Scheitern schmeckt nicht gut. Erfolg ist natürlich wesentlich leckerer. Trotzdem oder deshalb: Wenn irgendetwas realistisch keine Aussicht auf Erfolg hat, sollte man wohl besser die Reißleine ziehen und den Teller voll versalztem Scheitern auslöffeln, als weiter vom schmackhaften Erfolgs-Büffet zu träumen und dabei sehenden Auges in eine Katastrophe zu schliddern.
Ich schreibe das hier, um mir künftig eine Menge Einzelerklärungen zu ersparen: Gerade hab ich den Verlag darüber informiert, dass es dieses Buch nicht geben wird. Punkt.
Der eine oder die andere von euch wussten ja, dass ich an einem Buch über die Blogosphäre arbeite. Genauer: Arbeitete. Gerade hab ich die Brocken hingeschmissen. Schluss, aus, vorbei. Scherbenhaufen statt Manuskript.
Der Grund ist so simpel wie alltäglich: Mir fehlt die Zeit, weil mir das Geld fehlt. Ich habe zwar meinen Dezember-Urlaub größtenteils an der Tastatur verbracht und bin tatsächlich ein hübsches Stück vorangekommen, von den vereinbarten 400.000 Zeichen bin ich aber noch einige Lichtjahre entfernt. Weitere Kreativ-Monate übersteigen nun aber dummerweise meine finanziellen Reserven. Ab sofort muss wieder Geld verdient werden. Ganz banal. It's that simple.
Klar, ich könnte die Später-Abend-und-Wochenend-Schreiberei nutzen, um mit dem Ding zurande zu kommen, aber ehrlich gesagt: Dann wäre erst recht kein Ende in Sicht. Die Bloggerei ist in dieser Form ein Phänomen genau dieser Zeit. Ein Buch auf dem qualitativen Niveau, wie ich es angestrebt hatte, existiert im deutschsprachigen Raum zwar noch nicht, aber es müsste eben sehr bald erscheinen und nicht erst 2007. Und ich schreibe lieber ein gutes Buch nicht, als -- aus Zeitmangel -- ein schlechtes.
Daher: Lieber eine Ende mit Frust, als Frust ohne Ende. Vielleicht schafft es in Deutschland ja irgendjemand außer mir, das Thema endlich mal anständig zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Würde mich freuen.
Ich kapituliere. Weiße Fahne. Herr Sixtus gibt auf. Sorry. Und: Danke im Voraus, dass ihr mich nicht weiter auf dieses Thema ansprecht. Sehr taktvoll.
