Liebes Tagebuch

Am Montag bin ich ins schöne Dortmund gereist. Dort habe ich ein paar Webseiten angeschaut und gesagt, wie ich die finde. Wenn ich die gut gefunden habe, die Webseiten, und ein paar andere Leute die auch gut gefunden haben, dann sind die auf eine Liste geschrieben worden. Die Webseiten, nicht die anderen Leute. Das nennt man "nominieren". Wenn jetzt noch ein paar noch andere Leute ein paar Webseiten auf dieser Liste ganz toll finden, dann kriegen die einen Preis. Die Webseiten, nicht die noch anderen Leute. Aber der Reihe nach:
Das ist der Bahnsteig von Düsseldorf. Der heißt so, weil man da in die Bahn steigt. Kann man sich gut merken.


Auf diese Wand schaut man, wenn man auf den Zug nach Dortmund wartet. Das haben die Leute von der Bahn extra gemacht, damit man sich schon mal daran gewöhnt, wie es in Dortmund aussieht und keinen Schreck bekommt, wenn man da ist. Das finde ich sehr nett, von den Leuten von der Bahn.



Das ist das Hotelzimmer in Dortmund. In Dortmund hat ein Hotel mit solchen Zimmern vier Sterne. Stände das Hotel in Düsseldorf, hätte es zwei Sterne, stände es in Köln, hätte es acht. Das nennt man "relativ".


Über das Bett haben die Dortmunder ein Bild gehängt, damit das da nicht so leer ist. Auf dem Bild sind blaue Blumen. Das ist praktisch, denn Bilder verwelken nicht und man muss sie auch nicht gießen. Ob das Zimmer ohne das Bild fünf Sterne haben würde, weiß ich nicht.


Der Fernseher in dem Zimmer in dem Hotel in Dortmund, wusste, wie ich heiße. Toll. Auch wenn er mich "Herrn" und nicht "Herr" genannt hat. Aber die Leute in Dortmund reden alle etwas komisch. Darum reden die Fernseher wohl auch so. Das nennt man "Mundart". Auch, wenn so ein Fernseher gar keinen Mund hat. <überleitung> Aber a pro pos Mund...


... Zuerst haben wir uns ganz viel Essen auf den Teller getan und danach in den Mund. </überleitung> Das haben wir gemacht, damit wir beim Webseitenankucken keinen Hunger bekommen. Das wäre nämlich doof, wenn da alle essen und mit vollem Mund sprechen würden.


Das ist der Peter. Der Peter schreibt eigentlich darüber, was im Fernsehen gut und schlecht ist. Weil er sich darum mit gut und schlecht auskennt, darf er heute auch Webseiten ankucken. Und weil er sich so darauf freut, hat er sich eine Zigarette angezündet, zeigt mit der nach oben und drückt mit dem Daumen auf seinen Kopf. Das macht er immer, wenn er sich freut, der Peter.


Das ist die Vicky. Die Vicky freut sich auch. Daher hat sie sich auch eine Zigarette angezündet und hält die nach oben. Wie der Peter. Aber mit dem Daumen auf ihren Kopf drücken, das wollte die Vicky nicht. Obwohl ich "bitte" gesagt habe.


Das ist die Claudia. Die Claudia ist die Vorsitzende der Kommission. Also eigentlich eine Hauptkommissarin oder so etwas. Die Claudia freut sich auch. Aber man sieht das nicht so gut, weil sie sich keine Zigarette angezündet hat. Ist aber egal. Man weiß es ja.


Der Flur, vor dem Zimmer, wo wir reingehen mussten, war ganz sauber und frisch geputzt.


Das Klo auch.


In dem Zimmer war es ganz dunkel, damit die Webseiten besonders hell aussahen. Der Marc hat uns immer eine Seite gezeigt. Dann haben wir geredet und dann haben ein paar von uns die Hand hoch gehoben und ein paar von uns nicht. Das war ganz schön anstrengend.


So sieht das aus, wenn Leute kucken.


Aber wir waren ja nicht nur zum Spaß da, sondern mussten viel erledigen. Zum Beispiel mussten wir zwischendurch immer ganz viel Kaffee trinken und Kekse essen. Keffee und Kekse haben die Leute von dem Hotel immer wieder da hin gestellt. Das war ganz schön anstrengend.


Wenn man aus dem Fenster gekuckt hat, sah das so aus. Aber um uns das anzukucken waren wir ja nicht da. Trotzdem haben wir immer wieder auch das angekuckt. Manchmal heimlich.


Wenn wir keine Kekse essen und keinen Kaffee trinken mussten, mussten wir immer ganz viele Zigaretten rauchen. Die Vicky und der Willi haben uns dann vorgemacht, wie das geht. Wir haben das dann alle nachgemacht. Nein, nicht alle. Wer gerade Kekse im Mund hatte, durfte nicht rauchen, weil das doof aussieht.


Hinterher mussten wir noch in die Bar gehen und Alkohol trinken. Der Herr Hagedorn (rechts) hatte sein Bier schon ausgetrunken, aber ist trotzdem sitzen geblieben. Das war gegen die Regeln. Darum sieht der Kai (links) ihn so strafend an. Man muss sich immer an die Regeln halten, finde ich.


Am nächsten Morgen sah der Nils etwas müde aus. Aber das durfte man. Müde aussehen war nicht verboten.


Der Kai sah nicht müde aus. Das war auch nicht verboten. Fand ich aber doof. Nicht müde aussehen, sollte verboten werden. Immer.


Am Ende hat die Claudia uns noch einen tollen Zaubertrick gezeigt. Sie hat einfach ein Glas Wasser getrunken und auf einmal sind ihre Augen rot geworden. Das fand ich super. Sie wollte uns aber nicht sagen, wie das geht.

Dann bin ich wieder zurück gefahren. Und wenn Ihr jetzt wissen wollt, wer auf der Liste steht, wo die Webseiten draufstehen, die noch andere Leute ankucken müssen und wo die noch anderen Leute sagen müssen, ob sie die gut finden und die dann einen Preis kriegen (die Webseiten, nicht die noch anderen Leute), dann darf ich Euch das nicht sagen. So sind die Regeln. Und an die Regeln muss man sich halten. Immer.



Pingback: farblogg

...Danke für die Erklärung Herr SIXTUS. Und ebenfalls Danke für die nette Berichterstattung von der Nominierungskommission für den Grimme Online Award. Die Reisende am 13.05.2004 | 01:06 | verständigung [0] comments [0] ...

Kommentare dazu:

Vielen herzlichen Dank. Ich habe viel gelernt, gelacht, beides.
Aber den Herrn Nils den find ich hübsch.
Ich schließe mich dem Herrn Roell an. Und möchte euch Journalisten nicht noch mal meckern hören, vonwegen "ihr stündet IMMER unter Zeitdruck" und hättet "kaum noch Zeit zum essen". Also wirklich.
;)
Dann kann das mit den intellektuellen Seiten ja nichts werden, wenn nur geguckt wird. :-))
hey mario!
ich sage dir einfach mal dankeschön. vielleicht hast du ja maßgeblich dazu beigetragen, dass phlow nominiert wurde.

danke dir. der moritz
Hallo Herrn Sixtus,
das ist ja eine sehr nette Dokumentation! Aber das mit den acht Sternen in Köln hast Du vermutlich verwechselt. Kommst Du denn wohl gebürtig aus Düsseldorf?
Viele Grüße,
Claudia

Selbst für mich als Dortmunder sehr lustig ;)


 










20.10.2008, 14:58

26.09.2008, 14:56

06.09.2008, 4:16

14.08.2008, 19:12

05.08.2008, 11:50

27.06.2008, 13:08

18.05.2008, 1:16

16.05.2008, 15:14

27.04.2008, 16:05

21.03.2008, 22:17

03.02.2008, 1:02

16.01.2008, 18:04

09.01.2008, 21:37

20.12.2007, 1:55

13.12.2007, 16:18


Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.