GOA-Nominierungen

Jetzt ist es amtlich und ich muss auch nicht mehr meine Klappe halten: Hier die Nominierungen zum Grimme Online Award 2005. Ich empfehle den geneigten Lesern, sich gemütlich durch die Angebote zu klicken. Es sind wirklich einige Perlen dabei. Zwei Blogs haben es in die letze Runde geschafft: das unvermeidliche BildBlog und das ZDF-Tsunami-Blog von Wolfgang Harrer. Ja, ich weiß, zwei Blogs von Journalisten-Profis. Wo bleiben die "echten" Blogger? Wir hatten einige auf dem Zettel, aber so richtig geklingelt hat es halt bei keinem. Kann man nix machen. Aber die deutsche Blogosphäre ist ja noch jung und wächst und gedeiht. Vielleicht also im nächsten Jahr.

Im Bereich Wissen und Bildung ist mein Favorit natürlich die Wikipedia, aber in dieser Rubrik schlummern noch ein paar weitere Schätzchen. Z.B. Nanoreisen, Föderalion (viel Zeit mitbringen) oder auch Abgeordnetenwatch.

In der Kategorie Kultur und Unterhaltung lohnt sich eigentlich jeder Klick. Alles ziemlich fein, das.

Jetzt ist die Jury dran, ich hab Feierabend, freue mich auf die Verleihung und verweise derweil auf die Möglichkeit, sich an der Abstimmung zum Publikumspreis zu beteiligen. Zu gewinnen gibt es ein Notbuch, glaube ich.



Kommentare dazu:

Vielleicht wäre es gut gewesen, bei Wikipedia noch 1,2 Jahre zu warten, bis sie eine vernünftige Qualitätssicherung etabliert haben. Das ist m.E. die große Achillesferse dieses sonst faszinierenden Projekts.
Na Blödsinn, das haben sie doch längst. Und Zahlen belegen, daß die besser arbeitet, als bei anderen Quellen - nämlich durch die Nutzer selber. _Das_ ist das faszinierende dieses Projektes. Da passt sich die Sprache förmlich in Echtzeit an das Leben an.
Entspanne er sich ;-) Wir haben wohl einfach unterschiedliche Vorstellungen, was Qualitätssicherung ist...
Morgen ist frei (Süden :-) und es wird warm- soll heissen, ich bin entspannt. Und nun leg mal los, was du mit Qualitätssicherung meinst?
Unter "Diskussion" ist bei Wikipedia-Artikeln ja gut nachzuvollziehen, wie die Texte en detail diskutiert und korrigiert werden. Warum gehen Texte aber live, *bevor* sie auf diese Art und Weise konsolidiert werden? Mein Eindruck ist, dass die Diskussion über Artikel meist in gewissen Zyklen verläuft, es also immer wieder Stadien gibt, wo eine halbwegs konsolidierte Fassung erarbeitet wurde. Warum *die* dann nicht live stellen? Aktualität? Ja, ist ein Argument, aber bei einem *Lexikon* sicher nicht das stärkste.

Ich kenne das Argument, dass schwere Fehler sehr schnell korrigiert werden. Aber m.E. ist das Problem eben, dass überhaupt immer wieder Inhalte, die live stehen, korrigiert werden müssen. (Ja, ich weiß, dass auch etablierte Lexika Fehler machen. Aber das interessiert mich als *Wikipedia*-Nutzer, der ich ja auch bin, überhaupt nicht.)

Privat kann ich also damit leben, ich schätze die Wikipedia als schnelle Info-Quelle *ohne Gewähr* sehr. Würde ich mich zu 100% auf sie verlassen, also zB. in journalistische Artikel integrieren? Never ever. Und bitte: Das ist kein Misstrauensvotum gegen die Leute, die die Wikipedia stemmen und für sie schreiben. Es ist ein gewisses Unwohlsein, was die derzeitigen Mechanismen angeht.
Danke!

> Warum *die* dann nicht live stellen?

Weil es dann eine Kontrollinstanz geben müsste, die den Zeitpunkt des Livestellens bestimmen müsste. Wer sollte das sein?
Und ist es nicht gerade gegenüber anderen Lexika ein Vorteil, zumind. Eigenheit, das alle bestimmen, was drinsteht?

Dein "ungutes Gefühl" würde ich als Kontrollverlust deuten.
Mir geht es auch nicht um Aktualität, sondern um Interpretation. Es gibt kein Wort, das nicht mehrdeutig wäre. Was kann nicht "Hebel" alles bedeuten. Wörter haben oft eine/mehrere materielle Bedeutungen, dann soziale, dann emotionale, auch oft kognitive. Es gibt auch unterschiedliche Lexika, die je nach Thema Begriffe anders beschreiben oder von Zeit zu Zeit anpassen. Im Wiki passiert das "live", wegen seiner dynamischen Natur. Und dann ist die große Wiki kein Spezial- sondern Allgemeinlexika.

Egal auf welches Lexikon du dich verlässt, die Quelle sollte immer dabei stehen und bedeutet immer eine Einschränkung in der Benutzbarkeit eines Begriffes.
Bei Wiki kann es eben bedeuten, daß ein Begriff "gerade in der Diskussion ist". Entweder, weil er aktuell ist (z.B. "Rüttgers") oder weil seine Bedeutung sich gerade ändert. Hier kann ein kurzer Vergleich zweier Einträge mit der Britannica auch für einen Journalisten interessant sein?
Das Problem mit der Wikipedia ist, dass Einträge auch ganz verschwinden können. Ich habe einer Studentin ein Link zu einem Eintrag gemailt. Es war ein BWL/EDV-Begriff, der aus dem Englischen übernommen ist. Der Beitrag war gut strukturiert und umfasste IIRC ca. drei Bildschirmseiten.

Einige Zeit später fragte sie mich, ob das denn alles sein könnte. Auf einmal war eine Weiterleitung auf einen deutschen Begriff eingestellt (der IMHO nicht vollständig auf das Original passt). Alle Erläuterungen zum Original waren spurlos verschwunden.
Eigentlich bleiben die älteren Versionen erhalten..?

However, Joho the Blog hat grad einen Beitrag zur Wikipedia und einer der Kommentatoren sagt ganz gut, was ich meine mit bezug auf "kritischem Denken":

It's not the source (WikiPedia vs Britiannica) at the core of the issue, but the expectation/norm and fallbile notion of "authoritive" sources. It's time we all learn to think and question much more than we do.

Britannica does nothing at all the support critical thinking, since the assumption is, "It is pure and authority, and I do not have to question the content" or "I assume this is the abolsute truth". It is the world of parroting, cutting and pasting.

WikiPedia by being so-called "un authoritative" should and hopefully stir up the notion that all sources need questioning, dialogue, which is a Good Thing.

Don't blame WikiPedia if students are taking its content for the truth.

Posted by: Alan Levine on May 26, 2005 09:12 PM
Nein. Die älteren Versionen sind auch mit gelöscht. Mir ist schon klar, dass man normalerweise in der history eines Eintrags nachschlagen kann.
PS: Natürlich sollen sich Nutzer eine eigenständige Meinung bilden, aus mehreren Quellen Informationen sammeln und so weiter. Das ist alles selbstverständlich. Aber es funktioniert nicht mehr, wenn der Artikel schlicht verschwunden ist.
Das wäre natürlich ein Punkt für die Qualitätssicherung. Wo kämen wir hin, wenn jemand aus jedem Lexikon einfach eine Seite herausreisst..


 










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