SpOn hat die letzten niedergeschriebenen Worte von Peter Glotz:
Die deutsche Politik ist so lieblos polemisch, wie man sich die rumänische Publizistik langweilig vorstellt. So dick überwürzt wie die kroatisch-montenegrinische Küche, so exaltiert erdverbunden wie die Romane von Gisela Elsner oder Juli Zeh und so langweilig wie... bei uns in der Familie sagte man dazu: "wie toter Friseur".
Danke.

Aber wenn es gegen "die Politik" geht, dann scheinen sich Blogger mit allen anderen gesellschaftlichen Gruppen einig zu sein: "die Politik", besonders die deutsche, ist bestenfalls langweilig, eher noch verachtenswert inkompetent.
Insbesondere "die Journalisten" und "die Blogosphäre" nehmen Politik fast ausschliesslich als Spitzenpolitik wahr. Genau wie verbitterte und enttäuschte Ex-Spitzenpolitiker.
Diese (Selbst-)Beschränkung der Wahrnehmung von Politik als Spitzenpolitik, in der als Akteure ausschliesslich Amts- und Mandatsträger (und -trägerinnen) vorkommen, kann auf Dauer nicht gut gehen.
Hier mal die Beschlüsse der Bezirksvertretung des Düsseldorfer Stadtbezirks 03
vom 27. September:
- Tempo 30 auf der ganzen Fleher Straße
- Mehr Licht in die Bahnunterführung Im Liefeld im Gurkenland
- Toilettenanlage im Volksgarten in Nähe des Schachplatzes
- Fußgängerampel über den Fürstenwall/ Talstraße
- Radweg-Querung Graf-Adolf-Straße/ Pionierstraße
- 50.000 EURO für die Feinplanung der Lorettostraße
- Skater -und Rollhockeyplatz im Ulenbergpark
Ist eine Bahnunterführung im Gurkenland oder ein Scheißhaus im Volksgarten KEINE Politik? Sind 50 TEURO nicht 'ne ganz schöne Stange Geld, über deren effiziente Verwendung sich eigentlich mehr Bürger und Bürgerinnen Gedanken machen sollten als nur die Abgeordneten der Bezirksvertretung?
"Die Politik" stinkt vom Kopfe her. Nur: Über stinkende Köpfe die Nase zu rümpfen, bringt unsere Gesellschaft nicht weiter (und das naserümpfende Individuum im übrigen auch nicht). Angesagt ist vielmehr eine Pädiküre der eingewachsenen Fußnägel.
Herzliche Grüße aus Unterbilk,
Marian