Herr Stoiber möchte bekanntlich allen Familien, die ihren Nachwuchs zu Hause aufziehen, statt ihn in Kinderkrippen zu geben, mit einem "Betreuungsgeld" belohnen:
Wenn zu Recht zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Betreuung investiert werden und es einen Rechtsanspruch darauf gibt, müsse im gleichen Gesetz ein Betreuungsgeld von etwa 150 Euro im Monat verankert werden, schrieb Stoiber in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag"
Diese Logik gefällt mir. Wo kämen wir denn da hin, wenn Erleichterungen, Subventionen und Vergünstigungen nur jeweils einem Teil der Bevölkerung zu Gute kämen und der Rest leer ausginge?
Ich verlange zunächst eine "Innenstadtprämie", für Bürger, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in die Vorstädte verlagern. Schließlich füllen sich die Pendler ihre Taschen mit der üppigen Pendlerpauschale. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?
Dann wäre natürlich auch ein "Kinderlosengeld" fällig, für Paare, ach was, natürlich auch für Singles, die der Welt ihren Nachwuchs ersparen. Die Höhe könnte sich am aktuellen Kindergeld orientieren.
Das ganze funktioniert natürlich auch bei Abgaben: Ist es nicht ungerecht, dass allein die Autofahrer für die komplette KFZ-Steuer aufkommen müssen? Gerechter wäre es doch auf jeden Fall, auch Bürgern ohne Benzinkutschen ihren Anteil abzuverlangen. Beispielsweise könnte man einen "Autolosen-Ausgleich" beim Erwerb einer Bahncard oder einer Monatskarte erheben.
So meinen Sie das doch Herr Stoiber, oder?
