Ein viel versprechender Ordnungsversuch im Internet
Von Mario Sixtus
Es hat schon viele Anläufe gegeben, Ordnung in das Chaos des Webs zu bringen. Bislang waren sie alle wenig erfolgreich. Das Fotoportal Flickr macht vor, wie man seine Nutzer die Inhalte selbstständig sortieren lässt. Manche glauben, genau deshalb habe Yahoo den Dienst gekauft.
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Weblogs entwickeln sich zu einem Massenphänomen, doch die neue Internet-Publizistik ruft auch Kritiker auf den Plan
Von Mario Sixtus
"Was ist ein Blog", wollte Günther Jauch neulich in seinem TV-Quiz "Wer wir Millionär" wissen. Immerhin: 16 000 Euro hätte die Beantwortung eingebracht. Doch auch der 50:50-Joker, der die möglichen Antworten auf "Tagebuch im Internet" und "Feindliche Übernahme" reduzierte, half der jungen Kandidatin nicht weiter - sie musste passen. Schämen muss sie sich deswegen nicht: Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Berlecon Research können 63 Prozent der deutschen Internet-Nutzer mit dem Begriff "Blog" nichts anfangen. Anders in den USA: Dort kürte der renommierte Wörterbuch-Verlag Merriam Webster diese Vokabel im vergangenen Dezember zum Wort des Jahres. 32 Millionen US-Amerikaner lesen regelmäßig Blogs, fand eine Studie des PEW Internet and American Life Project heraus.
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Podcasting heißt der neue Hit unter Hobby-Moderatoren und Hörern. Ein Player zeichnet die Sendungen automatisch auf
Von Mario Sixtus
Das Geld scheint im Haus von William Shatner knapp zu sein, groß jedoch der Glaube an seine Fans. Anders ist kaum zu verstehen, dass der 73-jährige Darsteller des Captain Kirk aus dem Filmhit "Raumschiff Enterprise" ein Rock-Album auf den Markt bringt, das kaum eine Radiostation auf den Teller legen mag.
Wer den ehemaligen Weltraumhelden hören will, muss das Internet anschalten, beispielsweise die Sendung "Normcast". Hier agiert der Plattenliebhaber Norman Osthus als Moderator einer Mischung aus Musik und Informationen aller Art. "Macht’s gut, bleibt frisch, bis die Tage", verabschiedet sich der 36-jährige Informatiker jedesmal munter von seinem Publikum. Osthus’ Plaudereien landen automatisch auf einem an den PC angeschlossenen MP3-Player seiner Stammhörer. "Podcasting" nennt sich diese junge Variante des Radio-on-Demand.
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Entwickler und Marketing-Manager kennen oft die Bedürfnisse ihrer Kunden nicht – und produzieren Technik, die niemand braucht
Von Mario Sixtus
Videos auf dem Handy-Display, bunte Infos aus dem Internet, massenhaft verschickte Bildnachrichten: So stellte man sich 2003 das Jahr 2005 vor. "Mobile Multimedia" hieß der Cebit-Trend vor zwei Jahren. Die Fakten von heute sind ernüchternd: Lediglich 11 Prozent der Mobiltelefonierer gehen ab und zu mit ihrem Handy ins Internet und nur 16 Prozent verschicken Multimedia-Messages (MMS), fand kürzlich eine Umfrage im Auftrag der DPA heraus. Auch über die eingebaute Kamera freut sich offenbar nur eine Minderheit: Ganze 23 Prozent nutzen sie. Der archaische Text-Dienst SMS erfreut sich dagegen ungebrochener Beliebtheit. Von den 14- bis 19-Jährigen verschicken sogar 97 Prozent die kurzen Textschnipsel.
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Wer jemanden kennt, der jemanden kennt, macht leichter Geschäfte. Kontaktplattformen wie LinkedIn und OpenBC können helfen, diesen Jemand kennen zu lernen.
Von Mario Sixtus
In einer Mußestunde, irgendwann Ende der neunziger Jahre, lehnte sich Konstantin Guericke zurück und überlegte, wie seine Kunden eigentlich den Weg zu ihm gefunden hatten. Guericke, in Hamburg geboren und im norddeutschen Nest Zeven aufgewachsen, arbeitete damals als freiberuflicher IT-Berater in der San Francisco Bay Area. Er bot seine Dienste nicht per Inserat an, man suchte ihn vergeblich in den örtlichen Yellow Pages, und nicht einmal eine eigene Homepage konnte er vorweisen. Trotzdem standen immerhin 32 Namen auf seiner Kundenliste. Eine halbe Stunde und einige vollgekritzelte Zettel später war das Rätsel gelöst. „Ausnahmslos waren es Empfehlungen, die sich über zwei oder drei Ecken auf meinen Freundes- und Bekanntenkreis zurückführen ließen. Das war konsistent“, sagt Guericke.
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Hubert Burda Media lud zum "Digital Lifestyle Day"
Von Mario Sixtus
Die Medienwelt steht vor einem Umbruch. Digitale Technologien verändern die Branche und fordern neue Geschäftsmodelle. Darüber sind sich Fachleute zwar einig, wohin genau die Reise aber gehen wird, traut sich niemand vorauszusagen. In der vergangenen Woche lud Hubert Burda Media zum "Digital Lifestyle Day" ins Münchener Schloss Nymphenburg, um mögliche Wege in die neue Welt zu erörtern.
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Ein Gremium des Europa-Parlaments entscheidet heute, ob das Gesetzgebungsverfahren der EU komplett neu gestartet wird
Von Mario Sixtus
30 518 Unterschriften und einen Brief hat Norbert Bollow am gestrigen Mittwoch der Kommission für Europäische Integration des polnischen Parlamentes überreicht. Die simple Botschaft: "Danke, Polen". Der Papierstapel, der in Warschau den Besitzer wechselte, ist der sichtbarste Beweis für die skurrilen Formen, die das Gezerre um die Europäische Richtlinie für "computerimplementierte Erfindungen" mittlerweile angenommen hat.
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Eine spanische Firma bietet Software, die Chart-Potenzial erkennen will - namhafte Produzenten nutzen das System
Von Mario Sixtus
Als Norah Jones ihr Album "Come away with me" veröffentlichte, glaubten Fachleute kaum an einen nennenswerten Erfolg. Zu jazzig und zu altmodisch, nörgelten viele, die glaubten, die Mechanismen des Pop-Marktes zu durchschauen. Mike McCready war dagegen fest davon überzeugt, die melodischen Songs würden in die Hitparaden aufsteigen - und er behielt Recht.
McCready ist seit 14 Jahren im Musikmarketing tätig, 1999 schaffte es der in Barcelona lebende Amerikaner sogar mit ein paar eigenen Songs in die spanischen Charts. Doch er setzte nicht auf Grund seiner Berufserfahrung auf Norah Jones. "Es ist pure Mathematik", sagt er. Bei acht Songs auf dem Album habe die Software ein "außergewöhnlich hohes Chart-Potenzial" erkannt.
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Das Pop-Geschäft war von je her ein Spiel mit vielen Unbekannten. Ein Unternehmen aus Spanien verspricht nun, das Risiko per Computeranalyse zu minimieren. Namhafte Produzenten nutzen bereits das digitale Hitparaden-Orakel. Gibt es eine mathematische Formel für den Massengeschmack?
Von Mario Sixtus
"Achten Sie auf den Song 'Be the Girl' der neuen Emi-Künstlerin Aslyn ", fordert uns Mike McCready auf. Dieses Lied werde sich bald in den Charts wiederfinden", weissagt er. Wir hatten den in Barcelona lebenden US-Amerikaner um einen Blick in die Zukunft gebeten, um seine auf den ersten Blick tolldreiste Behauptung überprüfen zu können: McCready beteuert, sein Unternehmen Polyphonic HMI könne mit Hilfe des Softwaresystems "Hit Song Science" (HSS) vorab prognostizieren, ob aus einem Popsong ein Verkaufsrenner oder ein Ladenhüter wird.
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Drei Schritte vor, zwei zurück und einen zur Seite: Der Hickhack innerhalb der EU um die Patentierbarkeit "computerimplementierter Erfindungen" steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Befürworter eines kompletten Neustarts des mittlerweile fast drei Jahre dauernden Verfahrens schöpfen Hoffnung: Polnische Diplomaten haben trickreich den Weg dafür frei gemacht.
Von Mario Sixtus
Am Samstag soll es soweit sein: Mit einer "kleinen Zeremonie" möchte Norbert Bonnow in Warschau einen Papierstapel mit Unterschriften an das dortige Ministerium für Informationstechnologie und Wissenschaft übergeben. Die ebenso einfache wie eindeutige Botschaft: "Danke, Polen". Auf seiner fünfsprachigen Website (inklusive Esperanto) ThankPoland hatte Bonnow in den letzten vier Wochen mehr als 30.000 Danksagungen gesammelt.
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