Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um
Von Mario Sixtus
Das komische Digitalzeugs, von dem der Mann am Rednerpult erzählt, interessiert die Anwesenden nicht die Bohne. Einige gähnen, andere unterhalten sich, einer ist sogar eingeschlafen. So beschreibt Tim Renner in seinem Buch "Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm" das denkwürdige Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Im Jahre 1994 sprach der Netz-Visionär Nicholas Negroponte vor hochrangigen Managern der Plattenfirma Polygram und prophezeite ihnen das Ende ihres Geschäftsmodells: Bereits in zehn Jahren werde jeder zweite Musiktitel aus dem Internet kommen. Das sei natürlich Quatsch, soll sich der Polygram-Chairman später bei seinen Kollegen entschuldigt haben, schließlich sei der Mensch ein Haptiker und habe keine Beziehung zu Downloads.
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