Das sind Anekdötchen, wie ich sie liebe: Wie die Baltimore Sun schreibt (Registrierung erforderlich -> bugmenot) ist Diana Schaub, eine der engsten Beraterinnen von G. W. Bush, entschiedene Gegnerin des therapeutischen Klonens von Stammzellen. Sie beruft sich dabei auf Abraham Lincoln und -- auf Star Trek.
"Both Lincoln and the Enterprise argue that there ought to be certain moral limits to the scientific project, and they help us articulate what those limits are", zitiert das Blatt die gute Frau. Und: "Cloning is an evil. It is slavery, plus abortion." Puh! Harte Worte (wohlgemerkt: wir reden über Stammzellen, nicht über die Reproduktion von Menschen).
Nun sind dererlei drastische Formulierungen im Land der begrenzten Unmöglichkeiten bekanntlich keine Seltenheit. Meist gehen sie einher mit dem Zitieren irgend einer Bibelstelle. Die Variante, den eigenen Standpunkt durch eine TV-Serie zu untermauern, kannte ich bislang allerdings noch nicht.
Schaub berichtet von einer Star Trek-Folge, "in which the crew answers an ancient distress call and finds a planet whose only residents are children, the result of a botched scientific attempt to prolong life".
Wie der schlummernde Trekkie in mir weiß, kann es sich dabei nur um die Episode namens Miri handeln. Dumm eigentlich, dass diese Story überhaupt nichts mit Klonen am Hut hat. Und mit Stammzellen erst recht nicht.
Aber man kann sich ja alles irgendwie hin biegen. Live long and prosper, Mrs. Schaub.
