Meinungsfreiheit = frei von Meinung?

Letztens beschwerte sich ein Blogger bei mir darüber, dass ich in meiner kleinen Kolumne über die Blogosphäre seiner Ansicht nach zu viele A-List-Blogger zitieren würde und auch noch immer die gleichen. Ich beantworte das einfach mal öffentlich, weil sich in der Erwiederung eine Beobachtung und eine Aufforderung versteckt.

Zunächst: Es sind nicht immer die gleichen Blogs, die ich zitiere. Das ist Quatsch, ich achte nämlich darauf. Punkt. Dann: Ich zitiere das, was nach meiner subjektiven Auffassung entweder a) den Status einer Debatte spiegelt oder b) einen kontroversen Askept auf den Punkt bringt oder auch c) was einfach knackig formuliert ist.

Was mir in diesem Zusammenhang auffällt ist, wie frei von Meinung viele Blogger oft sind. Zumindest scheinbar. Oder sie sind einfach zu faul, diese aufzuschreiben. Nehmen wir spaßeshalber die Brandrede von Herrn Wiedeking: 15 Blogs linken auf diesen Text. Kaum eines enthält jedoch einen Kommentar, der über "finde ich auch" oder "Pflichtlektüre" o.ä. hinaus geht. Sicher: auch reine Linkblogs haben ihre Berechtigung, und auch meine Postings sind nicht immer romanlang. Wenn solche Einträge aber die Mehrheit bilden, wird es schlicht langweilig in der Blogwelt.

Interessanterweise scheint das ein spezifisches Phänomen deutscher Blogs zu sein. Copy & Paste, vielleicht noch drei, vier Worte, das wars. Woran liegts? Pisa? Formulierungsprobleme? Wortschatz verkifft? Rechtschreibschwäche? Faulheit? Angst? Schüchternheit? Keine Ahnung.

Lieber Weihnachtsmann Osterhase Gott Leser! Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wären es mehr publizierte Standpunkte, Meinungen und Ansichten in der deutschen Blogoshäre. Gerne kontrovers, gerne subjektiv und gerne auch polemisch. Blogs sind ein Kommunikationswerkzeug, man kann damit mehr sagen als "kuck mal da". Ich wünsche mir mehr Gespräche und weniger Einsilbigkeit (und das wünsche ich mir nicht nur, weil ich manchmal gerne mehr und besseres Futter für meine Kolumne hätte). Danke, lieber Leser für deine Aufmerksamkeit.



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...zu erlangen…. Ich werd’ da einfach mal wie die meisten Blogger keine Meinung zu haben. --> Comments » The URI to TrackBack this entry is: http://www.themaastrix.net/wp-trackback.php/186 No ...

Kommentare dazu:

find ich auch ;-)

eigentlich wollt ich aber nur darauf hinweisen, dass du nen mini-fehler beim verlinken gemacht hast:

http://www.sixtus.net/fr-aktuell.de/blogs/

soll heißen

http://www.fr-aktuell.de/blogs/

und wenn du's korrigiert hast, kannst du gern diesen sinnfreien kommentar löschen.

schönes wochenende,
marco
Danke für den Hinweis, schon korrigiert. Und nein, den Kommentar lösch ich natürlich nicht. Enthält er doch eine Zustimmung, wenn auch ironisch ;-)
Ich hab Blogs, die täglich 20 Links posten, noch nie verstanden. Wobei ich nicht behaupten will, dass meine bescheidenen Schritte in diese Gefilde da irgendwie besser dastehen. :-)

Anyway, vielleicht hat sich das Phänomen auch eh bald erledigt:

http://tinyurl.com/6apqs
Jo. In der Hinsicht sind weite Teile der sog. dt. Blogosspäre "meinungsfrei" aber voller SPON-Links. Flucht in die Subjektivität. Vielleicht ein Prä-Krisenphänomen. Clint Eastwood in Dirty Harry: Opinions are like assholes: Everbody has one. Insofern gibts da draussen noch zu wenig Arschlöcher. Lediglich vorwiegend Kuschelsubjektivisten mit kritischer Konsumneugier (Gadgets, Linux, Katzen plus hippe Lala) und garniert mit Networking-Illusionen. Und ach so poppig formulierter Zeitgeistlogorrhö......
Liegt vielleicht daran, dass die Meinungsmacher oft gleich eine Herde von Honks fast schon magnetisch anziehen. Das diese Honks Höhlen mit Internetanschluß haben und dann auch noch davon Gebrauch machen, dass ist quasi als Gratiszugabe zu sehen.
Denn wer in der Blogsphäre mal anderer Meinung ist (zB das Jamba gar nix falsch gemacht hat, sondern die Eltern der Klingeltonpleitekids), der wird schon ganz gerne mal ignoriert. Wenn er Glück hat. Wenn er Pech hat, dann fallen die Herden von Honks bei einem ein und hinterlassen einen Müllberg von anonymen Wortbrei.
Dann doch lieber öfters toter Fisch spielen und mit dem Strom treiben. Evt. noch ein wenig zum Himmel stinken, fällt man noch weniger auf.

Viele meinen wahrscheinlich das Meinungsfreiheit bedeutet, dass sie die Freiheit haben sich eine Meinung (eines Anderen) aussuchen zu können. Von selber denken war nie die Rede.
Könnte aber auch daran liegen, dass wir in einem Sozialstaat leben. Da teilt man ganz gerne. Am liebsten Meinungen. Ich bin aber für die Tote-Fische-Theorie. Die passt meistens besser.
Naja, so hart ins Gericht gehen muss man da nicht, denke ich. Der erste Schritt zur eigenen Meinung - sofern es um gesellschaftliche Themen geht - ist ja das Filtern von Quellen. Da kann man durchaus erstmal sprachlos bleiben, weil man sich nicht traut oder einem die eigenen Worte zu unwichtig vorkommen. Daß aber zumindest der Link gesetzt wird ist ja ein erstes Statement "Das deckt sich mit meiner Meinung,auch wenn ichs nicht so toll ausdrücken könnte". Die Kommentierung und Differenzierung kommt dann auch noch irgendwann.
Rumzumaulen undzu sugerieren, daß die Leute es sich einfach machen, schreckt die ja nur ab. Stattdessen lohnt es sich manchmal, bei dem ein oder anderen eine Diskussion in den Kommentaren anzufangen - dann kommen die persönlicheren Meinungen auch raus und man kann dann ja mal anmerken, daß es toll wäre, wenn man die öfter mal auf der Indexseite lesen könnte. Nur den Oberlehrer spielen finde ich dagegen zu einfach.
Da Du bei so einer pädagogischen Strategie natürlich die Macht der großen Zahlen gegen dich hast (40000:1), bleibt meines Erachtens nur die gute alte Publikumsbeschimpfung. Hat auch schon damals nicht wirklich funktioniert, birgt aber die Chance einerseits nicht zum Undercover-Oberlehrer zu verdorren (I know them, really;-)) und hat mehr Spassfaktor und daher mehr gelebte Identität. ;-)

Sowas wie Blogs sind halt gelebte Glockenkurven. Relevanztechnisch, niveautechnisch, katzentechnisch...
Zwischen der rechten und linken Hälfte gibt es nicht wirklich eine Verbindung. Ausser man ist auf einem weissen Schimmel und in schimmernder Rüstung zur Welt gekommen. Me not. ;-)
Mit Verlaub, mein lieber Herr Sixtus: Dein Blog strotzt auch nicht gerade vor Meinungen.
Ich mag solche Blogs auch lieber, aber derartiges hat in der Bundesrepublik keinen Platz. Und nicht zuletzt ist es so, dass sich hierzulande niemand positionieren, geschweige denn angreifbar machen möchte. Da schließe ich mich selbst natürlich ein.
Manchmal glaube ich, wer sich jüngerhaft den Meinungsführern andient, hofft, dass die dann so nett sind, im Austausch zur ungefragt angebotenen Loyalität Beachtung zu finden. Es ist aber auch nicht einfach, in der 'Blogospähre' als Neuling wahrgenommen zu werden, irgendwo kann ich diese Rufe nach Aufmerksamkeit verstehen.

Im übrigen sind einige Leute auch nicht zu viel mehr in der Lage, als Links zu setzen. Wenn die dann wenigstens gut sind, ist das doch schon mal ein Anfang.

Weiterhin glaube ich im Gegensatz zu falk, dass Positionierung durchaus ihren Platz hat und respektiert wird. Jedoch macht auch der Ton die Musik und oftmals sind die Töne der alternativen Meinungen nicht besonders gut gewählt.
Worüber sich Menschen so aufregen. A-List Blogger - worüber sollte denn Herr Sixtus sonst schreiben? Über die Katze von Frl. Soundso? Über den Kater nach durchzechter Nacht und fremder Frau von Blogger X? Entschuldigung, aber die Masse an Blogging-Software und Blogging-Anbieter macht es möglich, dass man Zugänge zu Texten erhält, die sonst da blieben, wo sie hingehören: Zwischen Front- und Backcover mit einem Schloss - für den Privatgebrauch.

Allerdings möchte ich persönlich nicht auch noch andauernd scheinbar eigene Meinungen anderer Menschen zu irgendeinem Thema hören. Um eine Meinung zu vertreten, sollte mensch a) auch eine eigene haben, und nicht die eines Mediums der freien Wahl und b) zumindest ansatzweise wissen, worüber mensch glaubt, eine Meinung haben zu müssen.

Warum Deutsche keine Meinung haben? Weil sie täglich ihre Meinung wählen können - unter dem Mantel der Objektivität transportieren deutsche Medien jeden Tag Meinungen - ob nun seriös oder boulevardesk. Und nun wähle! Das ist dann deine Meinung!

Ich halt es lieber mit Dieter Nuhr: "[...] Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten [...]"
Es scheint eine nicht enden wollende Geschichte zu sein... Vielleicht ist es einfach ein Grundkonstruktionsproblem der menschlichen Psyche, diese andauernde Erfordernis von Kategorisierungen, oder Schubladen, wie man mag.

Vielleicht bin ich auch ein wenig zu langsam mit meiner mentalen Verarbeitungsbreite, aber ich bin wohl immer noch nicht über die Frage hinaus, was denn eigentlich ein sog. "A-List-Blogger" ist.

Wenn ich einen blog betreibe, schliesst das dann automatsich das Ziel mit ein, ein ebensolcher "A-List-Blogger" zu werden? Wenn ich einen blog betreibe, in dem ich nach meiner Ansicht auf interessante Seiten, Zitate, eigene Bilder verlinke, betreibe ich in Deiner Argumentation damit automatisch einen "schlechten", weil vermeintlich meinungsfreien blog? Trage ich damit dazu bei, dass es "schlicht langweilig wird in der blogwelt"?

Könnte es nicht auch sein, dass nicht alle blogbetreiber freie Journalisten oder Studenten sind? Könnte es nicht sein, dass man als blogbetreiber gewisse Rücksichten nehmen muss bzgl. dessen, was man da so in die "blogwelt" setzt? Darüber kann man sicher streiten, aber ich persönlich kann und will längst nicht alles schreiben in meinem blog, was ich so denke. Das ist im Übrigen auch gar nicht die Intenttion meines blogs. Ist es zulässig, daraus mehr oder weniger automatisch auf Meinungsfreiheit bzw. Freiheit von Meinung des blogbetreibers zu schliessen?

Im übrigen setzt Kommunikation so ewtas wie Kommunikationskultur voraus, also die Fähigkeit, Standpunkte, die von den eigenen abweichen, in seine Überlegungen mit einzubeziehen, sie zu bewerten und zu diskutieren. Gern auch kontrovers.

Und wenn ich mir die Auseinandersetzungen zur vermeintlichen "blogossphäre", zur vermeintlichen "blogelite", zu Jamba und und und so anschaue, vermisse ich diese Fähigkeit zur konstruktiven Auseinandersetzung schon. Das scheint mir eins der Hauptprobleme zu sein. Mit deiner Beschreibung eines vermeintlichen spezifischen Phänomens deutscher blog a la Pisa etc. machst du dir das sicher ein bisschen einfach.

Es gibt deutlich mehr Farbschattierungen als schwarz und weiss...

Liebe Grüsse, kho

hey oze, grosse argumentationskette!
erst lamentieren über die dummen meinungskonsumenten, das ganze mit subtiler medienschelte verbinden und dann die dümmste vorstellbare, vorgefertigte meinung aus der nuhrschublade hervorkramen und hier ablaichen. meine meinung: super gemacht, du bekommst bald einen platz bei 7tage/7köpfe oder bei christiansen.
Stimme Ihnen zu! Beim Kommentar darf man ja so kurz sein!
Herr Niemeyer, der Ton macht die Musik, zweifelsohne richtig. Allerdings: Nicht ausschließlich - es gibt da auch noch Dinge wie Takt(gefühl) und anderes, was durchaus Einfluss hat. Und im Endeffekt zu Weichspülblogs führt.
(Politische) Meinung ist etwas unerwünschtes, erst recht wenn sie laut vorgetragen wird. Weil: Ist doch eh alles schon gesagt. Und keiner hat eine Lösung. Oder?
Es gibt keine einheitliche "Blogsphäre", kann es gar nicht geben bei der Masse. Wer hätte die Zeit alle zu lesen, dort zu kommentieren, zu disputieren oder mehr? Das klingt immer so überspannt, deutsch eben. Wenn es ein paar Blogger gibt die den höchsten Quoten hinterherhecheln und ihre Beliebtheit in den unüberprüften Stats von irgendeinem Blogbetreiber dem Narziss opfern, sollen sie doch. Das interessante an den Blogs und ihrer totalen Unterschiedlichkeit ist die Vielfalt. Es gelingt mir doch fast bei jedem Ausflug neue, für mich interessante Blogs zu finden. Jeder Mensch hat Vorlieben, Ansichten, Meinungen, so auch die Blogschreiber. Marios Problem ist also ganz banal: Ad 1: Es gibt halt Leute die unheimlich gerne auch einmal in der Zeitung stehen wollten, die sie doch sogerne als Holzzeitung abtun. Ad2: Auch ein Journalist hat Vorlieben und nur begrenzt Zeit zu lesen, auszuwerten, zu gewichten und ist fehlbar, auch wenn er es nicht gerne zugibt. Deshalb ist die Seite in diesem Sinne bei der FR begrenzt. Ad 3: In einer so hochfeinen Zeitung muß Journalist doch ernsthaft deutsch sein, mit Gewicht und allem, warum schreibt eigentlich die Online-Redakteurin nicht selbst die Seite, sie könnte es für MEINEN Geschmack wirklich besser. Ganz einfach das. Und weil dieses Problem halt besteht wird eben auf den Leser eingedroschen und die ach so blöde Blogwelt, ausserhalb der erfassten Zone, ausserhalb der eigenen Vorlieben. Aber dafür ist das hier ja sein Blog, nicht wahr? Wollte ich nur mal so gesagt haben. Nicht dass es wieder heißt die Blogwelt hätte keine Meinung. Nicht dass ich die Blogwelt wäre oder sie gar kennen würde. Ich bin nur ein klitzekleiner Teil von ihr. Wie diese Blog hier auch.
falk, ich glaube nicht, dass Taktgefühl zu Weichspülblogs führt, sollte es jedenfalls nicht. Weichspülblogs entstehen m.E. eher durch Gleichgültigkeit.

Eine Meinung ist nicht deswegen taktlos, weil sie abweicht oder polarisiert. Nur die Art des Vorbringens einer Meinung kann taktlos sein. Ich wünsche - auch politische - Meinung, bin ja schließlich in der Lage, mich damit auseinanderzusetzen. Wer unsachlich denkt, hat von mir nichts zu befürchten, nur wer unsachlich diskutiert.
Geht es hier nicht auch einfach nur um eine Stilentscheidung? Eine Entscheidung, wie ich meine eigene Person im Netz repräsentiert sehen will?

Und ist die Verengung, Blogs lediglich die parajournalistische Funktion von redaktionell ungebundenen (gerne auch politisch radikale) Speaker's Corners zuzugestehen, nicht etwas beschränkt?

In der massenmedialen Verarbeitung von Weblogs passiert dies derzeit. Gut: Journalistische AutorInnen mag dies vielleicht besonders betreffen und interessieren - aber sind daneben all die Hobby-Tagebücher, die Pubertätsprotokolle, die Selbstbefragungen, Schreibprojekte, die Musiklinklisten und all die versuchten und gescheiterten Anläufe, für sich selbst eine schriftliche Ausdrucksform zu finden darum gleich weniger wichtig?

Was sagt denn die Statistik? Wieviele Blogs im deutschsprachigen Raum (oder auch im englischsprachigen) erheben denn prozentual tatsächlich auch nur den Anspruch, als parajournalistische Kommentarkolumnen zum Linkzeitgeschehen gelesen zu werden?
bekenne mich schuldig, gehöre zu den 15 bloggern, die den Wendelin-Wiedeking-Porsche-Verarumung Artikel nur mit einem 2 Zeiler "Kommentar" verlinkt haben.
Warum werden diese Diskussionen zwischen bloggern (zufällige Leser können die kaum verstehen) über die richtige Form von blogs immer so dogmatisch?
Manche blogs sindn einfach Patchwork oder Collagen aus (elektronischen) Zeitungsschnippseln; na und ?
andere produzieren für den Bildschirm Textmassen, die ich wenn, nur ausgedruckt bereit bin (konzentriert) zu lesen.


Um nochmal auf des a-list blogger Thema zu kommen.
Warum sind denn die a-list blogger a-list blogger? Wörterausstoß, Links, Hits, Qualität vielleicht Tradition?
Nee, nichts von alledem. Das was ein A-List Blog zu einem A-List Blog macht ist, dass es als ein solches wargenommen wird, weil es viele lesen und interessant finden. Und DESHALB wird es auch verlinkt. Tatsächlich sind manche Leute so flexibel und ändern ihre Lesegewohnheiten, sprich die Blogs die sie regelmäßig lesen.
Wem jetzt die Bestätigung fehlt, verlinkt zu werden, ist jetzt vielleicht schnell dabei zu rufen: Halt! Ich schreib tierisch gut und schnell und hab höllisch interessante Themen und trotzdem verlinkt mich niemand.
Ja das ist natürlich schade denn wenn man sich die Arbeit macht, möchte man selbstverständlich Reaktionen.
Und hier kommt meine Meinung: Ich denke die Blogosphäre funktionniert soweit, dass interessante Blogs - wobei Interessantheit subjektiv ist - automatisch irgendwann hochgespült werden. Naiv? Gegenbeweise!
Die andere Sache, dass man von Bloggern wie dem Herrn Sixtus vielleicht erwartet auf die kleinen unentdeckten Perlen der Bloggerwelt hinzuweisen ist wohl eine Forderung die zumindest teilweise aus der Faulheit geboren wird. Man nehme dann doch die Möglichkeit war und konsultiere ein paar der x-tausend B-C-E List Blogs und man wird bestimmt fündig.


@mediumflow:

Parajournalistisch ist ein sagenhaftes Wort!

ich lasse es gerade auf meienr Zung zergehen.

Parajournalistisch.

Darf ich einen 'drauf setzten?

Die sogenannten A-Blogs nenen wir fürderhin Parablogs...

Die para und die anderen...

lol

mikel
Dachte ich mir gleich, das die A-Para-blogs nicht von dieser Welt sind.-)))

lg, kho
Solang es noch Parajournalismus ist (Gruß an Paranews, btw) und nicht Paria...
*schmunzel*
Sehr geehrter Herr Sixtus, so recht sie auch einerseits haben - andererseits kenne ich selbst die Problematik durchaus auch unter dem Aspekt, dass ich zu etwas eine Meinung habe, diese auch gerne kommunizieren würde - und dann ruft irgendein Kunde an und stört den Gedankengang. Ich gestehe, meist wird mir das spätestens nach der dritten Unterbrechung zu blöd.

Vielleicht mal mehr von zuhause aus bloggen & kommentieren. Aber dafür bräuchte ich erstmal Internet zuhause...
Ich glaube man findet genug Themen in der Blogosphäre und eigentlich auch genug Abwechslung zu vielen Themen, wenn man sich die Mühe macht danach zu suchen und eben nicht die schon breitgetretenen Pfade zu verfolgen.

Das in der FR mit gewisser Häufung dieselben Leute stehen dachte ich mir um ehrlich zu sein auch schon mal, und es liegt *nicht* daran, daß die Themenvielfalt in anderen Blogs nicht gross genug sei. Bei zigzehntausenden Aktiven findet sich da sicher was, wenn man sucht.

Allerdings sind die "klassischen" Themen Weblogs vs Journalismus und Copyright in der Tat oft nur bei denselben Leuten zu finden, niemand sonst interessiert sich lange genug ernsthaft für sowas ;-)
vielleicht droht "dem Journalismus" durch die blogs das Schicksal der Fotographen durch Pocketcameras.
Vom technisch und künstlerisch anspruchvollem Beruf zur Freizeitbeschäftigung.

In der Übergangsphase gab es viele Fotonarren, die sich mehr für die Ausrüstung als die Fotos interessierten.
Jetzt knipst jedes zweite Handy

Nur mal so: Die Fotoausrüstungssammler waren nie eine Gefahr für ernste Fotografen. Genausowenig sind es die Handyknipser.
Hmm, warum nur wird, wenn man Qualität will, das gleich mit Zensur in Verbindung gebracht? Wenn heute Roboter für 2,50 beim Aldi zu kaufen wären, mit denen man Autos bauen kann, die dann bedauerlicherweise zwar im heimischen Garten zwei Meter fahren auf der Straße aber zusammenbrechen, dann dürfte doch der eine oder andere Automechaniker sagen: Hey, wir bei VW, wir kennen uns aus, lasst Euch mal ein paar Tipps geben. Wenn aber Journalisten sagen: Hey Blogger, Du hast auch eine Verantwortung, Du darfst nicht jeden beschimpfen, Du musst auch ein wenig Respekt haben - dann ist das Zensur. Versteh ich nicht.
Thomas

Wer sind überhaupt die A-List-Blogger? Gibt es da üblicher Verdächtige, die ich kennen müsste? Manchmal geht es mir ja nur um das Füllen von Bildungslücken - und das man fein nicken kann wenn einer mit dem Namedropping anfängt.
@Herr Niemeyer
Handyknipser und Fotoausrüstungssammler mögen keine Gefahr für die Elite sein. Für einen durchschnittlichen Berufsfotografen ist es aber schon schwierig vernünftige Stundensätze zu erzielen, wenn jeder mindestens kostenlosen Knipser in seinem Bekanntenkreis hat.
Dito Webgrafiker contra "mein Sohn macht das nach der Schule".
Um das Bild vom Aldi-Roboter und VW-Mechaniker fortzuführen: vielleicht liegt die Zukunft eines Teils der ausgebildeten Profijournalisten in der Unterstützung von noch mehr bloggern?
Aber das klappt vermutlich nicht unter der Flagge "Journalismus"
@Rolf: Diejenigen, die im Bekanntenkreis einen kostenlosen Knipser haben, wissen gute Arbeit oftmals eh nicht zu schätzen.

Entscheidend ist doch nicht der Preis, sondern die Qualität. Motto: Wer mich fragt, ob ich für ihn fotografiere, der muss auch meinen Preis zahlen. Wem das zu teuer ist, der kann ja wen anders engagieren (wird schon sehen, was er davon hat). Aber zugegeben: In dieser günstigen Situation sind viele Berufsfotografen nicht.
@Herr Niemeyer

Seit Tsunami 1 sind einige (Foto)-Journalisten wohl etwas nachdenklich geworden. Das gleiche trifft für andere Bereiche der Berichterstattung zu.
Journalisten haben erkannt das sie nicht überall sein können und alles mitbekommen.

Der Preis ist sehr wohl ebtscheidend. Zumal wenn ich sehe das Bekannte von mir die gleiche Qualität liefern. Manchmal sogar bessere Qualität als Profis.
Um bei den Beispielen zu bleiben:
In der Werkstatt gebe ich 50-800 Euro für schlampige Arbeit aus und werde anschliessend mit Anwälten bedroht. Im Bekanntenkreis wird mein Auto mit sehr viel Liebe und Enthuiasmus repariert.
Ich kenne sehr viele Webseiten von "Profis" die unter aller Sau sind. Dafür gbt es jede menge Hobby-Webdesigner die einfach fantastische Arbeit abliefern.
Viele Blogger sind mir in ihrer Art des "Journalismusses" wesentlich sympathischer. Ist klar, sie bekommen auch von keinem Chefredakteur einen Maulkorb verpasst und ihre Beiträge werden weder aussortiert noch in der Länge beschnitten.

Blogger sind tatsächlich keine Konkurenz zu Journalisten? Genausowenig wie Hobbyfotografen zu "Profi"-Fotografen? Oder der Kumpel mit der Garage ist wirklich keine Konkurenz zur renomierten Werkstatt?
Ah ja. Da scheint jemand in einer anderen Welt zu leben.
Meine Meinung erfordert Platz, Herr Sixtus. Daher kommentiere ich Sie lieber bei mir.
Ralf, wir leben in derselben Welt. Ich nehme sie nur anders wahr.

Es kann sich glücklich schätzen, wer solche Bekannten hat wie Du. Und natürlich gibt es in jeder Profession auch schlechte Leute - in aller Regel: zu viele. Aus dem Hobbylager sind trotzdem nur die Perlen zu gebrauchen. Ein Großteil der Blogger, der Hobbyfotografen und Freizeitwebdesigner hätte auf dem jeweiligen professionellen Markt keine Chance. Und nein, ich habe nichts gegen die guten Amateure. Im Gegenteil, ich schimpfe selber oft genug auf die ganzen untauglichen Professionellen.

Zum Preis: Ich verlange, wenn ich mal arbeite, entweder 'richtige' Preise oder nichts. Von einem Bekannten kann ich nicht verlangen, was ein professioneller Auftraggeber zahlen würde. Aber ich verschenke die Leistung lieber, als dass jemand auf die Idee kommt, sie sei nur <Freundschaftspreis> wert.

Im übrigen glaube ich nicht, dass Blogger - bei aller Sympathie - zurzeit eine 'Bedrohung' für den Journalismus darstellen. Qualität hin oder her, seien wir doch mal selbstkritisch: Wer liest denn schon Blogs? Sind doch nur so'n paar Freaks. In welchen Bereichen kommen Journalismus und Blogs sich in die Quere: Meinung, Reportage, 'special interest', wo noch? Das lesen in der Zeitung doch auch nur die wenigsten, was interessiert die Leute da? Todesanzeigen, Sport, Vereinsberichterstattung im Lokalteil. Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Dein Tsunami-Beispiel. Qualität und kommerzieller Erfolg/Anzahl der Rezipienten hängen nicht unbedingt zusammen, siehe Quoten der RTL-Informationssendungen oder 'Bild'.

Was ich übrigens gerade gut finde: Wir praktizieren hier die von Mario verlangte Meinungsvielfalt.
Mich hatte im wesentlichen gestört, dass dein Kommentar in etwa so klang: "Amateure, PAH! Kannste alle in die Tonne kloppen!"

Ich gebe dir recht wenn du sagst, dass Blogs zur Zeit nur von wenigen gelesen werden. Grade schon deshalb, weil sie im Internet und somit nicht jedem zugänglich sind. Zeitungen liegen überall aus, da kann man auch mal im Vorbeigehen die Titelzeile lesen.

Aber Blogs haben auch einen Vorteil: Sie sind in der Regel kostenlos. Für eine Pauschale von x Euro (zB für die DSL-Flatrate) kann ich mir so viele Informationen besorgen wie ich nur konsumieren kann.
In Zeiten wie diesen, ist der Preis durchaus eine relevante Größe. Es gibt mehr und mehr Menschen die sich Qualität schlichtweg nicht leisten können. Sie können sich nicht mehr die breite Palette an gedruckten Informationen leisten.

Klar, man muss sich die Perlen raus suchen. Das gilt für den Hobbyfotografen, den Hobbymechaniker und auch für den Hobbyjournalisten (Blog). Doch die "Perlen" unter den Bloggern haben in den letzten Monaten auch viel bewegt. Denn selbst renomierte Blätter wie zB der Spiegel mussten Farbe bekennen das sie gelegentlich abschreiben.
Wäre das ohne Blogs auch so gekommen?
Ein anderes Beispiel wäre die Jamba-Diskussion. Diese ist wohl erst durch Blogs richtig ins Rollen gekommen. Hätte sich auch nur ein Journalist ernsthaft mit dem Thema beschäftigt wenn es Blogs nicht gegeben hätte?

Ich habe da so meine Zweifel ob Blogs nicht doch den Journalismus zumindest stark beeinflussen. Grade was die Themenauswahl und die Qualität von Artikeln angeht. Allerdings muss ich gestehen das es wahrscheinlich noch zu früh ist um ein wirklich gutes Resumee zu ziehen. Sprechen wir da doch noch mal in 1-1.5 Jahren darüber.

Für mich steht aber jetzt schon fest: Blogs avancieren zu Meinungsbildnern. Es wird nicht mehr alles geglaubt was gedruckt wird. Die Leser hinterfragen schneller und suchen sich zusätzliche Informationen.

Mein persönliches Blog hat keinen Journalistischen Anspruch. Dafür hat sich mein Verhalten gegenüber Informationen aus der Presse aber gravierend geändert seit dem ich tiefer in die Blogsphäre eingestiegen bin. Ich denke nicht das man Blogs von "aussen" betrachten kann. Man muss schon mal eine (kleine) Runde mitgespielt haben um zu erfahren was es heisst einen Artikel mit eigener Meinung zu schreiben, ihn gegen andere ggf. zu verteidigen und anschliessend seine Meinung ggf. zu korrigieren.
Hat man den Prozess einmal durchgemacht, dann sieht man die Presse oft mit ganz anderen Augen. Soweit zumindest meine Erfahrung dazu.
Ralf schrieb: "Blogs avancieren zu Meinungsbildnern. Es wird nicht mehr alles geglaubt was gedruckt wird. Die Leser hinterfragen schneller und suchen sich zusätzliche Informationen."

genau, sie erleichtern das Erkennen der Quellen, da über Blogs der Informationsaustausch etwas einfacher ist. Wenn einer abpinnt, dann merkt das ein Blogger in den USA, das liest hier einer etc.

Auch vor den Blogs hatte ich irgendwann festgestellt, dass man dank Internet in viel mehr Zeitungen reinschauen kann als früher. Und dann merkt man, wie sie einige Sachen publiziert werden, wenn es gerade passt. Oder dass die Redakteuere auch nur die Pressemitteilung mit eigenen Worten wiedergeben, oder dass (unter eingeflochtenem Quellenhinweis) einfach die Meldungen der Konkurrenz wiedergegeben werden.

Ich vermute, das war schon immer so. Nur jetzt kommt es raus.
Bin ganz Deiner Meinung. Beim Thema Hommingberger Gepardenforelle wird auch viel zitiert. weiter so
"Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wären es mehr publizierte Standpunkte, Meinungen und Ansichten in der deutschen Blogoshäre."

Es gibt die Meinungen... nur leider gibt es auch sehr viele Blogs, fast zu viele, die nicht mehr als Blog sondern als "Artikelverzeichnis" oder als Linkbasen missbraucht werden. Aus diesem Grund muss man schon eine gute Suchmaschine verwenden, um überhaupt etwas zu finden. Dazu kommt, dass nur wenige ihre Gedanken so gut formulieren können wie Du.

Fakt ist für mich, Meinungen werden weniger. Mainstream ist angesagt, auch beim Denken.

Wer widerspricht ist ein Querdenker und das Wort alleine ist schon negativ behaftet. Wer getraut sich denn schon noch, seine Meinung zu publizieren und danach einen Job zu suchen??


 










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