
Foto: Mercedes
Update: Da mich mittlerweile vier Mails mit Nachfragen nach Equipment und Arbeitsweise erreicht haben, hier ein paar kurze Erläuterungen:
Zur Linken: Eine Panasonic DVX 100 BE, deren Bedienung ich mittlerweile gefühlt zu 30 Prozent beherrsche. Tolles Teil. Ich wachse da langsam rein.
Oben drauf ein Rode NTG-2-Richtmikro als Backup, falls es in der Funkstrecke mal so richtig briezeln oder knirschen sollte. (Manchmal ist das Ding allerdings auch Haupt-Mikro: Bei Zwischen-Tür-und-Angel-Interwiews, wie beispielsweise dem mit Bruce Sterling, verkabele ich mein Gegenüber natürlich nicht.)
Als Neuling in Sachen TV-Sprech erschließt es sich mir bislang noch nicht völlig, warum sämtliche Richtmikros, die fest auf einer Kamera installiert sind, "Japaner" genannt werden. Der Japaner von Rode kommt jedenfalls aus Australien, wiewohl er wahrscheinlich in China o.ä. gefertigt ist. (Falls ich abschweife, müsst Ihr mir das sagen.)
Den chinesische Japaner aus Australien habe ich jedenfalls aus Windschutzgründen stets mit einer toten Katze umwickelt. Deren Haare finden sich normalerweise gerne rechts oben im Bild wieder (zum Beispiel hier). Abhilfe schafft neuerdings ein Abstandhalter namens The J-Rod, den ich mir aus den USA bestellt habe. Seitdem bin ich zumindest diese Sorge los.
Den eigentlichen Ton besorgt seit Neuestem eine Funkstrecke von Sennheiser. Mittlerweile schaffe ich es sogar, den Empfänger nicht immer versehentlich auf +6dB einzustellen und somit ein weitgehend verzerrungsfreies Signal aufzunehmen. Wen es interessiert: Das Stativ ist von Cartoni (über Taschen blogge ich jetzt aber nix, gell?).
Zur Rechten: Herr Sixtus mit einem geschlossenen Kopfhörer von Beyerdynamik und einem PV-GS180 Camcorder von Panasonic (mittlerweile nicht mehr lieferbar) auf einem billigen No-Name-Einbein.
Arbeitsweise: Ich synchronisiere die beiden Cams stets vor dem Interview mit einem Fingerschnippen -- High-Tech pur. Ansonsten sind die Rollen klar verteilt: Die statische DVX liefert das Hauptbild, in das ich dreckigerweise während des Schnittprozesses hinein- oder herauszoome (eine Vorgehensweise, für die mich die Öffentlich-Rechtlichen wohl auf der Stelle feuern würden, die Privaten arbeiten inzwischen allerdings ähnlich, wie mir jüngst eine Insiderin verriet).
Mit der kleinen Cam nehme ich nur das Gesicht des jeweiligen Gesprächspartners auf -- das allerdings indiskret nah. Da die Farblichkeiten der beiden Cams unmöglich miteinander in Einklang zu bringen sind (zumindest schaffe ich das nicht), nutze ich diese Bilder nur in schwarz/weiß -- und tue so als wäre das gewollt.
In der Tat: Mittlerweile habe ich mir -- wie oben aufgelistet -- richtig teuren Video-Krempel zugelegt (habe ich eigentlich schon über die Beleuchtung in meinem Büro/Studio gesprochen?) Das liegt aber überwiegend daran, dass ich ein Equipment-Freak bin. Ich liebe Geräte. Ich liebe es auch, mich technisch zunächst zu überfordern und mich dann langsam in die Beherrschung hineinzuwuseln. Persönliche Marotte. Sicher nicht jedermanns Sache.
Wer brauchbare Video-Podcasts produzieren will, kommt auf jeden Fall mit einem Bruchteil der oben aufgelisteten Geräte aus. Einen Großteil der ersten 20 Episoden des Elektrischen Reporters hab ich beispielsweise allein mit der kleinen Consumer-Panasonic und einem einzigen externen Mikro (das -- nebenbei -- mittlerweile zu seinen Mikrofon-Ahnen abgereist ist) aufgezeichnet. Ging auch. Ist nur nicht so herausfordernd.
Update: Hier das Ergebnis der oben abgelichteten Arbeit.
