Nach was die Leute so suchen...
Und wo landen all diese Suchenden? Hier.
Nee, Google, das üben wir nochmal, gell?

Thüringens Ministerpräsident Althaus lädt zum Erfurter Dialog, und zwar nicht irgendwen, sondern Siegfrid Scherer, einen Vertreter der Idee des so genannten Intelligenten Designs.
Darüber freut sich wiederum Bruder Bucatini sehr. So sehr, dass er Althaus heute einen offenen Brief (PDF) geschrieben hat
Mit großer Freude entnahm ich der Presse Ihre Offenheit und Ihr Engagement für einen kritischen Umgang mit evolutionären Ideen. Wir sollten unseren Kindern die Möglichkeit geben, in der Schule verschiedene Ansichten zur Entstehung der Welt, des Menschen und aller Geschöpfe zu hören.
Auch Bruder Bucatini möchte nämlich zu dieser Diskussion eingeladen werden und dort über die Religion des fliegenden Spaghettimonsters plaudern:
Vielleicht ist es noch interessant zu erwähnen, dass die uns zurzeit plagenden Naturkatastrophen, die globale Erwärmung und Hurrikane wie Katrina und Rita eine direkte Konsequenz aus der rückläufigen Zahl der Piraten seit dem Jahre 1800 sind. Zur Verdeutlichung habe ich Ihnen, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Althaus, einen Graphen mit der ungefähren Zahl der Piraten im Verhältnis zur durchschnittlichen globalen Temperatur erstellt. Mit diesem werden Sie Ihren Kritikern die statistische Relevanz unserer Argumente gut vor Augen halten können.
Bei allen Nudeln: Das ist wirklich groß!
[Gefunden im FR-Blog, Bild: Wikimedia]
Nora Ephron hat sich eine Debatte über Blogs und Journalismus angetan:
But I happen to think the Internet is a cosmic, seismic, amazing change, unlike anything that's gone before. Way more than television, it's changing the culture, it's changing the way people think, it's changing the way their brains work, it's changing pretty much everything. Although it doesn't seem to have changed panel discussions.
Und aus genau diesen Gründen werde ich nicht zu LesBlogs 2.0 fahren. Repetitae non placent, wie der Rheinländer sagt.
Es lebe die Inkonsequenz: Vielleicht fahre ich ja stattdessen zur re:publica, Blogging-Panels liegen heutzutage schließlich an jeder Ecke herum. Ach, habe ich schon erwähnt, dass ich hier eins moderiere, hier mitplaudere und hier vortrage? Und dass ich gerade für ein Medienmagazin über (gnrfzt) Blogs und Journalismus schreibe? Danach lass ich mich dann aber endgültig umschulen, zum Sportreporter oder zum Heizungsinstallateur oder so.
Ich bin nämlich langsam latent genervt, weil man je-des-Mal bei Null anfangen muss. Ob Panel oder Text: Die Debatte kommt nicht voran. Sie steht. Ich dachte eigentlich, die Ist-Bloggen-Journalismus-Frage wäre bereits vor zwei Jahren aus der Mode gewesen. Nix da: Das werde ich täglich bis zu dreimal gefragt. Mittlerweile reagiere ich bockig und verweigere ein Gespräch zu diesem Thema. Hmpff..., nicht gerade die besten Voraussetzungen für fruchtbare Konversationen. Ich weiß.
Der eine oder die andere der geneigten Leserschaft ahnt: Die Überschrift hat der Sixtus nicht von ungefähr gewählt. Das imaginäre Flossentier beschäftigt (oder beschäftigte) schließlich eine ganze Branche: die SEOs oder kurz Search Engine Optimizers. Ein Spielchen, über das ich hier dereinst schon mal schrub.
Ganz ohne SEO-Voodoo, schwarzen Katzen und Räucherstäbchen hat Meinereiner derweil die Nummer-Eins-Position für seinen Vornamen erklommen. Zwar nur bei Google Deutschland aber immerhin vor Adorf, Basler und Super.
Wollte ich nur mal verkünden, damit diesem Blog nicht etwa aus Versehen seine eitele Ichbezogenheit abhanden kommt. Wäre ja doof.
... Thomas Jefferson (Upd.: oder war's Ben Franklin?), der dereinst sprach: "Diejenigen, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit aufgeben, werden am Ende keines von beiden haben - und verdienen es auch nicht." Kam mir gerade in den Sinn.
Update: Jetzt stehts auch in der Zeitung.
So, mit ein paar Tagen Abstand folgen nun unsortiert, ungewichtet und natürlich allerstrengstens subjektiv, ein paar Erkenntnisse, die ich von meiner vierwöchigen Deutschlandreise mitgebracht habe:
1. Deutschland ist hässlich
Klar, es gibt auch ein paar hübsche Ecken und nette Landstriche, aber generell ist dieses Land wirklich nicht schön. Das kann niemand ernsthaft behaupten. Das schlimmste sind die Kleinstädte. Orte wie beispielsweise Pirmasens sind einfach die Vorhölle. Ungastlich, muffelig, grau: Jedes Lachen wirkt wie ein Fremdkörper und wird von den Ureinwohnern mit misstrauischen Blicken bestraft.
Überhaupt die Provinz: Sollte ich mich noch einmal bloggenderweise durch die Republik rollen, werde ich an Tagen, an denen ich mich in Orten unter 200.000 Einwohnern aufhalten muss, Buschzulage verlangen.
2. Deutschland ist reich
Es herrscht offenbar wuchernder Wohlstand: Wo man auch hinkommt: nagelneue Autos. Da klagen Bürger über Steuerlast und geminderte Zersiedelungssubventionen (vulgo: Pendlerpauschale) und steigen im Anschluss daran in ihre blitzblanken Audis. OK: Wahrscheinlich sind die Kisten allesamt auf Pump gekauft, das ändert aber nichts daran, dass das Geld vorhanden ist. Es ist eine Frage der Relationen: Wer sich früher alle zwei Jahre ein neues Auto angeschafft hat und nun seit drei Jahren den gleichen Wagen fährt, empfindet das wahrscheinlich bereits als unerträgliche Zumutung und beschwert sich lautstark über diese vermeintliche Ungerechtigkeit. Eine Attitüde, die ich zutiefst verabscheue.
3. Deutschland ertrinkt im Audio-Müll
Ob an Raststätten, in Hotel-Frühstücksräumen, auf Toiletten, in Tankstellen und wahrscheinlich sogar in Beichtstühlen: Überall dudeln diese unerträglichen, profillosen Privatradiosender vor sich hin: Es ist zum Hirnerweichen. Die Audiorezeptoren der meisten Beschäftigten in der Gastronomiebranche sind durch Dauerbewurf mit akustischem Unrat offensichtlich bereits abgestorben. Auf meine Bitte hin, doch bitte das Radio etwas leiser zu drehen, antwortete mir eine Kellnerin einmal: "Radio? (Pause, in die Phil Collins hinein jammerte) Ach das meinen sie..."
Wer auch immer dieses Land in den nächsten Jahren regiert: Priorität Nummer eins sollte die Verhundertfachung der GEMA-, GEZ- und sonstigen Gebühren für Dudelkästen im öffentlichen Raum sein, damit diese Psycho-Folter mal ein Ende hat.
4. Deutschland hat ein Software-Problem
Politiker, speziell regionale und lokale, doktoren gerne an der Hardware herum. Sie fordern Umgehungsstraßen, Autobahnanschlüsse, ICE-Bahnhöfe, Gewerbegebiete und sonstigen Krimskrams. Das ist -- mit Verlaub -- gesteigerter Bullshit. Die Hardware in dieser Republik ist super in Schuss, nur an der Software mangelt es. Zu lange sind wichtige Patches und Updates nicht aufgespielt worden. Deutschland gleicht einem High-End-Computer, der unter einem Betriebssystem aus den 70-ern läuft. Angst-Subroutinen haben sich verselbständigt und fressen kostbare Systemressourcen. Trägheits-Tasks ziehen im RAM ihre Endlosschleifen: Dieses Land lebt im Idle-Zustand. Jeder wartet auf irgend etwas und die ganz nervigen Zeitgenossen warten darauf, dass es irgendwann so sein wird, wie sie glauben, dass es einmal war.
Ansonsten ist es aber ganz nett hier :-)
Ach ja: Kann das mal bitte jemand übersetzen? Danke.
Blogtour:Reprise -> Reisedokumentation der Wahlkampfdokumentation auf blogtour.heute.de.
Texte, Fotos und Trophäen aus einem Land vor der Wahl: Vier Wochen Deutschland in einer Nacht.
Samstag, 01.10.2005, ab 21:00 Uhr
WP8, Kölner Straße 73, 40210 Düsseldorf
Anwesenheitspflicht! Ausreden jeglicher Art werden bis nach Jamaika geschwampelt und mit Bütikofer nicht unter zwei Stunden bestraft.
Ich glaube, ich bin wieder zu Hause. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Wenn es stimmt, dass beim Reisen die Seele zu Fuß hinterher latscht, ist meine jetzt wohl ungefähr in Bielefeld.
Ein etwas detailierteres Fazit der Tour folgt noch. Bald. Demnächst. Irgendwann.
