Wenn das, was technisch möglich ist, mit dem gesellschaftlichen Konsens kollidiert, ist die einfachste Form der Konfliktvermeidung das An-die-Kette-Legen der wissenschaftlichen Neugier. Weit schwieriger und schmerzhafter wäre die Überprüfung des gesellschaftlichen Konsens auf dessen eventuelle oder gar tiefe Verwurzelung in voraufklärerischen Zeiten.
An letzteres wagen sich bislang wenige. Freigeist gilt vielen noch als Schimpfwort, Zukunft als vermeidbare Störung. Trägheit triumphiert über Abenteuerlust.
In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
(P.S.: Siggibeckern kann ich auch :-))

Die geistige Trägheit in der Gesellschaft (so wie auch vieles "Althergebrachtes") nährt sich aber selbst - die Institutionen zur Erzeugung "angepasster" Jugendlicher (soll heißen: solche, die Nichts in Frage stellen und alles nachplappern, was die Autorität erzählt) bringen Spießbürger hervor, die wiederum Anpassung von den Mitmenschen fordern. Aus diesem Schema aus eigener Kraft auszubrechen ist schwierig.
Das ist überigens ein wunderbares Beispiel für Situationen, in denen Demokratie meiner Meinung nach versagt. Bildung und Prägung der Kinder in die Hand der Mehrheit zu legen muss ja letztenendes zu einer homogenisierung, und damit vermassung führen, so wie Reformen aus sich selbst heraus bremsen, so dass wir eigentlich immer der Zeit hinterherhinken.
Eine humanistische, aufgeklärte Gesellschaft wäre also vermutlich eine, die keine Mehrheiten kennt. Also wäre quasie Post-Demokratismus die Gesellschaftsform der Wahl