Goldrausch um Gruschel-Buden

Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

Stellen Sie sich bitte kurz mal vor, die "FAZ" kündigt an, eine Biergarten-Kette zu eröffnen, der "Spiegel" verhandelt derweil mit etlichen Gemeinden über den Ankauf von Jugendzentren, während die "Süddeutsche" eine Dorfdisko nach der anderen übernimmt. Auf ihre Strategien angesprochen, antworten die jeweiligen Verlagsmanager übereinstimmend, an diesen Orten fände schließlich die Zukunft der Medien statt, das wisse doch jeder. » weiterlesen



Unsinnige Prahlzahlen

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Wer über die "Online Marketing Düsseldorf" schlendert, die jährlich stattfindende Leistungsschau der Internetreklame, ist allerorten von Nullen umgeben. Auf Handzetteln, Transparenten oder Standwänden: Ohne wenigstens sechs Nullen am Stück geht gar nichts; besser sind acht oder neun. Davor steht stets eine x-beliebige Zahl und dahinter das magische Buchstabenpärchen: PI. » weiterlesen



Lasst die Filme frei!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Als die Bilder laufen lernten, liefen sie ihren Erzeugern davon. Sie spielten bei Youtube nachlaufen, bei Bittorrent verstecken, reisten im Usenet um die Welt und vervielfältigten sich pausenlos, wie Grippeviren in einer überfüllten U-Bahn. Ihre Eltern, die Fernsehmacher, schauten fassungslos auf das muntere Treiben ihrer einstigen Zöglinge und wussten nicht so recht, wie es weitergehen sollte. » weiterlesen



Klick mich!

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

von Mario Sixtus

Angela hat ein eigentümliches Hobby. Die 21-jährige Schülerin singt und tanzt in ihrem Auto, sobald sie an einer Ampel warten muss. "Ich liebe es, mich kindisch zu verhalten und kümmere mich nicht darum, was andere denken", sagt sie. Und Angela mir ihrer Vorliebe für den automobilen Sitztanz nicht allein: Immerhin 8292 Mitglieder hat ihr Club, der den einprägsamen Namen trägt "I sing and dance in my car".

Herzlich willkommen in der wundersamen Welt von Myspace. » weiterlesen



Alles beta oder was?

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Von Mario Sixtus

In der ersten Sitzung des Handelsblatt-Dezentralkomitees in Düsseldorf - einem neuen Diskussionsforum für aktuelle Entwicklungen im Internet– diskutierten 16 Unternehmer, Forscher und Entwickler das Thema und kamen zu überraschenden Ergebnissen. » weiterlesen



Jenseits von gut und böse: Der unheimliche Erfolg von Google

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Von Mario Sixtus

Google ist Pop. Die Website des Googlestores hält Fan-Artikel von Bikerhosen bis Babyshirts bereit, im Internet kursiert eine gesungene Liebeserklärung (zur Melodie von „My Girl“) und in Schweden wird der Name der Suchmaschine mindestens einen Menschen sein Leben lang begleiten: Der Software-Entwickler Elias Kai hat seinen im September geborenen Sohn Oliver Google genannt.

Jeder der rund 6000 Google-Mitarbeiter erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von etwa einer Million Dollar. Das brachte Google einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar ein. Mit circa 100 Milliarden Dollar hat sich Googles Wert an der Börse innerhalb der letzten sechs Monate glatt verdoppelt. Auf Basis des aktuellen Wertpapierkurses ist Google sogar teurer als Daimler-Chrysler und die Deutsche Bank zusammen. Das Bizarre daran: Bei der Produktion von Autos oder dem Bankgeschäft handelt es sich um erprobte Geschäftsmodelle. » weiterlesen



Das nächste Opfer

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

Von Mario Sixtus

Das komische Digitalzeugs, von dem der Mann am Rednerpult erzählt, interessiert die Anwesenden nicht die Bohne. Einige gähnen, andere unterhalten sich, einer ist sogar eingeschlafen. So beschreibt Tim Renner in seinem Buch "Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm" das denkwürdige Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Im Jahre 1994 sprach der Netz-Visionär Nicholas Negroponte vor hochrangigen Managern der Plattenfirma Polygram und prophezeite ihnen das Ende ihres Geschäftsmodells: Bereits in zehn Jahren werde jeder zweite Musiktitel aus dem Internet kommen. Das sei natürlich Quatsch, soll sich der Polygram-Chairman später bei seinen Kollegen entschuldigt haben, schließlich sei der Mensch ein Haptiker und habe keine Beziehung zu Downloads. » weiterlesen



"Wir sagen einander die Wahrheit"

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Handelsblatt.com sprach mit dem Vordenker der Netzgemeinde über sein Werk sowie Blogs, PR und Machthierachien. » weiterlesen



Eine "Sendungsbewusste Erlöserlehre"

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Von Mario Sixtus

In bewährter Luther-Manier folgen nicht weniger als 95 Thesen, allesamt zur Lage der Wirtschaft im Zeitalter des Internets. Unternehmen hätten "no Clue", keine Ahnung, wie sehr das Netz Märkte verändert, befanden die vier Autoren vor nunmehr fast sieben Jahren, daher habe man ihnen gleich einen ganzen Zug voller "Clues" geschickt. So erklärt sich auch der merkwürdige Name des Thesenpapiers: Cluetrain-Manifest. » weiterlesen



Falsche Türen

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Von Mario Sixtus

"Das Suchen hat einen religiösen Charakter angenommen. Die Leute wollen gar nicht mehr finden, sie wollen suchen", sinnierte kürzlich der Netzpionier und Schriftsteller Peter Glaser. Vielleicht bleibt den Menschen nichts anderes übrig als eine Recherche ähnlich wie eine buddhistische Meditation anzugehen. Denn, dass sie finden, was sie suchen, wird immer weniger wahrscheinlich. » weiterlesen



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Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

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Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

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David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.