Schreiben ist bekanntlich keine Kunst, sondern ein Handwerk, daher bin ich gegenüber abgehobenen Kreativitätskursen äußerst skeptisch eingestellt. Viel lieber sind sind mir solche handfesten Tipps, wie Stephen King sie auflistet. Zum Beispiel der hier:
Never look at a reference book while doing a first draft
Bis mir dieser Trick klar wurde, hab ich mich oft unnötig rumgequält. Wenn man versucht, während des Schreibprozesses sämtliche Fakten akkurat aufzuzeichnen, jedes Wort richtig zu buchstabieren und immer ein knackiges Synonym zu verwenden, ist das wie Autofahren in zähfließendem Verkehr. Anfahren, bremsen, anfahren, bremsen... Besser: Platzhalter verwenden. Ich schreibe die Segmente, die ich später austauschen will mittlerweile einfach in eckige Klammern. Das betrifft einzelne Worte, aber auch Fakten, die ich gerade nicht parat habe oder O-Töne, die auf irgendwelchen Ton- oder Datenträgern schlummern. Erst beim zweiten Durchlauf setze ich dann die richtigen Puzzlestücke ein. In der dritten Revision folgt die Politur: Fertig. Seitdem arbeite ich ungefähr doppelt so schnell.

Aber die Idee ist gut. Ich schreibe meine langen Texte gerne von Hand vor, am Rechner bin ich dauernd am korrigieren. Zudem sind auch durchgestrichene Sätze noch lesbar aber gelöschte nicht.