Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.
Von Mario Sixtus
Google ist Pop. Die Website des Googlestores hält Fan-Artikel von Bikerhosen bis Babyshirts bereit, im Internet kursiert eine gesungene Liebeserklärung (zur Melodie von „My Girl“) und in Schweden wird der Name der Suchmaschine mindestens einen Menschen sein Leben lang begleiten: Der Software-Entwickler Elias Kai hat seinen im September geborenen Sohn Oliver Google genannt.
Jeder der rund 6000 Google-Mitarbeiter erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von etwa einer Million Dollar. Das brachte Google einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar ein. Mit circa 100 Milliarden Dollar hat sich Googles Wert an der Börse innerhalb der letzten sechs Monate glatt verdoppelt. Auf Basis des aktuellen Wertpapierkurses ist Google sogar teurer als Daimler-Chrysler und die Deutsche Bank zusammen. Das Bizarre daran: Bei der Produktion von Autos oder dem Bankgeschäft handelt es sich um erprobte Geschäftsmodelle.
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Blogosphäre: Kommunikationsgeflecht und Marketingfaktor
Von Mario Sixtus
Ein einzelnes Weblog ist so aufregend oder langweilig wie die Person, die es schreibt. In ihrer Gesamtheit entfaltet die Blogwelt aber eine explosive Publikationsmacht. Unternehmen, Politiker und Journalisten haben diese bereits zu spüren bekommen.
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Die Vordenker der internationalen Weblog-Community trafen sich in Paris zum Gedankenaustausch
Von Mario Sixtus
Mit dem Senat im Palais du Luxembourg, dem Sitz der zweiten Kammer des französischen Parlaments, hatten die Veranstalter einen recht symbolträchtigen Ort gewählt: Installierte hier doch dereinst Napoleon das erste demokratische Abgeordnetenhaus. Skurrilerweise eröffnete Cécile Moulard, Vizepräsidentin des Club Senat den Kongress mit einem Griff in die US-amerikanische Popkultur-Kiste: "Schon Onkel Ben sagte zu Peter Parker: 'Mit großer Macht kommt große Verantwortung'." An die auf ihre Notebooks einhackenden Konferenzteilnehmer gerichtet fuhr sie fort: "Ihr habt große Macht. Ihr gestaltet die Art und Weise neu, wie wir uns mitteilen, wie wir untereinander kommunizieren und uns organisieren. Also habt ihr, wie Spiderman, eine große Verantwortung."
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Das Amtsgericht Stuttgart verurteilte den Internet-Aktivisten Alvar Freude zu einer Geldstrafe: Er hatte im Rahmen einer Satire und einer Dokumentation zu den Website-Sperrverfügungen der Düsseldorfer Bezirksregierung Links auf neonazistische Websites angegeben
Von Mario Sixtus
Die Enttäuschung steht Alvar Freude ins Gesicht geschrieben, als Strafrichterin Corinna Mahringer am 7. Oktober ihr Urteil im Namen des Volkes verliest. Schuldig der Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung und der Beihilfe zur Verbreitung von Propagandamitteln verfassungsfeindlicher Organisationen, lautet ihr Rechtsspruch. Einige der Besucher im nahezu vollständig gefüllten Saal 305 des Stuttgarter Amtsgerichts schauen sich fragend und ungläubig an.
Mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen bleibt die Richterin zwar hinter den Forderungen von Staatsanwalt Apostolos Milionis zurück – er hatte 180 Tagessätze gefordert – aber die Höhe reicht aus für eine Vorstrafe und somit einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis. Thomas Stadler, Freudes Anwalt, kündigt im Anschluss an den Prozess umgehend Rechtsmittel an.
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Racing-Games unter freiem Himmel spielen, auf einer Projektionsfläche, so groß wie eine Kinoleinwand. Ein paar Freunde erfüllten sich diesen Traum und gehen damit nun auf Deutschland-Tournee. Die Premiere fand in Köln statt.
Von Mario Sixtus
"Wir wollen nicht mehr drinnen spielen. Wir wollen Racing-Atmosphäre ohne die Ikea-Lampe, die sich im Fernseher spiegelt. Wenn es dunkel wird, wollen wir den Beamer anschmeißen. Wir wollen mit euch um die Wette fahren, aber an einer Häuserwand und nicht auf einem mickrigen TV-Screen."
So lautete die Ankündigung auf der Website des Undergroundbattle, die sich ansonsten recht geheimnisvoll gab. Zwar wurden Uhrzeit und Datum des ersten Undergroundbattle bekannt gegeben, auch erfuhr man, dass er in Köln stattfinden sollte. Der genaue Ort würde jedoch erst kurz vor Beginn per SMS mitgeteilt werden, konnte man dort lesen.
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BlogTalk 2.0: Stelldichein der Blogger-Szene. Zum zweiten Mal lud die Donau Universität Krems zur Blogger-Konferenz nach Wien. Die Community diskutierte Neuerungen und die Blog-Zurückhaltung im deutschsprachigen Raum.
Von Mario Sixtus
"Die ganze Welt bloggt, nur das kleine germanische Dorf weigert sich bisher standhaft...", begann Nico Lumma seinen Beitrag. Lumma, der sich für das Unternehmen Orangemedia um die Weblogs-Plattform Blogg.de kümmert, beklagt sich darüber, dass die deutsche Blogosphäre nicht in Schwung kommen will. Gerade einmal 7500 aktive Online-Journale im deutschsprachigen Raum habe er ermitteln können. Im Unterschied zu den USA, wo geschätzten 3,5 Millionen Menschen selbst publizieren, ist das Bloggen hierzulande ein Rand-phänomen.
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Das Potato-System will künftig Musikfans für die Weitergabe von Songs bezahlen, statt sie zu verklagen.
Von Mario Sixtus
Seit Anfang April gibt es für Künstler einen neuen Weg, ihre Musik über das Internet zu vertreiben. Das Potato-System [1] will sich dabei ganz auf die Informations-Eigendynamik innerhalb der Web-Gemeinschaft verlassen. Vorgestellt wurde die Idee erstmals auf der CeBit 2003. Seit Ende Januar dieses Jahres befindet sich das System im praktischen Testbetrieb auf dem Musikportal "Dorfdisco" [2] und im April gab schließlich auch die GEMA ihren Segen dazu.
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Die Nigeria-Connection in der Defensive: Spam-Betrüger bekommen es im Internet mit ungewöhnlichen Gegnern zu tun: Spaßvögel schlagen mit den gleichen Mitteln zurück, und manchmal ergaunern sie sogar Geld - von den Gaunern.
Von Mario Sixtus
Am Flughafen von Lagos in Nigeria steht ein Mann im schwarzen Anzug, der sich Oliver Obi nennt. Es ist acht Uhr abends, und Obi sieht frustriert aus. Seit zwei Stunden wartet er nun im Ankunftsbereich des Airports und hält ein großes Pappschild hoch. ,,I love Fags" kann man darauf lesen. Zu Deutsch in etwa: ,,Ich liebe Schwule". Obi wartet auf Gillian Anderson, hierzulande bekannt als Agent Dana Scully aus der Fernsehserie ,,Akte X". Miss Anderson sollte eigentlich schon längst mit dem Flug aus London eingetroffen sein. Sie würde ein hellgelbes Kostüm tragen, ist dem Mann zuvor mitgeteilt worden. Das Schild mit der merkwürdigen Aufschrift solle als Erkennungszeichen dienen. So war es mit Miss Andersons persönlichem Assistenten, einem David Duchovny (hierzulande bekannt als Agent Fox Mulder aus derselben TV-Serie) abgesprochen. Aber weit und breit ist kein hellgelbes Kostüm zu sehen.
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Die Dateitauschbörse EarthStation 5 (ES5) ist nach einer c't-Veröffentlichung in die Kritik geraten. Wir hatten berichtet, dass hinter ES5 höchstwahrscheinlich ein vorbestrafter Krimineller steckt. Daraufhin meldeten sich die Beteiligten zu Wort.
Von Mario Sixtus und Oliver Eberhardt
In c't 26/03 wiesen wir enge Verbindungen zwischen der angeblich in den palästinensischen Autonomiegebieten ansässigen Filesharing-Börse ES5 und dem wegen Betrugs gesuchten Ex-Sex.com-Betreiber Stephen M. Cohen nach. Cohen hält sich höchstwahrscheinlich in Mexiko auf, wo er mit verschiedenen Firmen unter anderem im Spam-Business tätig ist. Diese Recherche-Ergebnisse fanden schnell ihren Weg ins ES5-Webforum, wo sie von den Nutzern kontrovers diskutiert wurden.
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Die Tauschbörse Earth Station 5 verspricht viel – und alles gratis. Aber wo liegen die Motive und wer bezahlt für dieses Übermaß an Großzügigkeit? Wir recherchierten und stießen auf alarmierende Verbindungen zu einem verurteilten Betrüger und notorischen Spammer.
Von Mario Sixtus und Oliver Eberhardt
Als Earth Station 5 (ES5) im Sommer dieses Jahres die Spezies der Filesharing-Börsen um ein weiteres Exemplar bereicherte, sah es zunächst danach aus, als hätte jemand sämtliche Wunschzettel der P2PJünger abgearbeitet: Vollkommen anonyme Up- und Downloads sollte die Software bieten, obendrein auch noch durch Verschlüsselung glänzen und frei von Ad- oder Spyware sein. Die Medien griffen entsprechende Pressemitteilungen von ES5 auf; kurze Zeit später war die Client-Software auf sämtlichen großen Download-Sites gelistet. Ein erster Blick auf den bunten ES5-Client lieferte allerdings eher enttäuschende Ergebnisse: Allzu spärlich fielen die Suchergebnisse nach bekannten Songs oder Filmen aus. Überdies ärgerte das Programm mit Hängern und Komplettabstürzen.
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