Hör mal, Herr Turi!

Du beschwerst Dich in aller Öffentlichkeit über den Zustand der Unternehmer der zweiten Web-Welle in Deutschland:

Vorbei die Zeiten der Show-Talente und Neue-Markt-Raketen wie Stephan Schambach (Intershop), Paulus Neef (Pixelpark), Peter Kabel (Kabel New Medien) und Karl Matthäus Schmidt (Consors).

Und:

Der zweiten Welle Internet, dem sogenannten Web 2.0, fehlt es in Deutschland an Vorkämpfern mit Charisma und Glamour. Das Bild bestimmen Fachleute, die in ihren Kreis anerkannt sind, die außerhalb der Szene aber blass bleiben.

Bist Du, Herr Turi, vielleicht schon mal auf die Idee gekommen, dass es genau das ist, was die momentane Web-Bewegung so attraktiv macht? Dass all die Arschlöcher, Dummschwätzer und Lautsprecher dieses Mal entweder nicht dabei sind oder niemand ihrem Bullshit-Bingo-Sprech zuhören will?

Bist Du, Herr Turi schon mal auf die Idee gekommen, dass die neuen Web-Unternehmen genau deshalb funktionieren, weil dort mittlerweile Leute am Ruder sitzen, die das Web verstehen, seit über einem Jahrzehnt dort unterwegs sind und daher wissen, was sie tun? Und eben nicht mehr die von Dir ganz offensichtlich vermissten "Neue-Markt-Raketen" (sprich: Schaumschläger), die Ruderpinne in der Hand haben, all die Schambachs, Neefs, Kabels und Konsorten?

Falls Dir die zweite Generation der Web-Macher zu wenig glamourös ist, weil sie sich lieber auf nerdigen Barcamps und Webmontagen rumtreibt, statt auf den peinlichen "First Tuesdays" Anno Bubbleday, dann wechsel doch einfach das Feld Deiner Berichterstattung. Schreib doch einfach über Knut. Oder über die Bambi-Verleihung. Oder über die IAA. Da hast du Deinen Glamour.

Ich jedenfalls wünsche mir die Idioten von damals nicht zurück. Und mir mangelt es in meiner aktuellen Berichterstattung über das Netz und was dort gerade passiert nicht im Geringsten an interessanten Themen -- und auch nicht an interessanten Persönlichkeiten.



Kommentare dazu:

herr sixtus, mir wird warm um's herz. danke.
Warum immer über den armen Knut. Kann er nicht lieber über die Einblick in eine Waschmaschine schreiben, die ihm das Bullauge bietet?
da sind doch noch mehr knaller drin …

"Es fehlen Typen wie Bill Gates, Steve Jobs oder Powerfrauen wie Marissa Meyer von Google und Meg Whitman von Ebay. […] Fußball unter Bundestrainer Berti Vogts: Die Mannschaft ist der Star, die Community ist alles."

So so, verstehe … ah ja!

" in der deutschen Blogosphäre sieht’s in Sachen Glamour oder Charisma mau aus. […] In Deutschland ist weit und breit niemand zu sehen, d[…] Teil der öffentlichen Wahrnehmung ist und dabei Werbung macht für die Idee des Bloggens."

Sehen Sie Herr Sixtus, so muss der Hase lt. Vanity Fair laufen – GLAMOUR und NEOCON statt KÖNNEN.

ps: dann lieber "Gala". die wissen wengistens was sie nicht tun.


Puh, was solch ich dazu sagen?

Schöner Beitrag, so kann man es natürlich auch sehen.

Aber eben auch anders.
Das trifft den Nagel auf den Kopf. Danke!
Ich nenne so etwas ja eine Turinade: http://www.massenpublikum.de/blog/?p=86#comment-398
Turi's Geschwurbel liest sich geradezu wie eine Bewerbung a la "Hier ICH ICH ICH webzwonullrampensau, gebt mir eine Bühne". Hoffentlich erbarmt sich bald jemand und lässt ihn irgendwo mitspielen, damit das Gejammer ein Ende hat.

Sind doch außerdem bald wieder alle da. Ich wurde gerade für ein "Web 2.0"-Panel angefragt. Einer der weiteren geplanten Gäste: Paulus Neef.
Bei gewisser Seriösität hat mir Glamour noch nie gefehlt. Bei zuviel Glamour würde ich mich fragen, welchen Fehler der Glanz überdecken soll...
Sicherlich haben Sie recht lieber Herr Sixtus, wenn Sie schreiben es gibt nun in den Web2.0-Unternehmen Leute die ihr Handwerk verstehen, aber viuel wichtiger ist doch, dass auch in den alten Internetunternehmen sich die vernünftigen leute durchgesetzt haben und damit dazu beitragen, dass das Internet nicht mehr als Wilder Westen angesehen wird.

Ich finde übrigens "Arschlöcher, Dummschwätzer und Lautsprecher " als pauschale Beschimpfung nicht so klasse, denn diese Form der Auseinadersetzung führt dazu, dass manche Leute glauben es gebe keinen Stil im Web2.0 und auch kein Benhemen.
Wundervoll gechrieben. Ja unser Herr Turi ...
Jede Generation braucht einen großen Dummschwätzer. Herr Turi steht ganz oben auf meiner Liste
Ich kann das "Problem" nicht nachvollziehen. Es sind doch schon wieder genug "Dampfnasen" unterwegs!

Anders wäre es auch kaum möglich, Einzelfeatures von Communities als eigenes "Venture" zu verkaufen.

Prost!
Also Bambibloggen ist auch prima. Aber das nur am Rande.
ich finde, es sind genügend Arschlöcher, Dummschwätzer und Lautsprecher dieses Mal dabei und Bullshit-Bingo-Sprech zuhören tun se och, wa?
Mario, lies doch Turi's Artikel noch einmal, bevor Du Dich in diesem Wortschwall ergiesst. Er sagt nicht, dass es zu wenig Schaumschlaeger 2.0 gibt, sondern nur, dass es in Deutschland keine web 2.0 Entrepreneure mit Charisma gibt.

Wer waere denn Deiner Meinung so ein mitreissender, innovativer und zeichensetzender Unternehmer ? Die copy-paste-Samwers vielleicht ? Die haben doch schon laengst saemtlichen Glanz verloren (wenn sie ihn jemals hatten).

btw ... seit wann widerspricht denn eine fantastische Unternehmerpraesenz einem wirtschaftlichen Erfolg ? Mit diesem Erfolg meine nicht, den des Gruenders, welchen er durch einen klugen Exit erlangt hat, sondern den des Unternehmens selbst, weil es genau die Beduerfnisse der user erfuellt.


 










27.06.2008, 13:08

18.05.2008, 1:16

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