Wenn ein Amtsgericht den Betreiber einer Website wegen Volksverhetzung verurteilt, ist das normalerweise höchstens eine Geschichte für die Lokalpresse oder Web-Foren. Der Fall "Alvar Freude" verdient jedoch eine genauere Betrachtung.
Von Mario Sixtus
Alvar Freude wirkt nicht so, wie man sich einen Neo-Nazi vorstellt. Gemütliche Statur, ein rundes Gesicht, das gerne lacht, lange Haare, zu einem Zopf gebunden.
Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal 305 des Stuttgarter Amtsgerichts hält Freude niemand der Anwesenden für nur im entferntesten rechtsradikal. Im Gegenteil. Der Kommunikationsdesigner hat sich seit seiner Studienzeit für digitale Bürgerrechte eingesetzt. Für seine Abschlussarbeit erhielt er den internationalen Medienkunstpreis 2001.
Selbst Staatsanwalt Apostolos Milionis, der während der Verhandlung Freudes Ausführungen stets mit einsilbigen Unwillensbekundungen unterbricht, räumt während einer Pause vor Medienvertretern ein: "Natürlich ist er kein Nazi, das weiß ich auch." Alle wissen das. Und trotzdem wird Strafrichterin Mahringer Freude kurz darauf schuldig sprechen. Schuldig der Volksverhetzung und "Zugänglichmachung" von Nazi-Propaganda. Wie konnte es soweit kommen?
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Internet-Werbung galt einst als Geldesel. Sie sollte der Kraftstoff für die New Economy sein. Kurz danach wollte niemand mehr etwas damit zu tun haben. Nach turbulenten Jahren zwischen Euphorie und Depression ist die Branche nun in der Realität angekommen.
Von Mario Sixtus
Vor fast genau zehn Jahren tauchte das erste Mal ein Werbebanner im Web auf. Das amerikanische Magazin Wired startete am 24. Oktober 1994 seinen Online-Ableger "Hotwired", der sich ausschließlich durch Internet-Werbung finanzieren sollte. Stolze 30.000 Dollar im Monat kostete eine Bannerschaltung damals. Und: unglaubliche 40 Prozent der Besucher klickten seinerzeit auf die erste Werbegrafik des Telekommunikationskonzerns AT&T.
In der nachfolgenden Dekade überschlugen sich die Ereignisse. Das erfolgreiche Banner-Experiment beflügelte die Phantasie von Firmengründern und Fantasten. Online-Werbung galt plötzlich als Geldbringer für nahezu jedes Dotcom-Projekt. Die wildesten Businesspläne wurden rund um Einnahmen geschmiedet, welche die kleinen Reklame-Grafiken bringen sollten. Nach dem Platzen der Internet-Blase im Sommer 2000 schwenkte dann auch die öffentliche Meinung um 180 Grad. Online-Marketing galt vielen als ineffizient, anderen sogar als Spinnerei.
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Microsoft steht vor Gericht: Am Donnerstag beginnt vor dem Europäischen Gerichtshof die Anhörung im Kartellverfahren gegen den Windows-Hersteller. Damit beginnt das nächste Kapitel einer scheinbar unendlichen Geschichte. Doch in dem Verfahren kann es eng werden für den Software-Giganten aus Redmond.
Von Mario Sixtus
Höchstpersönlich war Microsoft-Chef Steve Ballmer vom Firmensitz, dem Seattler Vorort Redmond, nach Brüssel geeilt, in der Hoffnung EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti in letzter Sekunde umzustimmen. Vergeblich. Am 24. März dieses Jahres trat Monti vor die Presse und verkündete: "Die Europäische Kommission ist nach fünfjährigen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Microsoft Corporation gegen Europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen hat."
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Die Internet-Gemeinde bejubelt die Festnahme eines mutmaßlichen Filmpiraten. Eine Lobby-Organisation ermittelt für die Staatsanwaltschaft. Tausende von Kundendaten stehen ungeschützt im Netz - Die Hintergründe des aktuellen Raubkopierfalles "FTPWelt", rund um den Münchner Anwalt S., reichen von skurril bis suspekt.
Von Mario Sixtus
Wer sich oft in Internet-Foren herumtreibt weiß: Das illegale Kopieren von Software, Musik oder Filmen wird hier zumeist als Kavaliersdelikt angesehen - wenn überhaupt. Links zu Download-Quellen oder Tipps zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen verbreiten sich auf den Diskussionsbrettern im Web schneller als ein Schnupfen im Winter. Um so erstaunlicher, dass am vergangenen Donnerstag in vielen Foren ein mehrstimmiger Jubelchor ausbrach, als die Nachricht von der Verhaftung des Münchner Rechtsanwalts Bernhard S. die Runde machte. S. wird vorgeworfen, illegal hergestellte Filmdateien in großem Stil angeboten zu haben - gegen Bezahlung.
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Man nennt sie Spyware oder Adware und sie sind mindestens so verhasst wie Email-Spam: Programme, die das Surfverhalten von Internetusern ausspionieren und unerwünschte Werbefenster anzeigen. Tatsächlich werden in dieser Grauzone des Marketings Millionen umgesetzt. Auch namhafte Unternehmen profitieren von der fragwürdigen Technik.
Von Mario Sixtus
Wenn ein Unternehmen an die Börse geht, dann präsentiert es sich im Vorfeld stets im besten Licht. Auch die Zahlen, die das US-Werbeunternehmen Claria im Frühjahr dieses Jahres vorlegte, lesen sich beeindruckend. 90 Millionen Dollar hatte die kalifornische Firma im Jahre 2003 durch Internet-Werbung umgesetzt und dabei einen Gewinn von 31 Millionen Dollar erwirtschaftet. Das entspricht einer beachtlichen Umsatzrendite von 31 Prozent. Der Online-Vermarkter arbeitet also in etwa dreimal so rentabel, wie der Suchmaschinenbetreiber Google, der seine Einkünfte ebenfalls durch Werbung erzielt. Der Börsengang sollte die Krönung der Erfolgsgeschichte von Claria sein.
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Fahrräder drucken SMS-Nachrichten auf die Straße, Radiosender funken aus Rucksäcken und kapern Frequenzen. George W. Bush fördert die Kreativität seiner Landsleute - aber wohl ohne es zu wollen. Denn mit teils skurrilen Aktionen gehen Computer-Spezialisten - die so genannten Nerds - gegen ihren Präsidenten auf die Straße.
Von Mario Sixtus
Wer schon immer George W. Bush seine Meinung sagen wollte, kann das auf der Website von Joshua Kindberg tun. 120 Zeichen stehen dafür zur Verfügung. Ob der US-Präsident diese Nachricht jemals lesen wird, ist zwar äußerst fraglich, immerhin wird die Botschaft aber auf den Straßen von New York zu lesen sein: zusammengesetzt aus Kreidebuchstaben, jede Letter so groß wie eine Zeitungsseite.
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Weblog-Autor gewinnt kuriosen Internet-Wettbewerb
Von Mario Sixtus
Was um alles in der Welt ist "Nigritude Ultramarine"? Und wieso listet Google mehrere hunderttausend Webseiten zu diesem Thema auf? Weil diese Seiten nur dazu da sind, um von Google gefunden zu werden. Und weil sie Überbleibsel eines skurrilen Wettbewerbes sind, bei dem es um nichts anderes als die Glaubwürdigkeit der größten Suchmaschine ging.
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Internet-Nutzer besorgen sich TV-Serien im Web
Von Mario Sixtus
"Medienkonvergenz" - das war eines der Zauberworte zu Zeiten des Internet-Booms Ende der 90er Jahre. PC und Pantoffelkino sollten verschmelzen; die Multimediawelt im Wohnzimmer sollte Internetprovider und Anbieter von Entertainment-Inhalten gleichermaßen reich machen. Einige Jahre und einen Börsenkrach später sieht es danach aus, dass Fernsehen tatsächlich immer öfter aus dem Netz kommt - aber ohne Bezahlung.
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Internationale Weblog-Konferenz - Debatte über deutsche Online-Journale
Von Mario Sixtus
Für die einen sind sie Vorboten einer Medienrevolution, die anderen tun sie als Teenager-Hobby ab. Die Rede ist von Weblogs, jenen kleinen, meist nur von einer Person betriebenen Online-Magazinen, die in den USA bereits ein Massenphänomen geworden sind, hierzulande jedoch oft genug nur abschätzig belächelt werden.
Vielleicht ist ja die Presse daran schuld: In Ermangelung eines griffigen Vergleiches nutzen die deutschsprachigen Berichterstatter allzu gerne den Begriff "Online-Tagebücher", wenn sie Weblogs meinen. Das mag einer der Gründe dafür sein, dass Selbstpublizisten im deutschsprachigen Raum sich stets des Vorurteils erwehren müssen, lediglich Privates und Banales im Web zu veröffentlichen. Aber auch die Dienstanbieter haben an diesem Image mitgestrickt: "In Deutschland haben wir uns anfangs zu intensiv auf eine sehr junge Zielgruppe konzentriert", sagt Stefan Glänzer, Chef des Weblog-Services 20six, zu heute.de. Selbstkritisch gesteht er ein: "Wir haben sehr viel dazu lernen müssen."
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"Undergroundbattle" bringt Videospiele auf die Straße
Von Mario Sixtus
Spiele unter freiem Himmel - nichts Besonderes? Fast nichts Besonderes, wenn da nicht das Laptop, der Beamer und die hohe Fabrikwand wären. "Undergroundbattle" nennt sich das und die Straße ist als Spielplatz gerade groß genug. In Köln wurde - fast heimlich - Premiere gefeiert. Weitere Aktionen sollen folgen.
Die Straße in Köln-Niehl bildet die Grenze zweier Lebensräume: Auf der einen Seite fallen Wiesen zum Rhein ab, hinter der anderen Straßenseite beginnt ein Industriegebiet. Fabrikgebäude, Lastkräne und die Silhouette eines Kraftwerks heben sich leicht gegen den beinahe schwarzen Himmel ab. Es ist 23 Uhr und die Gegend ist nahezu menschenleer. Manchmal kommen ein paar Radfahrer vorbei. Einmal fährt das Auto eines Wachdienstes vorüber.
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