Es ist bestimmt drei Jahre her, seit ich sie das erste Mal sah. Sie fiel mir direkt auf und ich konnte die Augen nicht mehr von ihr lassen. Sie besaß diese schlichte Schönheit, die Schmuck und Beiwerk überflüssig macht. Und erst ihr Intellekt: Sie wusste Dinge, von denen ich noch nie gehört hatte. Manchmal hatte sie einen ganz eigenen Sichtweise auf die Welt und überraschte mich mit verblüffenden Themen und Thesen. Toll. Geist ist sexy.
Eine ganze Zeit lang war unsere Beziehung recht einseitig: Ich sah sie mir immer wieder von oben bis unten an, aber sie beachtete mich gar nicht. Vor einer Weile traute ich mich dann endlich, sie anzusprechen. Wir plauderten ein wenig, aber sie gab sich äußerst reserviert. Fast unnahbar. Das machte mich erst recht scharf.
In den darauffolgenden Monaten schrieb ich ihr ein paar Mal, rief sie an und versuchte sie durch Charme, Wortwitz und Intellekt zu beeindrucken. Sie war sehr freundlich, aber auch zurückhaltend. Wir flirteten zwar, aber stets zog sie sich im entscheidenden Moment zurück. Jungfräulich war sie bestimmt nicht mehr, aber halt seeehr sophisticated.
Irgendwann ging mir das Spiel schon beinahe auf die Nerven und ich dachte fast, sie hätte in Wirklichkeit überhaupt nichts für mich übrig, aber dann -- plötzlich und unerwartet -- wurde sie ganz weich und willig.
Wir trieben es auf dem Schreibtisch -- stundenlang. Satte 12.000 Zeichen pumpte ich mit meinem eisenharten Tastenanschlag auf ihre lustvoll gespreizten Seiten. Lesen kann man die bald in ihrer Februar-Ausgabe. Es war einfach toll. Jetzt bin ich aber wirklich geschafft und brauche dringend eine Zigarrette...
