Der Mensch kehrt sein Innerstes nach außen – falls er die Software beherrscht
Von Mario Sixtus
Für alteingesessene Netznutzer ist Nachsitzen angesagt. Eine E-Mail-Adresse zu besitzen und unfallfrei einen Web-Browser bedienen zu können genügt nicht mehr, um »drin« zu sein. »Social Software«, soziale Dienste und Anwendungen, verändern das Internet gerade gewaltig. Auch viele Zeitgenossen, die sich im Grunde ihres Herzens für Netz-affin halten, verpassen den Anschluss – und wissen es selbst nicht einmal. »Es entsteht gerade eine riesige Kluft. Wer jetzt nicht dabei ist, dem entgehen wesentliche Möglichkeiten«, befürchtet Thomas Burg. Der Wissenschaftler leitet das Institut für Neue Medien an der Donau-Universität Krems. Er warnt angesichts des behäbigen Verhaltens der Internet-Nutzer im deutschsprachigen Raum vor einer »Digitalen Spaltung zweiter Ordnung«.
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Neue Software zu entwerfen ist teuer und endet häufig als Fiasko. „Extremprogrammierer“ denken und arbeiten daher in Zweierteams. Das soll Fehler verhindern und die Entwicklung beschleunigen
Von Mario Sixtus
Frank Westphal ist Schnellsprecher. Wörter wie „Selbstorganisation“, „Ganzheitlichkeit“ und „osmotische Kommunikation“ purzeln aus ihm heraus. Der 33-jährige Hamburger ist Trainer und Berater für „Extreme Programming“. Doch wenn er über die Entwicklung neuer Software spricht, klingt das so: „Es geht um eine Veränderung der Kultur. Um einen Paradigmenwechsel.“ Das soll das Extreme Programming, kurz XP, leisten. Steckt dahinter lediglich eine neue Methode, eine Form der Gruppenorganisation oder eine ganze Philosophie?
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