13/09/2007

Al-Quaida-Wortsalat

Visualisierung der letzten Bin-Laden-Videoansprache



Via David Weinberger



Achtung! Dieses Video kann Augen- und Hirnkrebs verursachen! Klicken auf eigene Gefahr: MS-DOS 5 Upgrade-Video (Anno 1991)



12/09/2007

G.v.G. im Knast?

Wer sich, egal wo, über Herrn von Gravenreuth in irgend einer Weise äußert, muss bekanntlich vorsichtig sein. Wie ärgerlich so was sein kann, musste Meinereiner auch schon mal erfahren. Insofern zitiere ich jetzt einfach mal ganz vorsichtig die TAZ:

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat gestern den berüchtigten Münchner Abmahnanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth wegen versuchten Betruges zum Nachteil der taz zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Und:

Die Freiheitsstrafe setzte es (Anm.: das Gericht) nicht zur Bewährung aus.

Günni im Knast? Sechs Monate gemeinsam mit behaarten, tätowierten Sumo-Ringern, die "Süßer" zu ihm sagen oder wahlweise "Süße"?

Was soll ich von dieser Vorstellung halten? Was soll ich, zu diesem, meiner bisweilen hyperaktiven Phantasie entspringendem Bild sagen? Vielleicht -- ganz unvorsichtig -- einfach:

Yeeessssss!!!!



06/09/2007

Ist-Zustand

Becksten phantasiert:

Weiter machte sich der designierte bayerische Innenminister dafür stark, "Topgefährder" in einer kleinen, gut zu überwachenden Kommune" zu internieren (...).

Lieber Herr Beckstein, wenn ich Sie daran erinnern darf: Die Top-Gefährder in unserem Lande befinden sich bereits in "kleinen, gut zu überwachenden Kommunen". Und was ist das Resultat? Krankenhausreif geschlagene Inder!



30/08/2007

El Rep 2.0: Wie hättet Ihr's denn gern?

Am 20.9. wird der Elektrische Reporter ein Jahr alt. Zeit, sich ein wenig Gedanken über Um- und Ausbau, Renovierung, Auffrischung, Neugestaltung, was auch immer zu machen.

Spätestens im Winter möchte ich mein kleines Format ein wenig runderneuern. Thematisch wird der Fokus auf digitalen Technologien im Allgemeinen und auf dem Netz im Speziellen bleiben. Neben kleineren technischen Änderungen (ich überlege, künftig in 16:9 zu produzieren) steht aber auf jeden Fall auch ein formales Update an.

Und jetzt kommt Ihr: Was vermisst Ihr? Was soll sich ändern? Was soll auf jeden Fall so bleiben, wie es ist? Mehr Reportagen a la Barcamp? Magaziniger werden? Länger oder kürzer? Soll der Auftritt des El Rep auf den Anfang und das Ende beschränkt bleiben oder soll er sich künftig auch zwischendurch zu Wort melden? Soll ich Katrin Bauerfeind als Co-Moderatorin holen? (Scherz) Mehr Sex & Crime und weniger Technik-Blabla? (noch n Scherz)

Eure Wunschzettel bitte in die Kommentare oder per Mail: mario (ät) sixtus (pünkt) org. Vielen Dank im Voraus!



Video-Projekte, von denen das Web mehr braucht (1)

Heute: Alive in Bagdad. Ja, "Citizen Journalism" kann durchaus funktionieren. Sogar mit bewegten Bildern.



29/08/2007

Holtzbrinck verabschiedet sich vom (Online-)Journalismus

Zumindest klingt diese Aussage verdammt danach:

Konstantin Urban, Vorstandssprecher von Holtzbrinck Networks, erläuterte derweil den Ausweitungskurs traditioneller Verleger im Netz. Holtzbrinck will demnach mit Internetplattformen wie Parship oder StudiVZ am Wachstum des Internetmarktes partizipieren, die Netzangebote aber lieber "losgelöst vom Stammgeschäft" im Printbereich betrachten. (...) "Mehrwert" im Internet heißt für Urban, dem "Kunden das zu bieten, was er sucht".

"Losgelöst vom Stammgeschäft" kann eigenlich nur heißen: Mit Journalismus haben wir im Netz nichts am Hut. Den drucken wir auf Papier und gut ist. Die Kohle im Netz machen wir mit Partnerbörsen und Gruschelbuden. Sollen doch andere versuchen, Spiegel-Online zu zeigen, wo der Hammer hängt, wir machen bei diesem Rennen nicht mit.

Und: Dem "Kunden das zu bieten, was er sucht", kann wohl nur bedeuten, Holtzbrinck steigt demnächst ins Online-Porno-Geschäft ein, oder?

Es gibt Momente, in denen wünsche ich mir diese altmodischen Verlegerpersönlichkeiten zurück, die Journalismus nicht nur als Geschäft, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe begriffen.

Ja, ich bin bisweilen ein naiver Romantiker. Ich weiß.

Ein Grund mehr, ins Horn der Öffentlich-Rechtlichen zu stoßen, wenn es um eine Ausweitung ihrer Online-Aktivitäten geht. Die Privatwirtschaft sieht sich schließlich zunehmend nach anderen Erlösquellen um, statt sich mit so ollen Kamellen wie Information und Aufklärung abzumühen.



27/08/2007

Video-Projekte, die das Web nicht braucht (2)

Heute: Deutschlandreporter.de.

Quasi die Readers Edition zum Kucken. Nee, liebe Leute, so wird das nix. Einfach ne Plattform ins Web stemmen und hoffen, irgendwie werde schon von ganz alleine Journalismus dabei herauskommen, funktioniert nicht. Wer Qualität haben will -- ob bei Texten oder Videos -- wird auch im Web um eine ausgesprochen altmodische Angelegenheit nicht herum kommen: Honorare zahlen.



25/08/2007

A Beware! Cat Content!



[gefunden hier]



Zeitreise

Spitzenklasse: Katrin goes 60s



[Via Wortfeld]



23/08/2007

Dialog des Tages

Aus dem Jonet im Kontext der GEZ-Realsatire.

Jonetler1: "Nein, das ist keine PR. PR ist Management von Kommunikation, aber das ist ein Selbstmordkommando."

Jonetler2: "Selbstmord? Was soll der GEZ denn passieren? Könnte ihr Image plötzlich ins Negative umschlagen?"

Treffer!



21/08/2007

Who is that man?

Kleines Ratespiel: Wer ist das?



Und?

Ist ja nett, dass der Flash-Player 9 künftig auch Videos im H.264-Standard abspielen kann. Das ist -- ganz nebenbei -- übrigens das Format, das der gemeine Video-Podcaster bereits seit Jahr und Tag für seine Download-Files verwendet. Die nennen sich dann wahlweise MP4 oder M4V. Der iPod spielt die Dinger ab, seit er Bewegtbilder anzeigen kann. Somit also keine Sensation aus dem Hause Adobe, sondern vielmehr ein längst überfälliges Update.

Viel interessanter finde ich die Frage: Kann ein eingebetteter Flash-Video-Player künftig auch direkt auf externe MP4-Dateien zugreifen und diese zur Freude aller abspielen? Oder muss ich nach wie vor eine doofe FLV-Datei aus dem Film machen, in Zukunft mithin MP4 in MP4 wandeln? Diese Information finde ich nämlich nirgendwo. Weiß es jemand? Die Klasse?



19/08/2007

Zitat des Tages

"Ich habe gerade auf Flickr gesehen, dass mir jemand einen Aufkleber auf den Rücken geklebt hat."

Aufgeschnappt gestern auf dem BarCamp Cologne 2, das übrigens einmal mehr äußerst inspirierend war.

Vielen Dank an alle Teilnehmer von dieser Stelle!

Ich pflege derweil meinen Muskelkater. Für solcherlei sportliche Berichterstattung bin ich nämlich eigentlich viel zu unsportlich:


Foto: Dennis Knake



16/08/2007

Vodafone macht Übertragung von Gewaltvideos kostenpflichtig

Ich gehöre ja bekanntlich nicht zur Gilde der Kulturpessimisten, außerdem liebe ich (fast) alle Menschen und bin fest davon überzeugt, dass ganz bestimmt sämtliche Journalisten auf diesem kleinen Planeten eine ganz tolle Arbeit abliefern wollen -- eigentlich.

Damit ich diese Überzeugung nicht verliere, könnten bitte a) ab morgen alle Agenturen damit aufhören, dümmlichste PR-Texte ungeprüft in den Nachrichtenstrom zu entlassen und b) die Kollegen der Online-Medien damit, alles was aus den Agentur-Tickern quillt, als heilige Schrift anzusehen, der man dringend durch einen Platz auf der eigenen Seite huldigen muss?

Das würde mich sehr freuen. Danke euch allen sehr!

Aktuelles Beispiel: Das "Jugendschutz-Handy" von Vodafone und Samsung. Vorzufinden beispielsweise hier.

Um es kurz zu machen: Der Telekommunikations- und der Elektronik-Konzern bringen gemeinsam ein Telefon auf den Markt, dessen Bluetooth- und Infrarot-Funktionen deaktiviert sind und sich "nur von den Eltern" (aha? Wie das?) einschalten lassen. Kurz: ein verstümmeltes Handy. Mit Jugendschutz hat das erstmal überhaupt nichts zu tun. Mit der gleichen Logik könnte schließlich die Post tönen: "Wir liefern keine Briefbomben und keine Kinderporno-DVDs mehr nach Bad Salzufflen" -- und die komplette Postzustellung nach Ostwesfalen-Lippe einstellen.

Das Krüppel-Handy ist genau deswegen natürlich noch keine tolle Meldung, mag sich die zuständige PR-Agentur gedacht haben und legte folgerichtig flugs ein paar Schüppen Panikmache drauf:

Obdachlose werden verprügelt und dabei gefilmt, Lehrer gemobbt und Schulhöfe zu Porno-Tauschbörsen umfunktioniert. Das Handy ist in den Händen vieler Jugendlicher zur Tatwaffe geworden.

Und:

«Wir waren ein bisschen geschockt über die Geschehnisse», gibt Joussen zu. Er habe sich «Happy Slapping»-Szenen angeschaut, bei der Menschen vor laufender Handy-Kamera zusammengeschlagen werden. «Da besteht schon die Gefahr, dass jemand verprügelt wird, nur weil es die technische Möglichkeit gibt, das zu verbreiten», räumt der Mobilfunk-Chef ein.

Unabhängig davon, dass das es äußerst fragwürdig ist, ob das Phänomen "Happy Slapping" überhaupt ein nennenswertes ist (bislang fehlt eine quantitative Analyse, sämtliche aufgeregten Berichte (meist im TV) zeigen stets die immergleichen Videos), das eigentlich Interessante an dieser Meldung rutscht vor lauter Jugendschutz-Gesabbel nämlich unter den Teppich: Eine Übertragung von Handy-Videos aller Art ist nämlich auch mit dem vermeintlichenen "Jugendschutz-Handy" möglich: per (kostenpflichtiger) MMS.

Am angeblich so häufig praktizierten Verprügelte-Obdachlosen-Filme-Verschicken, am Lehrer-Mobbing und am schulhöfischen Porno-Filme-Tauschen verdient Vodafone also künftig gutes Geld- sofern genug ängstliche Eltern ihre Kinder mit diesem Telefon bestrafen. Die MMS-Option auszuschalten, mit der man doch so hervorragend Kasse machen kann, so weit ging der Jugendschutz-Wille der beiden Multis dann offenbar doch nicht.

Momentan findet Google-News 79 Medien, denen die PR/DPA-Meldung ein Artikel wert war. Die allermeisten plappern brav den Jugendschutz-Quark nach.

Liebe Kollegen, lasst so was doch bitte sein, ja? Vielleicht schon ab morgen? Das wäre ganz toll. Vielen Dank!



15/08/2007

Zur Klarstellung

Das hier ist ein winzigwenig missverständlich formuliert: Ich werde zwar tatsächlich mit meiner Videokamera auf der OMD herumturnen und nach Berichtenswertem aus dem Sektor Online-Marketing Ausschau halten, mit besagtem Wettbewerb habe ich ansonsten nichts zu tun. Der Elektrische Reporter ist redaktionell unabhängig.



13/08/2007

Video-Projekte, die das Web nicht braucht (1)

Heute: Hit-TV.eu

Am Sonntach Morschen führ ein sübzehnjärscher Juschendlischer öhne Führerschäin und ünda Älkökoeinflüss...

Bruuhaha! Isch konn nüsch möhr!



09/08/2007

Wir alle haben Kommentarspam zugestimmt, sagt Sebastian Foss

Wer die Vorgeschichte nachlesen will: Teil 1, Teil 2, Teil 3 bei Udo.

Für alle anderen hier eine kurze Zusammenfassung: Sebastian Foss von der e-trinity GmbH aus Lindlar vertreibt ein Programm namens Blog-Blaster, bei dem es sich nach allen Gesetzen der Logik um Kommentar-Spam-Software handelt, mit deren Hilfe Online-Casinos, Viagra-Versender und ähnliches Volk, auf einen Schlag etliche Blogs zumüllen können.

Per Abmahnung wollte Sebastien Foss mir verbieten, diese Information in meinem Blog zu veröffentlichen. Da ich mir von einem Spam-Software-Dealer natürlich nicht den Mund verbieten lasse, habe ich -- zwecks Vorbereitung auf einen eventuellen Gerichtsprozess -- gestern das fragliche Programm im Web käuflich erstanden -- vor Zeugen und unter meinem echten Namen. Ganz legal also.

Zur Erinnerung: Sebastien Foss gibt auf seiner Website an, die Software verbreite "Werbung" auf insgesamt mehr als zwei Millionen Blogs, die diesen "Werbeschaltungen" explizit zugestimmt hätten. Wörtlich:

We only post ads on blogs whose owners gave us their permission.

In der juristischen Korrespondenz der letzten Tage behauptete der gegnerische Anwalt obendrein steif und fest, die Einwilligungen der zwei Millionen Blogger "liegen vor".

Nach eingehender Untersuchung des Programms mit diverser Anti-Virus-Software (man weiß ja nie), startete ich -- zwar mit spitzen Fingern aber dennoch beherzt -- den Installationsprozess und hatte danach ein recht simples Programmfenster vor mir, das ein Texteingabefeld für die "Anzeige" sowie den dazugehörigen Link enthielt, und außerdem noch eine Suchfunktion für Schlagwörter, anhand derer das Programm dann "passende" Blogs aus der Liste der angeblich zwei Millionen "werbewilligen Blogger" auswählt.

Die geneigte Leserschaft mag sich mein Erstaunen vorstellen, als plötzlich mein eigenes kleines Blog in der Liste der "Werbewilligen" auftauchte:



Und nicht nur das, auch Udos Blog war recht schnell zu finden:



Wir halten fest: Da vertickt jemand Blog-Spam-Software, will einem Blogger per anwaltlicher Abmahnung verbieten lassen, dieses Dingens Blog-Spam-Software zu nennen und vertreibt gleichzeitig seelenruhig ebendiese Software weiter, mit deren Hilfe man nicht nur das Blog des Abgemahnten, sondern auch das seines Anwalts zuspammen kann.

Hallo? Jemand zu Hause?

Hochinteressant wird es, wenn man sich anschaut, wer denn so alles angeblich Sebastien Foss die Erlaubnis gebeben hat, sein Blog via Blog-Blaster mit "Werbung" zu beglücken.

Also wirklich, Jens, das hätte ich nicht von dir gedacht:



Auch der Herr Basic scheint sich über "Werbung" in seinen Kommentaren zu freuen:



Ebenso wie Herr Turi:



Bei Herrn Niggemeier wundert mich das weniger, der schaltet ja sogar Werbung von Adical ;-)



Umso mehr stutzte ich, den Teekännchen-Blogger aus Bayern in dieser Liste zu entdecken:



Und sogar zweimal:



Und auch Knüwi, der Handelsblatt-Blogger, experimentiert offenbar freiwillig mit, hüstel, "innovativen Werbeformen":



Zur Klarstellung: Ich habe keine Ahnung, ob das Teil wirklich technisch in der Lage ist, alle genannten Blogs aus der Liste vollzuspammen. Zumindest aber behauptet Sebastian Foss dieses in seiner Werbung (naja gut, er nennt es "Anzeigenschaltung"). Versuchsweise den entsprechenden Button zu klicken, war mir aus verständlichen Gründen zu heikel, schließlich will ich keine unbescholtenen Blogger belästigen.

Das ist aber auch gar nicht der Punkt: Es ist in meinen Augen bereits eine Frechheit oberster Kajüte, mit welcher Dreistigkeit Sebastian Foss seine angebliche "Werbe-Software" mit angeblichen "Werbepartnern" füttert, die garantiert nicht ihr Einverständnis gegeben haben, in diesem Programm aufzutauchen.

Ich empfinde es jedenfalls als äußerst rufschädigend, meinen Namen und mein Blog in dieser Liste zu entdecken.

Ich kann mir vorstellen, dass es einer Menge deutscher Blogger ähnlich geht wie mir. Wer wissen möchte, ob sein Blog ebenfalls in der Liste der "Werbewilligen" auftaucht, schickt mir einfach eine Mail an blog-blaster@sixtus.org Bitte nur den Blog-Namen und die URL in die Betreffzeile. Werde ich fündig, schicke ich dann einen Screenshot zurück. (Falls die Antwort ein wenig dauern sollte: ich muss zwischendurch auch noch ein klitzekleinbisschen arbeiten, maile aber auf jeden Fall zurück. Danke für eure Geduld.)

Mit diesem Screenshot kann der jeweilige Blogger dann machen, was er will. Den Blog-Spam-Software-Dealer kostenpflichtig abmahnen zu lassen, wäre sicherlich eine Möglichkeit. Der Anwalt Ihres Vertrauens weiß, wie man so etwas macht, der Anwalt meines Vertrauens ist obendrein mit der Materie vertraut und weiß auch, wie man so etwas macht. Das nur als kleiner Hinweis.

Bei Bedarf bestätige ich natürlich gerne schriftlich, an Eides statt oder schwöre auf Wunsch auch mit der rechten Hand auf der TV-Spielfilm, dass die entsprechenden Screenshots wirklich der aktuellen Version des "Blog-Blasters" entstammen.

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn aus dieser Sache ein "Blog-Blast" der anderen Sorte würde und der Blog-Spam-Software-Dealer von möglichst vielen Seiten zu hören bekommt, was Blogger denn so von seinen Aktivitäten halten.

Update: In den Kommentaren meldet sich jemand zu Wort, der sich Sebastian Foss nennt und redet wirres Zeugs:

Die Webseiten werden in meiner Software aufgelistet da sie bei Google eingetragen sind und die Software alle Einträge von google.com anzeigt. Somit habe ich keinen Einfluss auf die Angezeigten Seiten. Ich versichere Ihnen allerdings dass meine Software keine Werbeeinträge auf Ihren Seiten hinterlässt, da diese vorher überprüft, ob Ihre Seite in unserer Datenbank steht und wir die Einverständnis dafür haben.

Angeblich habe er die Softwareoberfläche nun um einen Satz ergänzt --> Pic.

Der echte Sebastian Foss kann das kaum sein, denn der echte Sebastian Foss würde ja die Bedienungsanleitung kennen, die mit seiner Software geliefert wird.

Nach Schritt 1 (Installation) und Schritt 2 ("Anzeigentext" eigeben) geht es wie folgt weiter:





Wir lernen (frei übersetzt): Nachdem man sich für einen Anzeigentext entschieden hat, soll man die Blogs auswählen, auf denen Blog-Blaster dann die "Anzeigen" veröffentlichen wird. Ein, zwei Schlagworte eingegeben, "Find Blogs" geklickt und die Resultate (Anm: also die Blogs, in denen der "Anzeigentext" dann veröffentlicht wird) erscheinen in der Liste. Danach wird nur noch übermittelt:




Zur Linken, so erfahren wir aus dem Text, sehen wir die betreffenden Blogs (nämlich die aus Schritt 2), zur Rechten Statusinformationen, die über den Erfolg der Übermittlung Auskunft geben.

Wer es lieber animiert mag, in diesem Film wird das Prozedere ebenso dargestellt.

Außerdem, wie Kraven richtig in den Kommentaren anmerkt:

Wenn man sich das hier so anguckt, dann wird einem also nach Sebastian zuerst eine vollkommen sinnlose Liste von Blogs per Google-Suche angezeigt. Aber man muss sie sich anzeigen lassen, um die Werbung abzuschicken. Und das Programm zeigt dann genau diese ausgewählten Blogs an, die dann keine Nachricht bekommen? Sorry, Sebastian! Ich dachte eigentlich ich hätte ein wenig Ahnung von Computern und Programmen, aber dein Programm musst du mir noch mal erklären. Und das wo das doch so leicht sein soll *seufz*

Eben, bei dem Kommentator kann es sich unmöglich um den echten Sebastian Foss handeln, der würde einen doch nicht für sooo damlich halten und sich gleichzeitig in aller Öffentlichkeit um Kopf und Kragen phantasieren.

Oder?

Sollte der echte Sebastian Foss jedenfalls auch juristisch eine dermaßen durchsichtige Verteidigungsstrategie wählen, dann freue ich mich schon darauf :-)

Update 2: Wir haben mittlerweile sowohl den aktuellen Blog-Blaster, als auch eine ältere Version aus dem Jahre 2005 in Quarantäne unter Beobachtung. Als kurzes Zwischenergebnis: Die angezeigte Liste wird tatsächlich über einen Google-Suchstring generiert. Was das Programm im Anschluss an diese Suche macht, dazu möchte ich mich hier noch nicht abschließend äußern.

Na gut, ein wenig noch: Es wird jedenfalls definitiv keine Verbindung zu einer Datenbank o.ä. aufgebaut, um die Google-Treffer mit irgend etwas abzugleichen. Diese Behauptung, die der Mann, der sich Sebastian Foss nennt, hier in den Kommentaren und per E-Mail an betroffene Blogger aufgestellt hat, ist nachweisbar unwahr.

Und: Ob die Liste über Google dynamisch generiert wird, oder ob Sebastians Omi sämtliche Blogs von Hand in jeden einzelnen Programm-Download häkelt, ist juristisch vollkommen ohne Belang. Fakt ist: Sowohl auf seiner Website, als auch im programmbegleitenden PDF suggeriert Sebastian Foss, die Blogger in dieser Liste hätten ihm das Einverständnis gegeben, via Blog-Blaster "Werbung" zu veröffentlichen. Punkt. Ich bin zwar kein Jurist, aber meiner Meinung nach ist das eindeutig eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und obendrein rufschädigend. Allein damit kann man Foss wohl jederzeit problemlos auf Unterlassung abmahnen.

Beispielhaft finde ich die Reaktion von Ingo Vogelmann auf Foss' Ausflüchte:

Sehr geehrter Herr Foss, sie wollen mir bitte offenlegen, wie ihre “Datenbank” technisch funktioniert, denn ich kann mich wahrlich nicht erinnern, einem Berechtigungprozess meinerseits beigewohnt zu haben. (...)

Sollten sie technisch keine Möglichkeit haben, meinen Eintrag in ihrer Software zu entfernen, werde ich sie - für sie kostenpflichtig - auffordern müssen, den Vertrieb dieser Software komplett einzustellen (...). Ich wiederhole deshalb meine Aufforderung, mir das technische Funktionieren der Software offen zu legen.

Was ihr Anwalt da erklärt, ist mir ziemlich gleichgültig. Ich kann ihr fehlendes Interesse an einem Rechtsstreit nachvollziehen (...) Aber ich werde nicht zulassen, daß eine Software mir und meinen Mitarbeitern Zeit durch das Löschen von Spameinträgen stiehlt. Das, werter Herr Foss, KOSTET NÄMLICH GELD. Sie sollten ihr Vorgehen dringend einstellen, da das sehr teuer für sie werden kann.

Touché :-)

Update: Nach eigenen Angaben hat Sebastian Foss die Software mittlerweile dahingehend geändert, dass der "missverständliche Zwischenschritt" einer Google-Abfrage nun nicht mehr im Programm enthalten ist. Die Software enthalte nun nur noch eine Liste von ein paar Blogs, die Foss selbst betreibe.

a) Da ich auch noch anderes zu tun habe, habe ich diese Aussage bislang noch nicht überprüft.

b) Nach wie vor preist Foss seine merkwürdige Software mit den Slogans an: "I have developed a software that automatically places your ad on millions of blogs" und "Blog Blaster automatically posts your ad to more than 2 Million Websites!". Wie diese Behauptungen mit der eigenen Aussage zusammengeht, der Blog-Blaster versorge jetzt nur noch ein paar Foss-Blogs, entzieht sich meiner Auffassung von Logik. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Verbraucherschützer für diese Diskrepanz interessieren.



08/08/2007

Hihihihihi...

Ich würde ja jetzt gerne etwas bloggen, verkneife es mir aber schweren Herzens. Nur so viel: Die Theorie, ein moralisches Niveau auf Teppichbodenhöhe gehe bisweilen mit überschaubarer Intelligenz Hand in Hande, hat gerade neue Nahrung bekommen.

Ein winzigwenig konkreter: Manche Spammer sind nicht nur Spammer, sie stellen sich auch noch saublöd an. Und ich meine irgendwo zwischen supersaublöd und megasaublöd. Und dafür gibt es dann -- um mir mal Alphonso'sches Vokabular auszuleihen -- ne Breitseite. Aber ne volle!

Demnächst mehr an dieser Stelle.

(Hach, ich kann nicht mehr, mein Schenkel ist schon ganz wundgeklopft. Hihihi...)



04/08/2007

Shameless Self Promotion (985)

Yours Truly war heute ausnahmsweise mal zu Gast in den Hörfunkempfängern dort draußen im Lande. Genauer: im Deutschlandradio Kultur, in einer Sondersendung des Blogspiels zum Thema "Zukunft des Fernsehens" --> MP3. (Mein Gegrummel findet sich im letzten Drittel der Sendung.)



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