Emanuele Aliberti und sein weltweit verteiltes Team von Open-Source-Programmierern stricken am alternativen Betriebssystem der Zukunft. Ihr Ziel: Absolute Kompatibilität zu Windows, aber kostenlos, sicherer und unkomplizierter. Ein Alptraum für Microsoft, ein Traum für PC-Nutzer.
Von Mario Sixtus
Wenn man Programmierer nach ihren gerade laufenden Projekten fragt, füllen sich ihre Augen normalerweise mit Glanz und ihre Sätze mit Superlativen.
Nicht so bei Emanuele Aliberti. Der sechsunddreißigjährige Systemadministrator aus Italien bittet uns: "Packen Sie nicht soviel Begeisterung in den Artikel." Na gut, wir werden uns bemühen. Aber warum? "Das ist die Art, wie Microsoft über Windows redet. Bitte sagen Sie, dass ReactOS nicht Windows ist, genauso wie Linux nicht Unix ist." Was wir hiermit erledigt hätten.
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Steckt ein verurteilter Krimineller hinter der mysteriösen Filesharing-Börse Earthstation 5? Gibt es Verbindungen zur Spam-Szene? Die Spur führt von Israel nach Mexiko - und zu Stephen Michael Cohen, per Haftbefehl gesuchtem Ex-Halter der Domain Sex.com.
Von Mario Sixtus und Oliver Eberhardt
Die Tauschbörse Earthstation 5 (ES5) verspricht wahre Wunderdinge: Anonymisierung der Userdaten, Verschlüsselung, ein Angebot neuester Film- und Musikdateien und nicht zuletzt Sex-Videos. Das ganze gratis und werbefrei und juristisch unangreifbar, durch einen Unternehmenssitz in einem Flüchtlingslager innerhalb der palästinensischen Autonomiegebiete.
Doch ganz koscher scheint "ES5" nicht zu sein: SPIEGEL ONLINE berichtete. Unsere Nachforschungen förderten seinerzeit einen - offenbar nur virtuell existierenden - israelischen Internet-Provider namens Speednet zu Tage, stießen auf eine Earthstation V Ltd im Firmenregister des Steuerparadieses Vanuatu und führten schließlich zum real existierenden israelischen Telekommunikationsunternehmen Golden Lines, über dessen Netz die ES5-Daten angeblich ohne Wissen des Unternehmens in alle Welt geschleust wurden.
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Eine neue Filesharing-Börse behauptet, ihren Firmensitz in einem Flüchtlingslager im palästinensischen Dschenin zu haben, doch die Spuren ihrer Datenleitungen verlieren sich zwischen Wüste und Vanuatu. Was ist dran an den palästinensischen Peer-to-Peer-Piraten?
Von Mario Sixtus und Oliver Eberhardt
Der Musik- und Filmindustrie droht neues Unheil: Mit Hilfe von Kryptografie und durch Verschleierung der Transferwege soll es die nächste Generation der P2P-Clients Coyright-Detektiven zunehmend erschweren herauszufinden, wer gerade was mit wem tauscht.
Blubster, Filetopia, Waste und XS heißen diese Tarnkappentools, die den Datenpiraten anonyme Kaperfahrten ermöglichen sollen.
Die größten Töne spuckt allerdings ein Unternehmen namens Earthstation 5. In einer Presseerklärung fordert Gründer und Präsident Ras Kabir die amerikanische Film- und Musikindustrie heraus: "Wir haben Krieg mit der RIAA und der MPAA. Wir haben nun die Kontrolle, es gibt keine Möglichkeit, uns zu stoppen." Und: "Die User brauchen sich keine Sorgen mehr zu machen, was sie tauschen oder mit wem, sie sind ab sofort absolut anonym."
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Die Menschen sammeln sich spontan: Dutzende, Hunderte, irgendwo, irgendwann. Dann stellen sie kurz ein paar skurrile Dinge an und verschwinden wenige Augenblicke später wieder im Nichts. So genannte Flash Mobs, die sich weltweit immer häufiger in den Großstädten bilden, sind ein Riesenspaß - mit revolutionärem Potenzial.
Von Mario Sixtus
Manhattan an einem Sommerabend. Genau um 19:07 Uhr betreten auffällig viele Personen das luxuriöse Hyatt Hotel direkt neben der Grand Central Station. Insgesamt einige Hundert Personen verteilen sich in der ersten Etage gleichmäßig um das Geländer, das die häuserblockgroße Hotellobby umringt und starren derart neugierig in die Eingangshalle hinab, dass man vermuten könnte, dort würden sich Britney Spears, Michael Jackson und der Papst in personae aufhalten.
Genau fünf Minuten später brechen die überwiegend jungen Leute in einen fünfzehnsekündigen, tosenden Applaus aus, nur um direkt im Anschluss daran das Gebäude eilig wieder zu verlassen und die verwirrten Gäste nebst verunsichertem Hotelpersonal in der Nobelherberge und in Ratlosigkeit zurückzulassen.
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Drei vermummte Frauen sorgen mit "Burka Blue" für den Szene-Sommerhit der Saison: Afghanistans erster Pop-Export, die Burka Band, spielt ironisch mit gesellschaftlichen Traditionen und Konventionen und ist das Resultat eines kleinen, unbürokratischen Hilfsprojektes des Düsseldorfer Labels AtaTak.
Von Mario Sixtus
Die Wahl zum Szene-Sommerhit des Jahres 2003 ist offensichtlich gelaufen. Seit Wochen wird der Song "Burka Blue" nun zwischen In-Clubs, Indie-Zeitschriften und Videoclip-Sendestationen hin und her gereicht, und auch so mancher Feuilletonist fühlte sich mittlerweile zur Stellungnahme berufen.
"You give me all your love, you give me all your kisses, and then you touch my Burka and do not know who is it" wird in "Burka Blue" von einer Frauenstimme radebrechend über ein holpriges Schlagzeug geabzählreimt, während ein flockiger Knurpsel-Bass eifrig hüpfend damit beschäftigt ist, das fragile Konstrukt am Auseinanderfallen zu hindern.
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Während des Irak-Krieges fand ein bemerkenswertes Medienexperiment statt: Ein junger Journalist berichtete via Internet direkt aus dem Kriegsgebiet. Finanziert wurde der 'ausgebettete' Reporter durch die Leser seiner Website. Ein Modell mit Zukunft?
Von Mario Sixtus
Die Frage, ob es sich bei Weblogs um eine Form von Journalismus handelt oder lediglich um subjektive "Online-Tagebücher" ohne publizistischen Wert und die Gegenfrage, ob News-Magazine im Web nicht eigentlich lediglich so etwas ähnliches sind wie Blogs, die halt redaktionell betreut werden, haben schon so manche Netz-Diskussion hochkochen lassen und dürften beide bis dato als unbeantwortet gelten. Nicht wenige standesbewusste Vertreter der schreibenden Zunft fühlen sich berufen, zwischen ihrer Berufsgruppe und Millionen bloggenden Amateuren eine deutliche Grenzlinie auf den virtuellen Webboden zu pinseln. Übertreten verboten.
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Die aus dem "Star Trek"-Kosmos stammende Phantasiesprache der Klingonen erfreut sich weltweit immer größerer Beliebtheit. Ein Landkreis im US-Bundesstaat Oregon war nun sogar kurzzeitig auf der Suche nach einem Dolmetscher, der das kehlige Idiom beherrscht. Die Verwaltungsbeamten wollten sich für extreme Fälle psychischer Störung wappnen.
Von Mario Sixtus
"Sie werden Shakespeare erst richtig genießen, wenn sie ihn im klingonischen Original lesen", wurde der verdutze Captain Kirk in dem Kinofilm "Star Trek VI - Das unentdeckte Land" belehrt. Anhänger und versierte Adepten der knarzigen Sprache, die zu einem guten Teil aus Kehlkopflauten besteht, konnten sich sogar für kurze Zeit Hoffnung auf einen staatlich finanzierten Job bei der Bezirksverwaltung von Multnomah County im US-Bundesstaat Oregon machen. Das dort angesiedelte Department of Human Services hatte sich - neben Übersetzern für 55 andere Sprachen - um einen Mitarbeiter bemüht, der das Alien-Idiom fließend beherrscht, um für Fälle psychischer Störungen gewappnet zu sein, bei denen die Rachenlaute vom Planeten Klingon der einzige Weg sind, den Kranken zu erreichen. "Es gibt ein paar Fälle, in denen dies die einzige Sprache ist, in der die Patienten sprechen wollen", wurde die Leiterin des dortigen Beschaffungsamtes zitiert.
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