Noch ganz kurz...

... vor dem Kurzurlaub: Einige Häuser weiter residiert ein Hybrid aus Kiosk/Getränkehandel/Lebensmittelladen. In Gang gehalten wird dieses Unikum von einer persischen Familie. Die Tochter, obgleich mitten im Studium, hilft meist in der Spätschicht (bis 22:00 Uhr) aus. Den Familienvater habe ich ein paar Mal nachts im Taxi gesehen. Auf der Fahrerseite. Er grüßt dann nie, denn offenbar ist es ihm peinlich, dass er seine Familie nicht allein mit seinem kleinen Laden ernähren kann.

Letzte Nacht ist in das kleinen Geschäft eingebrochen worden. Tabakwaren und Spirituosen im Einkaufswert von 1.500 Euro verschwanden dabei. Einfach so. Heute waren sehr viele Menschen aus dem Viertel in dem kleinen persischen Geschäft und schimpften über gewissenlose Nichtsnutze. Das half der kleinen Familie mit ihrem kleinen Geschäft sicherlich finanziell nicht weiter, aber wenigstens haben sie (hoffentlich) gespürt: Sie sind hier zu Hause.

Wenn ich mir noch ganz kurz was wünschen dürfte, wäre es das: Ich will, das es so bleibt! Ich will, dass sich Muslime, Hindus, Buddhisten, Atheisten gleichermaßen in Düsseldorf-Flingern wohlfühlen. Ich habe Angst vor populistischer Propaganda. Ich habe Angst davor, dass jeder Araber, Türke, Pakistani, jeder etwas Dunkelhäutigere (außer Dieter Bohlen) künftig als potenzieller Bombenleger angesehen wird.

Ich habe Angst davor, dass es ein Wahlkampfthema wird, ein Stammtischthema, dass schon bald versucht wird, komplizierte Fragen mit einfachen Sätzen zu beantworten.

Tut das bitte nicht. Ja?

Danke.

Und jetzt bin ich endlich mal drei Tage wech...



Kommentare dazu:

und das wär auch wichtig, damit die städtische nahversorgung wieder in die gänge kommt.
Erfrischend menschlicher Kommentar inmitten des ganzen, bereits aufkommenden "Tod dem Islam"-Geschrei.

Und nebenbei wohl ein exzellentes Beispiel, wie Multi-Kulti und Integration wirklich funktionieren: auf der kleinen Skala, nicht per Gesetz.

Danke!
ich wohne IN einem Haus mit Getränkeladen im Parterre - betrieben von einer türkischen Familie. Wir haben einen nachbarschaftlichen Konflikt, aber das ist rein privat und trotzdem nett.

(äh, wollt eigentlich nur sagen, daß mein TrackBacklink oben unrichtig ist: http://tinyurl.com/9mqh2 - hat ein textpatternexperte 'nen Tip für mich?)
Das ist die eigentliche Gefahr, mal abgesehen, dass diese Anschläge grauenhaft sind.

Der soziale Frieden, die Bürgerrechte und letztendlich unsere Demokratie stehen immer mehr zur Disposition.
Normale Bürger (~65% von dennen) haben Probleme beim Verstehen, der ins negative übertriebenen, Ironie.

Verwenden Sie bitte diese Ironie nicht ohne eine verständliche Moral zu liefern, sonst könnte ich als ein blöder Bürber eine Aggression auf die Bemitleideten entwickeln.

Eine Verneinug der negativen Ironie könnte meine kognitive Verarbeitung der Worte etwas erleichtern, wenn ich bloß nicht so blöde wäre.

==Bsp. der Negation:==
Nein, ich bin noch nicht blöde, solange ich es noch merken kann.

Oder ist eine passive Schuld an der Aggression doch keine richtige Schuld ?
Integriertes, normales Zusammenleben. Hey, wir sind doch alles nur Menschen und wollen einfach nur durchkommen? Alltägliches Zusammenleben - alltägliche Auseinandersetzungen - ohne Bomben. IronieFrei?
Uns kümmert weder Religion noch Ethnie - und sorgt die Tatsache, daß die Welt derzeit von wahllos bombenden Terroristen mit muslimischen Glauben geplagt wird und sich die Muslime vor Ort ihr eigens Ghetto geschaffen haben.
Wir sind müde ob der uns auferlegten gutmenschlichen Aufforderungen zur Integration, welche zugleich meist keinen Wiederhall bei nicht studierten u./o. intellektuellen u./o. aufgeklärten Menschen mit muslimischen Glauben findet. Wir sind der Asymetrie und des Schweigens bzw. der Lippenbekenntnisse satt und fühlen uns bedroht. Wir sind müde ob der Menschen, welche ständig nur von der Gefahr durch die Neonazis sprechen und gegenüber allem und allen blind sind, die nicht in die gepredigte Weltoffenheit passen bzw. deren Rechtfertigung bedrohen. Nein, dies ist kein faires Spiel - zu offensichtlich verlogen.
Paule und das goldige Trio
Es WIRD vereinfacht werden. Der Populismus wird wachsen. Warum soll es Euch besser gehen als uns in der Schweiz mit der SVP. Was man tun kann? Im Quartier leben, Kontakt halten, es besser wissen und auch davon reden und schreiben. Zivilcourage zeigen, auch gegen den inneren Schweinehund, der schon bei der Faulheit beginnt, bevor sie Gleichgültigkeit wird.
Dabei sind wir doch gesegnet: Wir können im gleichen Quartier beim Türken, Griechen, Perser einkaufen oder beim Inder oder bei Aldi oder...
Zu viel Überfluss ist noch nie verdankt worden...
Ich wünsche dem Laden und den Quartierbewohnern noch sehr lange sehr viel Zusammenhalt und Gefühl fürs Miteinander. Dann erst ist das Stadtleben wirklich farbig und mit nichts einzutauschen.
Thinkabout


 










16.05.2008, 15:14

27.04.2008, 16:05

21.03.2008, 22:17

03.02.2008, 1:02

16.01.2008, 18:04

09.01.2008, 21:37

20.12.2007, 1:55

13.12.2007, 16:18

12.12.2007, 21:57

08.12.2007, 14:01

04.12.2007, 18:14

28.11.2007, 18:08

28.11.2007, 2:10

27.11.2007, 18:07

06.11.2007, 11:27


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