Falsche Türen

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Von Mario Sixtus

"Das Suchen hat einen religiösen Charakter angenommen. Die Leute wollen gar nicht mehr finden, sie wollen suchen", sinnierte kürzlich der Netzpionier und Schriftsteller Peter Glaser. Vielleicht bleibt den Menschen nichts anderes übrig als eine Recherche ähnlich wie eine buddhistische Meditation anzugehen. Denn, dass sie finden, was sie suchen, wird immer weniger wahrscheinlich. » weiterlesen



Wikipedia im Meinungsstrudel

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.

Von Mario Sixtus

Was Medienberater ihren Schützlingen aus Politik, Popmusik und Sport als erste Lektion einbläuen, musste in diesem Monat auch die Community um die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia lernen: Die Windrichtung der öffentlichen Meinung dreht sich bisweilen blitzartig um 180 Grad. » weiterlesen



Ohne Filter

Weblogs entwickeln sich zu einem Massenphänomen, doch die neue Internet-Publizistik ruft auch Kritiker auf den Plan

Von Mario Sixtus

"Was ist ein Blog", wollte Günther Jauch neulich in seinem TV-Quiz "Wer wir Millionär" wissen. Immerhin: 16 000 Euro hätte die Beantwortung eingebracht. Doch auch der 50:50-Joker, der die möglichen Antworten auf "Tagebuch im Internet" und "Feindliche Übernahme" reduzierte, half der jungen Kandidatin nicht weiter - sie musste passen. Schämen muss sie sich deswegen nicht: Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Berlecon Research können 63 Prozent der deutschen Internet-Nutzer mit dem Begriff "Blog" nichts anfangen. Anders in den USA: Dort kürte der renommierte Wörterbuch-Verlag Merriam Webster diese Vokabel im vergangenen Dezember zum Wort des Jahres. 32 Millionen US-Amerikaner lesen regelmäßig Blogs, fand eine Studie des PEW Internet and American Life Project heraus. » weiterlesen



Vom Messe-Hype ins Flop-Museum

Entwickler und Marketing-Manager kennen oft die Bedürfnisse ihrer Kunden nicht – und produzieren Technik, die niemand braucht

Von Mario Sixtus

Videos auf dem Handy-Display, bunte Infos aus dem Internet, massenhaft verschickte Bildnachrichten: So stellte man sich 2003 das Jahr 2005 vor. "Mobile Multimedia" hieß der Cebit-Trend vor zwei Jahren. Die Fakten von heute sind ernüchternd: Lediglich 11 Prozent der Mobiltelefonierer gehen ab und zu mit ihrem Handy ins Internet und nur 16 Prozent verschicken Multimedia-Messages (MMS), fand kürzlich eine Umfrage im Auftrag der DPA heraus. Auch über die eingebaute Kamera freut sich offenbar nur eine Minderheit: Ganze 23 Prozent nutzen sie. Der archaische Text-Dienst SMS erfreut sich dagegen ungebrochener Beliebtheit. Von den 14- bis 19-Jährigen verschicken sogar 97 Prozent die kurzen Textschnipsel. » weiterlesen



Gegner von Softwarepatenten hoffen auf Etappensieg

Ein Gremium des Europa-Parlaments entscheidet heute, ob das Gesetzgebungsverfahren der EU komplett neu gestartet wird

Von Mario Sixtus

30 518 Unterschriften und einen Brief hat Norbert Bollow am gestrigen Mittwoch der Kommission für Europäische Integration des polnischen Parlamentes überreicht. Die simple Botschaft: "Danke, Polen". Der Papierstapel, der in Warschau den Besitzer wechselte, ist der sichtbarste Beweis für die skurrilen Formen, die das Gezerre um die Europäische Richtlinie für "computerimplementierte Erfindungen" mittlerweile angenommen hat. » weiterlesen



Das Hit-Orakel von Barcelona

Eine spanische Firma bietet Software, die Chart-Potenzial erkennen will - namhafte Produzenten nutzen das System

Von Mario Sixtus

Als Norah Jones ihr Album "Come away with me" veröffentlichte, glaubten Fachleute kaum an einen nennenswerten Erfolg. Zu jazzig und zu altmodisch, nörgelten viele, die glaubten, die Mechanismen des Pop-Marktes zu durchschauen. Mike McCready war dagegen fest davon überzeugt, die melodischen Songs würden in die Hitparaden aufsteigen - und er behielt Recht.

McCready ist seit 14 Jahren im Musikmarketing tätig, 1999 schaffte es der in Barcelona lebende Amerikaner sogar mit ein paar eigenen Songs in die spanischen Charts. Doch er setzte nicht auf Grund seiner Berufserfahrung auf Norah Jones. "Es ist pure Mathematik", sagt er. Bei acht Songs auf dem Album habe die Software ein "außergewöhnlich hohes Chart-Potenzial" erkannt. » weiterlesen



Durchblick im Daten-Labyrinth

Bescheidener Auftritt, starke Wirkung: Googles "Desktop Search", das Suchwerkzeug für die heimische Festplatte, im Praxistest

Von Mario Sixtus

Unordentliche Zeitgenossen hatten es mit Windows-Rechnern bislang schwer. Wer sich nicht genau erinnert, wo dieses oder jenes Dokument abgespeichert liegt, war auf die systemeigene Suche angewiesen - und musste viel Geduld mitbringen. Windows durchforstet Festplatten im Schneckentempo. Der Grund: Jede Suche läuft in Echtzeit. Ein zentrales Nachschlagewerk, das sämtliche Dateien und die darin verborgenen Informationen bereit hält, kennt das Betriebsystem nicht. Erst die nächste Version, die unter dem Code-Namen "Longhorn" entwickelt wird, sollte mit dem auf Datenbanktechnik basierendem Dateisystem Win-FS das Problem beseitigen. Doch daraus wird vorerst nichts: Kürzlich hat Microsoft die voraussichtliche Veröffentlichung von "Longhorn" auf den Sommer 2006 verschoben. Und: Das intelligente Dateisystem wird darin noch fehlen; Win-FS wird frühestens im Jahr 2007 nachgeliefert. » weiterlesen



Im Lager funkt's

Otto Versand startet Pilotprojekt - Datenschützer fordern gesetzliche Regelung für die umstrittene RFID-Technologie

Von Mario Sixtus

Der Volksmund sagt: Ein bisschen Schwund ist immer. Dem Versandhaus Otto wurde der Schwund ein bisschen zu viel. Ausgerechnet hochwertige Produkte wie Notebooks, Digitalkameras oder Handys verschwinden immer wieder auf wundersame Weise auf dem Weg zum Kunden. Um den Verlusten auf die Spur zu kommen, setzen die Hamburger nun auf RFID-Chips. » weiterlesen



Barrierefreies Webdesign hilft Behinderten

Noch aber machen es sich viele Gestalter zu leicht / Mit vielen hübsch gestylten Seiten können Blinde nichts anfangen

Von Mario Sixtus

Viele Webseiten funktionieren nur richtig, wenn die Nutzer eine bestimmte Software verwenden und überdies Erweiterungen auf ihrem PC installiert haben. Das nervt alle, die nicht auf den Internet Explorer von Microsoft schwören. Vor allem aber leiden blinde und sehbehinderte Surfer. Barrierefreie Seiten sollen dem ein Ende machen.

"Ich bin ein großer Freund von barrierefreien Websites", sagt der britische Designer Mathew Sommerville, von Websites, "die für jeden, mit jedem Anzeigegerät zugänglich sind." Zur Demonstration hat sich Sommerville ein Hobby zugelegt: Er stellt Alternativ-Versionen prominenter Seiten ins Netz, die diesen Zugangskriterien entsprechen. Eine Variante der Web-Präsenz der Kinokette Odeon musste er jüngst wieder aus dem Internet entfernen. Die Justiziare des Filmhauses hatten mit einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung gedroht. » weiterlesen



Das Zahlenrätsel

Die Auskunft nennt Namen und Anschriften zu Telefonnummern - falls die Telekom-Kunden nicht widersprechen

Von Mario Sixtus

"Ein Anruf in Abwesenheit", mahnt das Telefondisplay - und präsentiert dazu eine Rufnummer, zu der einem einfach niemand einfallen will. Vielleicht war es nur ein aufdringlicher Vertreter oder ein nerviger Verwandter. Andererseits: Wollte das Schicksal die Chance des Lebens bringen? Wer bislang in solchen Situationen die Telefonauskunft bemühte, wurde enttäuscht. In Paragraf 14 der Telekommunikations-Datenschutzverordnung hieß es schlicht: "Die Auskunftserteilung über Namen und andere Daten von Kunden, von denen nur die Rufnummer bekannt ist, ist unzulässig." Das ist vorbei. Seit dem 26. Juni gilt das neue Telekommunikationsgesetz. Die Bestimmungen der bisherigen Verordnung werden somit hinfällig. Und: Die so genannte Inverssuche, die Recherche von Name und Anschrift eines Teilnehmers anhand seiner Telefonnummer, ist jetzt erlaubt. » weiterlesen



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Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.