesetz ein Betreuungsgeld von etwa 150 Euro im Monat verankert werden, schrieb Stoiber in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag"

Diese Logik gefällt mir. Wo kämen wir denn da hin, wenn Erleichterungen, Subventionen und Vergünstigungen nur jeweils einem Teil der Bevölkerung zu Gute kämen und der Rest leer ausginge?

Ich verlange zunächst eine "Innenstadtprämie", für Bürger, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in die Vorstädte verlagern. Schließlich füllen sich die Pendler ihre Taschen mit der üppigen Pendlerpauschale. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Dann wäre natürlich auch ein "Kinderlosengeld" fällig, für Paare, ach was, natürlich auch für Singles, die der Welt ihren Nachwuchs ersparen. Die Höhe könnte sich am aktuellen Kindergeld orientieren.

Das ganze funktioniert natürlich auch bei Abgaben: Ist es nicht ungerecht, dass allein die Autofahrer für die komplette KFZ-Steuer aufkommen müssen? Gerechter wäre es doch auf jeden Fall, auch Bürgern ohne Benzinkutschen ihren Anteil abzuverlangen. Beispielsweise könnte man einen "Autolosen-Ausgleich" beim Erwerb einer Bahncard oder einer Monatskarte erheben.

So meinen Sie das doch Herr Stoiber, oder?



18/05/2007

Wie im 21-ten Jahrhundert Nachrichten entstehen

Uralte Kamellen angereichert um die Wörtlein "neu" und "jetzt" als aktuelle Meldungen zu verkaufen, ist bekanntlich eine Spezialität der Bild-Zeitung. Unzählige Beispiele für selbstgesägte "News" aus den finstersten Ecken der Archive hält das BILDblog bereit.

Der Deutsche Depeschendienst (DDP) hat sich diese fragwürdige Methodik nun offenbar ebenfalls angeeignet: Gestern hielt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales eine Keynote auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK). Eine Stunde lang redete er durchaus amüsant über dieses, jenes und anderes (Video, Zusammenfassung der DGPuK).


Foto: DGPuK

Unter anderem plauderte Wales ein wenig über Wikia, eine Sammlung von themenspezifischen Wikis, die, anders als Wikipedia, als kommerzielles Projekt angelegt ist. Netter Vortrag, nichts wirklich neues.

Nun ist eine Nachrichtenagentur ohne Neuigkeiten in etwa vergleichbar mit einer Kneipe ohne Bier. Was macht man als Agenturjournalist also nach solch einer Rede? Man tut so, als hätte sie sagenhafte News enthalten. Hier ein paar Zitate:

"(...) Jimmy Wales, hat sich für sein neues Internetprojekt, (...)"
"(...) Das neue Portal verfüge über (...)"
"(...) Allerdings versuche die neue Seite (...)"

So viel "neu" war selten. Und was machen die Zeitungsredaktionen dieses Landes? Sie schaufeln den Schmu ungeprüft in ihr Redaktionssystem: RP-Online, Aachener Zeitung, Internet World und noch etliche andere.

"Neu" ist Wikia dummerweise nur für die DDP-, bzw. für die o.g. Copy-und-Paste-Redakteure. Ein kurzer Blick in die Wikipedia hätte genügt, um festzustellen, dass das Projekt in seiner jetzigen Form bereits seit März 2006, also seit 14 Monaten (!) besteht. Ganz nebenbei war es selbst zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich "neu", sondern lediglich die mit VC-Geld aufgehübschte Weiterführung der Wikisammlung "Wikicities", die seit 2004 online ist.

Unabhängig davon, dass ich mich an kein einziges "new" oder "now" in Jimmys Vortrag erinnern kann (aber ich mag mich täuschen): Als Unternehmer hätte er sogar das gute Recht, auf dem Podium ein großes Fass aufzumachen und Altes als Neues zu verkaufen. Ob es sich bei diesem Fass allerdings in Wirklichkeit vielleicht nur um ein kleines Milchkännchen handelt, das nachzurecherchieren, ist die Pflicht von Journalisten: zwei- bis dreimal googeln hätte genügt.



17/05/2007

Aus der Praxis (1)

Wie bekommt man als Video-Cam-Jongleur eigentlich den O-Ton eines Vortrags am besten aufs Band?

Antwort:



Einfach kurz vorher das eigene Mikro in erigiertem Zustand möglichst auffälig aufs Rednerpult stellen. Der Vortragende wird es für das Haupt-Mikro halten und brav hineinsprechen :-)

(Foto: DDP. Nein, ich habe das Foto nicht geklaut, sondern nur aus Demonstrationszwecken bildlich zitiert, wie Nachrichtenagenturen ungefragt mein Mikrofon knipsen.)



15/05/2007

Existenzfragmenteblogging (1)

-- Hätte ich einen Kameraassistenten, dann hätte ich ihn letztens stundenlang dafür beschimpfen können, dass er die Akkus für die Handkamera zwar brav geladen, dann aber trotteligerweise in Düsseldorf liegengelassen hat. Wie handhabt man solcherlei Wutausbrüche eigentlich, wenn man sein eigener Kameraassistent ist?

-- Aus der Reihe: Mysterien des Web 2.0: Ich mag Polylux nicht. Vorsichtig ausgedrückt. Genau genommen verachte ich Polylux. So weit ich weiß, hab ich aber noch niemals und nirgendwo ausführlich über diese Abneigung gebloggt. Trotzdem rief mich heute die Polylux-Redaktion an, weil sie mal dringend mit einem Polylux-Verächter sprechen wollte. Gibt es mittlerweile eigentlich schon Suchmaschinen für Zwischen- und Untertöne?



10/05/2007

Auf nach Züri


Foto: Wikipedia

Da ich ja aus Performancegründen das Plazes-Widget zumindest temporär deaktiviert habe und der richtige Twitter-Groove sich bei mir noch nicht so ganz einstellen will, muss ich wohl oder übel wie früher, ganz altmodisch über meine Reisepläne bloggen.

Morgen geht's nach Zürich. Der erste Flug, auf dem ich meinen kompletten Video-Krempel dabeihaben werde. Bin schon recht gespannt auf die Kontrollen. Selbst die Minimal-Video-Ausrüstung, die ich im Winter mit nach Paris schleppte, hat seinerzeit ein großes Hallo bei der Taschendurchleuchtung ausgelöst. Zur Verteidigung der durchaus hart arbeitenden Flughafensicherheitskräfte muss man allerdings anmerken: Auf so einem Röntgenbild sieht so eine Kameratasche mit u.a. mehreren baugleichen Akkus darin wirklich so aus, wie Lieschen Müller sich so einen Sprengstoffgürtel vorstellt.

Unabhängig davon, dass ich in Züri einen (hoffentlich) klugen Kopf mit (hoffentlich) klugen Ideen für den El Rep interviewen werde, werde ich am Samstag zu vorgerückter Stunde die Bühne des Theaters an der Gessnerallee erklimmen, um dort einmal mehr die Filmmusikkenntnisse des anwesenden Publikums abzufragen: It's Total-Recall-Time again. (Offizielle Site, leider mit Pop-Up- und Flash-Generve, aber trotzdem mit wunderschönen Videos. "Ansehen" klicken!)

Wer nicht kommen kann, mein Part wird ungefähr so aussehen:


Foto: Christof Wolff

Wer aus Zürich oder Umgebung mitliest: In Sachen Nacherzählungen geht noch was, wie ich aus verlässlichen Quellen erfahren habe. Anmeldung: info (ät) total-recall.org.

Keine falsche Schüchternheit: Erzähl! Den! Film! Es wird mal wieder großartig. Ich weiß das!



09/05/2007

Wat denn nu?






06/05/2007

Dafür liebe ich die Amis

Ich weiß, Rupert Murdoch ist eigentlich Australier, aber irgendwie halt auch Ami, wie beispielsweise dieser kleine Text von ihm in der aktuellen Forbes beweist.

Zunächst eine schonungslose Analyse des Ist-Zustandes:

Those of us in so-called old media have also learned the hard way what this new meaning of networking spells for our businesses. Media companies don't control the conversation anymore, at least not to the extent that we once did. The big hits of the past were often, if not exactly flukes, then at least the beneficiaries of limited options. Of course a film is going to be a success if it's the only movie available on a Saturday night. Similarly, when three networks divided up a nation of 200 million, life was a lot easier for television executives. And not so very long ago most of the daily newspapers that survived the age of consolidation could count themselves blessed with monopolies in their home cities.

All that has changed. Options abound. Fans of small niches can now find new content they could never before. Going elsewhere for news and entertainment is easier and cheaper than ever. And people's expectations of media have undergone a revolution. They are no longer content to be a passive audience; they insist on being participants, on creating their own material and finding others who will want to read, listen and watch.

Und direktemang im Anschluss der Blick nach vorne:

Companies that take advantage of this new meaning of network and adapt to the expectations of the networked consumer can look forward to a new golden age of media. Far be it from me to suggest that either I or my company have all the answers. No one does. But the future of media is a future of relentless experimentation and innovation, accelerating change, and--for those who embrace the new ways in which consumers are connecting with each other--enormous potential.

Die wenigsten deutschen Medienunternehmen sind in der Lage, ihre augenblickliche Situation derart realistisch zu erfassen -- und noch weniger schaffen es, dann auch noch fröhlich von "experimentation and innovation" zu schwärmen.

Aber man kann ja einfach fünf Jahre später das nachmachen, was die Amis bis dahin vorgemacht haben werden. Wie immer. Gute Nacht miteinander.

(Anmerkung: Nein, mir geht es nicht um Rupert Murdoch persönlich, von dem kann man halten, was man will -- was ich nebenbei auch tue -- mir geht es vielmehr um die Attitüde.)



04/05/2007

Self-Serendipity

Gerade erst entdeckt: Herr Sixtus erzählt Selbstreferentielles im Fernseher.

Hmmm... Besonders frisch wirke ich da ja nicht gerade. Zwei Tage Re:publica hatten zu diesem Zeitpunkt ganz offensichtlich meinen Akku schon gehörig geleert.

Elektrisch ist anders =8-)



02/05/2007

Kann es sein, dass ich langsam arrogant werde?

Oder woran liegt es sonst, dass ich auf dieser langen Sprecherliste und auf dieser langen Liste von im Netz aktiven Personen auf Anhieb niemanden entdecke, den ich sofort und auf der Stelle vor die Kamera des Elektrischen Reporters setzen will?

Will uns das was sagen? Steckt da eine Botschaft drin? Vielleicht über die Inkompatiblität des El-Rep-Konzepts mit dem Gros der deutschen Sturt-Up-Szene?

Ich fahre trotzdem mal hin. Ohne Video-Krempel. Ich stell mich dort dann einfach in irgend eine Ecke, mache mir ein Bier auf und sehe arrogant aus :-)

Update: Recht passend in diesem Kontext --> Social Dingsbumse vom Herrn van Aaken:

Die Macher/Initiatoren haben meist einen BWL-Hintergrund und besitzen kaum ein detailliertes Gespür für die Mechanik und die Gestaltung von guten und erfolgreichen Webanwendungen. Sie sehen nur die ganzen neuen bunten Mitmachsachen im Web – allen voran natürlich die vermeintlichen Erfolgsgeschichten von XING, StudiVZ und MySpace, und wollen das nachmachen, um Kohle zu verdienen. Und nur das.



27/04/2007

Blogosphäre gesättigt?

Valleywag weist darauf hin, dass die Zahl der weltweit aktiven Blogs, die David Sifry's Technorati regelmäßig erfasst, sich bei etwa 15 Millionen eingependelt hat und nicht mehr so recht wachsen will.

Zieht man pauschal einfach mal fünf Millionen Splogs und automatisierte Adsense-Honeypots ab landet man bei runden zehn Millionen aktiven Blogs, was, bei einer globalen Online-Bevölkerung von etwa einer Milliarde, auf wundersamer Weise jener Ein-Prozent-Regel entsprechen würde, die seit etwa einem Jahr als kuscheliges Mem herumgereicht wird.

(Kleine Erläuterung: Das Ein-Prozent-Gesetz besagt, dass (über den Daumen) nur ein Prozent aller Internet-Nutzer wirklich aktiv ist. Etwa zehn Prozent beteiligen sich gelegentlich und bis zu einem gewissen Grad am Netzgeschehen (beispielsweise als Blog-Kommentatoren), während die restlichen 89 Prozent sich dem passiven Konsum hingeben.)

Und nun? War's das? Wachstum beendet, große Depression vor den Türen?

Nö.

Erstens ist die Ein-Prozent-Regel lediglich eine Daumenpeilung und weit davon entfernt empirisch bewiesen zu sein (wiewohl es vielerlei Indizien für sie gibt), zweites ist beispielsweise Deutschland noch ein gutes Stück vom einen Prozent entfernt. Bei etwas 48 Millionen Internet-Nutzern in Teutonia sollten wir es eigentlich auf eine halbe Million aktive Blogs schaffen, wovon wir allerdings noch recht weit entfernt sind, wie Jens kürzlich errechnete.

Drittens ist mir Klasse prinzipiell wichtiger als Masse und viertens handelt es sich bei diesem Eintrag mal wieder um ein typisches Stück Selbstreferentialität, wie es ausschließlich in Blogs zu finden ist. Obendrein gewinnt dieser Text auch durch diese ans Ende geklatschte Selbsterkenntnis nicht an Relevanz.

Insofern: Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen.



Veranstaltungshinweis

Der Becker Siggi, ja, genau der hier, der nebenberuflich und im Wochentakt hier seine letzten Worte beisteuert, hält übrigens am morgigen Samstag im schönen Essen an der Ruhr einen inspirierenden Vortrag zum Popkultur-Thema der Saison: Technologische Singularität.



28042007/15:00-23:00
Friedrich-Eberst-Str. 18
45127 Essen

Anschließend gibt es dort noch einen Kindergeburtstag mit Topfschlagen. Oder so.



20/04/2007

Selbstreferentielles Ego-Foto-Blogging: El Rep at Work



Foto: Mercedes

Update: Da mich mittlerweile vier Mails mit Nachfragen nach Equipment und Arbeitsweise erreicht haben, hier ein paar kurze Erläuterungen:

Zur Linken: Eine Panasonic DVX 100 BE, deren Bedienung ich mittlerweile gefühlt zu 30 Prozent beherrsche. Tolles Teil. Ich wachse da langsam rein.

Oben drauf ein Rode NTG-2-Richtmikro als Backup, falls es in der Funkstrecke mal so richtig briezeln oder knirschen sollte. (Manchmal ist das Ding allerdings auch Haupt-Mikro: Bei Zwischen-Tür-und-Angel-Interwiews, wie beispielsweise dem mit Bruce Sterling, verkabele ich mein Gegenüber natürlich nicht.)

Als Neuling in Sachen TV-Sprech erschließt es sich mir bislang noch nicht völlig, warum sämtliche Richtmikros, die fest auf einer Kamera installiert sind, "Japaner" genannt werden. Der Japaner von Rode kommt jedenfalls aus Australien, wiewohl er wahrscheinlich in China o.ä. gefertigt ist. (Falls ich abschweife, müsst Ihr mir das sagen.)

Den chinesische Japaner aus Australien habe ich jedenfalls aus Windschutzgründen stets mit einer toten Katze umwickelt. Deren Haare finden sich normalerweise gerne rechts oben im Bild wieder (zum Beispiel hier). Abhilfe schafft neuerdings ein Abstandhalter namens The J-Rod, den ich mir aus den USA bestellt habe. Seitdem bin ich zumindest diese Sorge los.

Den eigentlichen Ton besorgt seit Neuestem eine Funkstrecke von Sennheiser. Mittlerweile schaffe ich es sogar, den Empfänger nicht immer versehentlich auf +6dB einzustellen und somit ein weitgehend verzerrungsfreies Signal aufzunehmen. Wen es interessiert: Das Stativ ist von Cartoni (über Taschen blogge ich jetzt aber nix, gell?).

Zur Rechten: Herr Sixtus mit einem geschlossenen Kopfhörer von Beyerdynamik und einem PV-GS180 Camcorder von Panasonic (mittlerweile nicht mehr lieferbar) auf einem billigen No-Name-Einbein.

Arbeitsweise: Ich synchronisiere die beiden Cams stets vor dem Interview mit einem Fingerschnippen -- High-Tech pur. Ansonsten sind die Rollen klar verteilt: Die statische DVX liefert das Hauptbild, in das ich dreckigerweise während des Schnittprozesses hinein- oder herauszoome (eine Vorgehensweise, für die mich die Öffentlich-Rechtlichen wohl auf der Stelle feuern würden, die Privaten arbeiten inzwischen allerdings ähnlich, wie mir jüngst eine Insiderin verriet).

Mit der kleinen Cam nehme ich nur das Gesicht des jeweiligen Gesprächspartners auf -- das allerdings indiskret nah. Da die Farblichkeiten der beiden Cams unmöglich miteinander in Einklang zu bringen sind (zumindest schaffe ich das nicht), nutze ich diese Bilder nur in schwarz/weiß -- und tue so als wäre das gewollt.

In der Tat: Mittlerweile habe ich mir -- wie oben aufgelistet -- richtig teuren Video-Krempel zugelegt (habe ich eigentlich schon über die Beleuchtung in meinem Büro/Studio gesprochen?) Das liegt aber überwiegend daran, dass ich ein Equipment-Freak bin. Ich liebe Geräte. Ich liebe es auch, mich technisch zunächst zu überfordern und mich dann langsam in die Beherrschung hineinzuwuseln. Persönliche Marotte. Sicher nicht jedermanns Sache.

Wer brauchbare Video-Podcasts produzieren will, kommt auf jeden Fall mit einem Bruchteil der oben aufgelisteten Geräte aus. Einen Großteil der ersten 20 Episoden des Elektrischen Reporters hab ich beispielsweise allein mit der kleinen Consumer-Panasonic und einem einzigen externen Mikro (das -- nebenbei -- mittlerweile zu seinen Mikrofon-Ahnen abgereist ist) aufgezeichnet. Ging auch. Ist nur nicht so herausfordernd.

Update: Hier das Ergebnis der oben abgelichteten Arbeit.



18/04/2007

Zu Tisch!



Blog-Konferenzen, zumal mehrtägige und erst recht, wenn sie in Berlin stattfinden, haben ja irgenwie so etwas typisch Preußisches: ein militärisch-stringentes Programm, kollektive Speisung auf dem Kasernenhof Innenhof und alle fünf Minuten die Nachfrage in schneidendem Unteroffizierstonfall: "Na, heute schon gebloggt?" Und abends dann natürlich Marschmusik.

Der Rheinländer an sich, naturgemäß mit einem nonkonfirmistischen Naturell gesegnet, liebt Blog-Zusammenkünfte hingegen eher ungeordnet, ein wenig anarchisch und natürlich ohne Programm. Dafür gemütlich.

Hier in der Hauptstadt des Rheinlandes existiert, Lu sei Dank, seit ziemlich genau einem Jahr ein monatliches Ritual an dem Blogger, Blogleser und sogar die blogfernen Schichten gleichermaßen Freude haben: der so genannte Stammtisch. Was ein Name!

Und am Samstag ist es wieder soweit:

21.April 2007 ab 20 Uhr im „Freiligrath
Neusser Str. 133, direkt an der Bilker Kirche, erreichbar mit der 708, 709, sowie der S-Bahn (Völklinger Str.). Natürlich im Séparée.

Näheres bei Lu.
Erscheint zahlreich!



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