31/07/2007

Zitat des Tages

Aus einer Meldung auf heise.de über eine geplante Verschärfung des US-Urheberrechts:

Lebenslängliche Haft droht demnach beim Einsatz unlizenzierter Software mit Todesfolge oder bei der Verwendung illegal kopierter Programme bei einem Mordversuch.

Kann es sein, dass man künftig nicht nur Radsportler zur Doping-Probe schicken sollte, sondern auch Copyright-Lobbyisten? Und falls ja: Was ist das für ein Zeug, das die alle zu sich nehmen?



Chefredakteur-kompatible Definition

"Video-Widgets sind die neuen Einleger."

Aus einer E-Mail-Korrespondenz, in der es darum ging, wie man gestandenen Medienmenschen, die ihren Lebensunterhalt bislang durch den Verkauf bedruckten Papiers finanziert haben, all diese neuen Netzdinger erklärt; beispielsweise einbettbare Video-Player.



30/07/2007

Scroll down to look at the Pussy, Sebastian Foss!

Tja, so kann es gehen: Da hat wohl ein junger Mann aus der deutschen Provinz (Map) neulich mal nach seinem Namen gegoogelt und festgestellt, dass er im Netz nicht nur recht bekannt, sondern offensichtlich auch ausgesprochen unbeliebt ist.

Hier ein paar Meinungen über ihn:

"Bruce consistently wonders whether Mr. Foss is genuinely evil, or if he's merely too stupid to understand the difference between right and wrong. The evil version of Sebastian Foss has just learned that his latest money-making scheme is about to become obsolete, so he's selling the technique to milk as much cash as he can from people who don't realize they're buying a Cinderella dress a few minutes before midnight. The stupid version thinks that anything which is not explicitly illegal is acceptable, and wants to share his tricks with the world." (Quelle)

und

"I suffer from his fraudulent and spammy activities too. I find his URLs in my referrer stats, I receive his email spam from the desk of Sebastian Foss, and people get mad on me because they assume I'm him just because I blog about SEO and Internet marketing." (Quelle)

und

"I don't know if I can help you with the spam site, but I can help you spread the word and blast this sneaky blog-blaster guy out of town. I'm sure he has cought many more fish like you and me with his claiming that this is not spam and how great he is to let out this 'wonderful' program. Don't worry I'm sure he'll get himself into trouble one day trying to make easy money." (Quelle)

So wie es aussieht, hat sich da jemand mit vielerlei (hüstel) fragwürdigen und auf den schnellen Reibach ausgelegten Aktivitäten eine ganze Menge Feinde im Netz gemacht.

Sogar auf Yahoo Answers hat der Mann es schon geschafft: How do I stop getting SPAM from Sebastian Foss?

Eine Sache wäre es, nun einzugestehen, dass man sich wohl aus einer Mischung aus Gier und Naivität auf die dunkle Seite des Netzes begeben hat, Besserung zu geloben, all die fishy Websites vom Netz zu nehmen und zu hoffen, dass irgendwann all die Blog- und Foren-Einträge, die alle wutschnaubend den eigenen Namen nennen, wenigstens von den ersten Google-Seiten nach hinten rutschen. Wer öffentlich einen Fehler zugibt, wird selten gesteinigt.

Das wäre eine Sache.

Eine andere Sache ist es, weiterhin mit (hüstel, hüstel) äußerst fragwürdigen Methoden die schnellen Taler aus dem Netz abfischen zu wollen (whois) und gleichzeitig Leuten, die darüber berichten Faxe mit der Androhung juristischer Schritte zu schicken.

Ich glaube es hakt!

Weißt Du was, Sebastian Foss? Die Katze gibt Dir die Antwort:



29/07/2007

Wir basteln uns ein tragbares Fernsehstudio

Ja, ich weiß, wer so ein richtig cooler Videoblogger sein will, der faselt einfach in die Kamera, was ihm gerade durch die Synapsen saust. Authentizität, Spontaneität und so. Is schon klar.

Ich bin uncool. Ich bin so oldschool, dass ich meine Aufsager Wort für Wort aufschreibe und dann Satz für Satz in die Linse labere. In Ermangelung eines professionellen Teleprompters lief das bisher in etwa so: einen Satz auswendig gelernt, Kamera an, einen Satz aufgesagt, Kamera aus, zweiten Satz auswendig gelernt usw. (Womit ich jetzt auch endlich das Geheimnis gelüftet hätte, warum es bei den El-Rep-Anmoderationen vor Schnitten nur so wimmelt :-))

Seit Neuestem ist alles anders, denn ich habe mir nun diese lustige Konstruktion zusammengeschraubt:



Ein simples Sechs-Zoll-LCD-Display, mit Hilfe eines kleineren Noga-Arms (nach dem ich hier noch auf der Suche war), auf den Blitzschuh montiert. Zieht man alle Schrauben brav an, sitzt das Ding erstaunlich fest.



Mit der richtigen Software auf dem angeschlossenen Notbuch scrollt der Text wunderbar sahnig aufwärts und man muss nur noch eine alte Fähigkeit aus längst vergangenen Grundschulzeiten reaktivieren: laut vorlesen.

Mikro und Funkempfänger finden derweil beide auf dem J-Rod ihren Platz, der in der Mikrofonhalterung der DVX steckt.



Das Beste: Die Gesamtkonstruktion ist in der Tat mobil; das Display bezieht seinen Saft aus einem Akku-Pack, das angeblich vier Stunden halten soll. Und: Das Display kann vor Ort natürlich auch als ganz banaler Camcorder-Monitor dienen und verhält sich dann beim Sichten des gedrehten Materials ausgesprochen hilfreich.

Ideal ist das Equipment-Paket auch für angehende Kriegsberichtserstatter. Angehörigen dieser Berufsgruppe sagen böse Zungen ja nach, sie würden den ganzen Tag in der Hotelbar CNN schauen, um dann abends, während der Schalte vom Hoteldach (Rauchfahnen im Hintergrund und so), höchst Dramatisches in die Kamera zu sprechen. Aber so was behaupten natürlich, wie gesagt, nur die bösen Zungen ;-)



20/07/2007

Oh, Gott!

Jetzt kapern die Christen schon die Barcamp-Bewegung. Ist denen denn nichts heilig?



18/07/2007

Jetzt bin ich wer!

Gerade erst gemerkt: Beetlebum hat Stefan und mich verewigt. Nu is wirklich Schluss mit lustig. Geadelt. Mit einem einzigen Ritterschlag Federstrich. In Zukunft möchte ich bitte gesiezt werden. Jeden Tag. Mehrmals.

[Danke an Lu für den Hinweis]



14/07/2007

Nur die Liebe zählt

In meiner übergroßen Schublade mit der Aufschrift "Projekte, die ich ganz bestimmt mal realisieren werde, wenn ich ein wenig dafür Zeit habe", liegt das Konzept für ein Buch, das die Vergangenheit, Gegenwart und projizierte Zukunft des Internet, der menschlichen Gesellschaft und des ganzen Rests aus einem etwas spezielleren Winkel beleuchten wird. Arbeitstitel: "Der späte Sieg der Hippies".

Inhalt (in etwa): Wie das Netz und die ihm zugrundeliegende Systemarchitektur (die ja bekanntlich nicht, wie die urbane Legende besagt, militärischen Ursprungs ist, sondern vielmehr von einer Hand voll Hippies realisiert wurde, die im LSD-Rausch lieber Netzwerkkabel knoteten, statt in Woodstock rumzugammeln (Achtung: dies war eine leicht boulevardeske und verkürzende Zuspitzung)) dafür sorgt, dass Jahrzehnte später die Meme der Blumenkinder den Mainstream unterwandern.

Ja, steile These, ich weiß, aber es lassen sich landauf, landab X Indizien für diese Entwicklung finden.

Hier ist Clay Shirky, einer meiner Lieblings-Daten-Hippies: "Now we can do big Things for Love"



Großartig! Ich liebe Euch alle!



12/07/2007

Anno 1994

13 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Damals erklärte das mittlerweile verblichene Unternehmen "Digital Equipment Corp." der Welt dieses komische Interdings mit Hilfe dieses kleinen Filmchens:



So ist das eben mit der Relativität: Einerseits haben wir schon eine beachtliche Wegstrecke hinter uns, andererseits sind wir gerade erst losgegangen. Lustige Zeiten voraus!

[via Philipp]



 



















































Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

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Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

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Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.