Anno 2003, als die Frankfurter Rundschau in ihrer bis Dato schwersten Krise steckte, unterzog man dem Blatt einer Komplettrenovierung und führte mit "FR plus" ein neues, themenspezifisches Buch ein. Eigentlich so etwas wie eine Wochenzeitung auf Raten: Abseits des tagesaktuellen Hechel-Journalismus gab es dort Hintergründe und Zusammenhänge, die weiter vorne im Heft keinen Platz hatten. Eine feine Sache. Aber nicht alle gute Ideen setzen sich durch. Und auch die "FR plus" wird es nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit im Jahre 2006 nicht mehr geben. Zumindest nicht in dieser Form.
In der Redaktion weiß man auch noch nicht mehr, hat man mir gerade telefonisch mitgeteilt. Momentan jagt dort wohl ein Gespräch die andere Konferrenz. Sollte die "FR plus" verschwinden, bliebe natürlich auch mein wöchentlicher Einspalter über das deutsche Blogdorf, als Bestandteil der "FR plus Politik" auf der Strecke. Gemeinsam mit den Texten, die ich regelmäßig für "FR plus Wirtschaft" geliefert habe, bricht mir dann schlagartig ein ernstzunehmender Teil meines monatlichen Honoraraufkommens weg. Das Jahr fängt ja gut an, noch bevor es überhaupt angefangen hat.
