Anil Dash listet sehr übersichtlich die einzelnen Diskussionswellen auf, die regelmäßig durch die Blog-Communities rollen. Mein Lieblingsklassiker ist: "The technology is boring/unimportant". Richtig. Aber wer redet über Technologie?
Dass ein junges Medium (oder besser: Format) sich viel mit sich selbst beschäftigt und häufig versucht, sich neu zu definieren, halte ich für ausgeprochen normal (man denke an die unzähligen Podcasts, die Podcasting zum Thema haben) und wahrscheinlich ist es sogar gesund.
Wenn ich mir ansehe, wie außerhalb der Blogosphäre über Blogs "diskutiert" wird, kann man den von Anil aufgezeigten Themen-Wiedergängern sogar höchste Intellektualität bescheinigen. Die unterschiedlichen Gesprächsniveaus im Heise-Forum und in der Blogosphäre zeigen sehr hübsch, was sich geändert hat: In den Interaktionsräumen des vergangenen Jahrhunderts agieren keine echten Menschen, sondern immer noch Scheinwesen, die sich hinter Nicknames verstecken. Die dortige Trollerei bleibt in der Offline-Welt ohne Relavanz. Blogs sind hingegen eine Weiterführung der realen Existenz in die Online-Welt hinein. Ich bin echt, ich habe einen Vor- und einen Nachnamen und wer will, kann mit mir heute Abend ein Bier trinken gehen. Ich bin keine Cyberexistenz und kein Hund, ebensowenig, wie der Großteil der übrigen Blogger. Das ist ein Kulturwandel, der da gerade stattfindet, das ist neu, das ist toll, aber das passt natürlich nicht allen.
