Jeder ein Paparazzo



Die so genannten Presseausweise der so genannten Bild-Zeitung liegen mittlerweile (zumindest hier in Düsseldorf) an jedem zweiten Zeitungskiosk aus -- gratis versteht sich. Ich warte jetzt nur noch auf die Horden enttäuschter Teenies, die mit dem Pappscheiß vergeblich versucht haben, sich Zutritt zum Tokio-Hotel-Backstage-Bereich zu verschaffen.

Ist eigentlich schon irgend eine Hamburger Spaß-Guerilla dabei, eine "Leserreporter"-Belagerung von Kai Diekmann zu planen? Schließlich ist der ja auch irgendwie Promi. Und bestimmt freut er sich über so viel Engagement. Ich mein ja nur...



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...von nie-nie-nie) einen Eintrag, der den Begriff "Tokio Hotel" enthält. (Also niemals so etwas). Sonst erhälts Du Mails mit solcherlei Inhalt:hey !! Ich würde bitte bitte sehr gerne einen Backstage Pass für Tokio Hotel bekommen wenn das möglich ist ?? ...

Kommentare dazu:

Mich kotzt primär die damit verbundene Trivialisierung des Presseausweises an. Ich konnte ja noch mit ein paar Tausend Abzockern leben, die sich per erschwindeltem PA die Abos für Spiegel und CT vergünstigen lassen - aber nun müssen wir damit rechnen, dass bei jedem Dreck irgendwelche Spinner mit ihren "Presseausweisen" wedeln, und die ganze Branche Probleme bekommt. Wieviele Firmen werden ihre Pressevergünstigungen ganz einstellen, nachdem sie zwei Monate lang täglich 200 Absagen an "Leser-Reporter" erteilen mussten? Und bin ich der Einzige, dem schon der Widerspruch im Begriff "Leser-Reporter" aufstößt?

Andererseits ist die Demokratisierung von Journalismus und Öffentlichkeit im Sinne der BILD - die Qualität der "Leser-Reporter" ist ja keineswegs schlechter als die der festangestellten Hausschreiber. Der konsequente nächste Schritt: Auch BILD-Journalisten müssen ihre Artikel-Vorschläge an die 1414 schicken, und werden mit pauschal 500 Euro abgefunden.

Dritter Gedanke: Der "Leser-Reporter" - der Blogger des Print-Journalismus?

Und raus,

Torsten
Torsten, na, vielleicht ist dann eben endlich mal Schluss mit all den Pressevergünstigungen. Ist ja eh so ein deutsches Unding.
Pressevergünstigungen haben (in Maßen) ihre Berechtigung, und massenhafter Mißbrauch ändert daran nichts. Meckern tun darüber meistens nur die, die sie nicht bekommen. Wie du allerdings auf die Idee kommst, das sei ein "deutsches Unding", wüßte ich doch gerne. Meine Kollegen im Ausland werden nicht weniger begünstigt.
Meines Wissens sind solche Dinge zumindest hier drüben eher unüblich. Aber gut, kann mich auch irren.

Im Prinzip hab ich ja auch gar nichts gegen Pressevergünstigungen - ich würd mir aber ein bisschen mehr Erlichkeit wünschen.

Wenn das im Augen der Rezipienten alles gar nicht anstößig ist, dann können sie doch auch ruhig ihre Leser darüber informieren, oder? Zum Beispiel auf der eigenen Webseite ...

Wer dann beim detaillierten Auflisten seiner in Anspruch genommenen Vergünstigungen nicht rot wird kann sie von mir aus auch gerne weiter nutzen.
Janko, DA sind wir uns vollkommen einig. Full Disclosure nennt man sowas, und in den USA wird das erheblich strikter gehandhabt. Wäre ich für.
Passt doch: ein Ausweis, der vortäuscht, was zu sein, was er nicht ist. Von einer Stelle ausgegeben, die ebenfalls vortäuscht, etwas zu sein was sie nicht ist...
Ist es überhaupt rechtens, einen Presseausweis an Leute auszustellen, die keine JournalistInnen sind? Und werden die Leute, die ihn nutzen, damit zu Mitarbeitern von Bild? Und Bild damit mitverantwortlich für deren Handeln?
Ich mach mit, sag Bescheid, wenns losgeht ;)
Diekmann Paparazzi Ausweise gibts dann von mir.

...
@David Bauer: Wie bei BildBlog nachzulesen, hat sich der Springer-Verlag das Feigenblatt erlaubt, auf der Rückseite des "Presseausweises" in Mini-Schrift aufzudrucken, dass es sich nicht um einen Presseausweis im Sinne der Verbände halte. In WELCHEM Sinne dieses Ding ein PA ist, bleibt offen.

Ich warte auf den Tag, an dem sich bei einer mittleren Katastrophe ein Prolet mit dem Satz durch die Menge drängelt: "Lassen Sie mich durch, ich bin Leser-Reporter!"

Schöne Welt, schlechte Welt...
Wo ist das Problem? Das ist RGC [Reader Generated Content] im Jour 3.0 [Journalismus der 3. Generation]. Was im Web gut ist, kann doch für andere Medien nicht schlecht sein.
Das ist im Grunde nur eine recht clevere Marketing Idee. Die Leute partizipieren so an der Zeitung (oder denken es zumindest) und gewinnen somit eine größere Bindung zu ihr.
Passt doch: ein Ausweis, der vortäuscht, was zu sein, was er nicht ist. Von einer Stelle ausgegeben, die ebenfalls vortäuscht, etwas zu sein was sie nicht ist...
Ich mach mit, sag Bescheid, wenns losgeht ;)
Diekmann Paparazzi Ausweise gibts dann von mir.

Schöne Welt, schlechte Welt...

Ich warte auf den Tag, an dem sich bei einer mittleren Katastrophe ein Prolet mit dem Satz durch die Menge drängelt: "Lassen Sie mich durch, ich bin Leser-Reporter!"

Also ist es jetzt mehr Dummheit oder Dreistigkeit? Ich fand schon die Plakataktionen einen Hammer bei denen man Prominente, die bereits verstorben waren, zitierte und vor einen Karren spannte, der sicherlich nicht der ihre war... Aber Tote können sich ja bekanntlich nicht mehr wehren!


 










16.05.2008, 15:14

27.04.2008, 16:05

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03.02.2008, 1:02

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28.11.2007, 18:08

28.11.2007, 2:10

27.11.2007, 18:07

06.11.2007, 11:27


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