Ich geh jetzt erstmal hier hin:

Sitzen eigentlich schon fleißige Programmierer an einer Applikation, die GPS-Signale, Google-Maps und Blog-APIs miteinander verwebt? Würde langsam mal Zeit -- und eine Menge Handarbeit sparen. (Ach: Wo ihr gerade am Coden seid: Ich wünsche mir Schnittstellen zu Flickr und zur Wikipedia. Ja? Danke.)
Mal kurz überlegen: Wenn Schröder eine vorgezogene Bundestagswahl mit dem Argument der "mangelnden Handlungsfähigkeit" erreichen will, kann er damit doch eigentlich nur meinen: Nach der NRW-Wahl ist der konservative Blog Block im Bundesrat noch größer geworden. Dagegen können wir nicht anregieren.
Die Mehrheit im Bundestag hat ja bekanntlich Rot/Grün. Den Bundestag kann er also nicht meinen. Oder?
Nach dieser Logik müsste eine "handlungsfähige" Regierung also eine sein, die in der Lage ist, ihre Gesetze durch die schwarze Mehrheit im Bundesrat zu pauken. Oder?
Sollte es zu einer vorgezogenen Wahl kommen, wird nun aber dummerweise nicht der Bundesrat gewählt, sondern der Bundestag. Wenn es also darum geht, eine Regierung in Berlin zu haben, die hochtwahrscheinlich nicht durch den Bundesrat ausgebremst wird, kann diese doch nur schwarz sein. Oder?
Habe ich da eine Lücke in der Logikkette oder fordert Schröder mit seiner Argumentation die Wähler dazu auf, für CDU/CSU zu stimmen?
Man kläre mich auf.
Allenfalls eine "vorgezogene Bundestagswahl". So viel Zeit, liebe Kollegen, muss dann doch sein.
Konsquent. Viel Glück!
Aus der großen Rubrik "Wie hält man Herr Sixtus von der Arbeit ab?":

Ich bin ja bekennender Doctor Who-Fan, außerdem noch bekennender Soundtrack-Enthusiast und obendrein noch bekennender Kindskopf. Aus letzterem Grund kündigt sich beispielsweise eine SMS auf Herrn Sixtus' Handquatsche durch den Sound einer Dalek-Gun an. (Wenn ihr das albern findet, solltet ihr erstmal hören, wie ein Anruf klingt.)
Wenn man Herrn Sixtus also wenigstens zwei Stunden von der Arbeit abhalten will, muss man ihn nur auf eine Website wie diese hier schicken: Tonnenweise Remixe der originalen Doctor-Who-Titelmusik.
Meine persönlichen Highlights: Doctor Who goes Ska goes Heimorgel. Der Track wackelt und holpert und droht permanent auseinander zu brechen, hält aber doch irgenwie durch eine Art akustischen Tesafilm zusammen. Auch sehr hübsch: Doctor Who meets Michael Nyman meets Kirmes-Techno, Doctor Who dances BigBeat, der orchestral-bombastische High-Noon-Mix, irgendetwas, was ich Mexikanisches Midi-Mariachi-Orchester nennen wurde und -- absolut unvergleichlich und geradezu menschenverachtend gut: Doctor Who vs. Britney Spears Toxic!
Und wer ist daran schuld, dass ich seit Stunden Sitzpogo tanze, statt meine Arbeit zu erledigen? Comic-Autor Waren Ellis, über dessen Flickr-Account und Blog ich heute stolperte. Shame on you, Warren!
Fein: Konstantin ist wieder da. Und diesmal hat er Verstärkung dabei. Willkommen zurück!
Ich habe ein gaaanz gaaanz tolles Projekt in der Planung und würde am liebsten schon alles ausplappern. Aber ich darf nicht. 100-prozentig in trockenen Tüchern ist die Sache noch nicht und ab wann sie angekündigt wird, muss auch noch mit dem Auftraggeber besprochen werden. Aber so viel verrate ich: Es wird gaaanz gaaanz toll! :-)

Graduating Girls.
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... das Ding kann ja wohl gar nichts! Wo ich es gerade auf dem Speicherchip meiner Kamera finde und mich daran erinnere, wie ich zufällig und ungeplant davor stand: Darum ging die ganze Aufregung? Wirklich?
Peinlich.

Manche Menschen philosophieren gerne (siehe --> Altbier) darüber, dass das Rheinland wahrscheinlich die einzig mediterrane Region Deutschlands ist. Manchmal glaube ich, sie haben Recht.
In Anlehnung an die populäre Rubrik in der brand eins, heute live auf SIXTUS.NET: Der Lobbyismus.
Anzahl der registrierten Lobbyismus-Unternehmen in Washington im Jahre 2005: 34.750
Zuwachs seit 2000 (in Prozent etwa): 100
Anfangs-Jahresgehalt eines Lobbyisten (in US-Dollar): 300.000
Betrag, den Hewlett-Packard 2004 in Lobbyismus investierte (in US-Dollar): 734.000
Anstieg im Vergleich zu 2003 (in Prozent): 100
Summe der Ausgaben der öffentlichen Hand in den USA im Jahre 2004 (in Billionen US-Dollar): 2,29
Anstieg seit 2000 (in Prozent): 30
Typisches Jahresgehalt abgehalfterter Politiker in der Lobby-Branche (in Millionen US-Dollar): 1-2
Alle Zahlen: Washington Post.
Herr Sixtus goes Cover-Story.
Die New York Times hat jetzt auch eine Blog-Kolumne.
Manchmal fühle ich mich ja ein wenig wie der berühmte Rufer in der Wüste. Dass Blogs irgendwie, irgendwo und überhaupt die Medienwelt verändern werden, hat mittlerweile wohl selbst der Stadtbote Fulda kapiert. Dass das Netz aber das Alpha-Medium des 20-ten Jahrhunderts als nächste Speisenfolge auf dem Menü hat, will den meisten Fernsehmenschen noch nicht ins Hirn.
Als das Internet sich anschickte Stellen-, Auto-, Immobilien- und sonstige Kleinanzeigen aufzusaugen und vielen renomierten Tageszeitungen dadurch nicht nur die Butter vom, sondern gleich etliche Scheiben des ganzen Brotes aus den Händen riss, reagierten die meisten Verlagshäuser bekanntlicherweise eher irritiert und die Verleger hofften, dieses komische Internet möge doch bitte wieder weg gehen, so wie eine Grippe oder der Besuch nerviger Verwandter. Es ging natürlich nicht wieder weg, es wird auch nicht mehr gehen und langsam realisieren das auch zähneknirschend die Verlagslenker. Was sie sich einfallen lassen um ihre wirtschaftliche Situation zumindest zu stabilisieren, ist ihre Sache. Das ist ihr Beruf. Ich stehe nur daneben und wundere mich, wie lange es dauert, bis eine Erkenntnis in den obersten Etagen ankommt.
Themenwechsel: TV, das Medium, mit dem die meisten von uns aufgewachsen sind. Glamour, Fernsehpreise, Deutungshoheiten, Millionen Wetten-dass-Glotzer. Am letzten Wochenende durfte ich erleben, wie selbstzufrieden und selbstverliebt Vertreter dieser Branche durchs Leben gehen. Das Netz als Herausforderung? Pffft. Ich bin Peter Klöppel. Viel wichtiger: Stehen oder sitzen, während man die Nachrichten vorliest.
Ich bin nicht Peter Klöppel. Ich bin das Orakel von Flingern und ich prophezeihe: In spätestens zehn Jahren ist programmiertes Fernsehen ein Randmedium für die Alten und die Dummen. Die Jungen und die Nichtganzsodummen werden dann längst woanders sein.
Das erzähle ich hier nicht zum ersten Mal, wie jedes gute Orakel habe ich einen Sprung in der Platte und wiederhole mich gern. Hier habe ich diese These schon mal etwas länger ausgewalzt und werde es künftig noch häufiger tun. Aktueller Anlass: "Global Frequency"

Global Frequency ist ursprünglich ein DC-Comic. Comic-Verfilmungen sind gerade hip und daher lag es natürlich nahe, die allseits beliebten Zeichnungen in bewegte Bilder zu verwandeln. Gemäß der Regeln des amerikanischen TV-Geschäfts produziert man also erstmal einen Pilotfilm. Kommt der an, geht das Ding in Serie, sonst halt nicht. Ganz einfach eigentlich.
Gefällt der Pilot hingegen noch nicht einmal den Auftraggebern, geht gar nichts in Serie und selbst der Testfilm wird dann nicht ausgestrahlt. Auch ganz einfach. Survival of the Fittest. So war das immer. GF passierte es im letzten November, dass niemand sie lieb hatte. Aus die Maus, tot, Feierabend. Endstation Archiv.
Diesmal aber ist etwas anders: Der Pilotfilm von Global Frequency fand kürzlich irgendwie (PR? Wer weiß? Falls, ja, war es eine nahezu perfekte Aktion) seinen Weg ins Internet. Via BitTorrent gelangte er quasi zwangsläufig auf X Festplatten und sorgte für eine Menge Gesprächsstoff. Vielen gefiel er (was ich von dem Filmchen halte, tut hier nichts zur Sache) und die Fans einer Serie, die nie im TV zu sehen war, machen nun plötzlich für die Realisierung eben dieser Serie mobil.
Produzent John Rogers ist von den Socken und ein wenig hilflos, da der Schlüssel zu der Kasse, die das Projekt ermöglichen würde, nicht in seinem Besitz ist. Aber er sieht klar:
"I bitch and moan about how all this emergent technology is going to change the entertainment industry and nobody's taking advantage of it. And here I have, well, unless I'm mistaken, a fan base which exists and is trying to organize for a show which has never appeared on television. Not a cancelled show -- a show which has literally never aired on broadcast television."
Er sieht zwar weiterhin schwarz für eine komplette Serie, stellt aber kopfschüttelnd fest:
"On the other hand, the entire idea of Global Frequency is of ordinary people subverting the establishment and getting things done. The concept of a fan base for the show subverting the establishment and getting things done ... frankly that's a little irresistible."
In den Kommentaren heißt es dann:
"It might be a paradigm shift to try to bring a new series direct to DVD/Internet - but it's exactly the paradigm shift that I believe the television needs."
Exakt! Wer braucht noch Sender? Oder gar Senderfamilien? Wer will sich von Programmplanern den Abend diktieren lassen? Das Distributionsmodell werbefinanziertes Free-TV stinkt bereits wie toter Fisch. Die Produzenten sind da, ihr Publikum ist da, wer will noch die eitlen Mittelsmänner? Klar, irgendwie muss noch Geld den Besitzer wechseln, aber dafür existieren ja auch bereits einige erste Ideen.
Aber noch hoffen die Fernsehmacher wohl, dass dieses komische Internet einfach wieder verschwinden wird.
Mein Name ist immer noch nicht Peter Klöppel und während ich diesen Eintrag verfasse, stehe ich nicht, sondern sitze auf einem Stuhl. Und nun das Wetter.
To be continued.
Update: Das ORF hat ein paar Zahlen zum Trend.
Wer im Großraum Düsseldorf noch nicht weiß, wo er gleich das fußballerische Highlight des Jahres genießen soll: Traditionell schaut Meinereiner internationales Ballgekicke im WP8. Fachsimpeln, Flaschenbier und Fußballwetten. Was braucht man mehr? Bis gleich.
Update: Nö. Heute kein WP8. Bei dem Wetter wird gegrillglotzt bzw. geglotzgrillt in oder besser vor der Datscha. Falls noch jemand dazu stoßen will, nur zu:
... finde ich es, dass die Mac Expo ausgerechnet in Köln stattfindet. Das hat was.

OK. So sehr random ist die Auswahl mittlerweile nicht mehr ;-)
Anime Boston 2005
More Pics tagged with 'costume'.
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Ja, Jochen, fein, dass dich die schweizer Presse und die Frankfurter Bleiwüste lobt. Meinereiner lässt sich derweil lieber von der Süddeutschen Honig ums Maul schmieren:
Netzexperten wie Mario Sixtus raunen bereits vom Ende des Fernsehens als Broadcasting-Medium. "Auf dem Menü der Flimmerkiste von morgen könnten die Werke von Amateur- und Hobby-Videoproduzenten direkt neben Spielfilmen aus dem Kabel und Serien aus dem Netz liegen."
So, Jochen, jetzt bist du wieder dran =8-]
Nein, das da ist kein Mac, sondern mein wunderhübsches künftiges Arbeitswerkzeug, das sich sich bald auf den Weg zu mir macht.
Xiao Mei with her Kitten.
More Random Pics.
Hübsche Website hast du. Und faire Preise. Ich könnte glatt zu einem Impulskauf neigen. Allerdings: Dass bei dir das Telefon durchklingelt, macht mich misstrauisch. Dann lieber doch nicht. Schade eigentlich. Trotz fairer Preise und hübscher Website möchte ich nämlich ganz sicher sein, dass da irgendwo ein echter Mensch ist, mit dem ich Geschäfte mache.
Alvar Freude ist heute in zweiter Instanz vor dem Landgericht Stuttgart vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden. Die Amtsgerichtsverhandlung im letzten Jahr hatte ich ja noch als rasender Gerichtsreporter begleitet, diesmal fehlte mir leider die Zeit.
Trotzdem oder deshalb nur von dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch Alvar! Nu feiert mal schön!
Nachtrag: Hier detailierte Erläuterungen von Alvars Anwalt Thomas Stadler und hier ein kurzer Prozessbericht.
So. Gut jetzt. Nachdem ich mir nun ein großes Feature für ein Technologie-Magazin und einen längeren Artikel für eine Wochenzeitung über Blogs und Social Software aus dem Hirn gewrungen hab, ist das Thema für mich erstmal durch. Nein, nicht falsch verstehen, ich empfinde das, was da gerade passiert immer noch als elektrisierend, toll und stufe es daher natürlich in die Kategorie 'berichtenswert' ein, aber ich bin erstmal durch mit diesem Thema, weil ich durch bin. Ich habe einfach ein wenig zu monothematisch gearbeitet in der letzten Zeit.
Dazu kommt -- und über diese Problematik habe ich mich am Wochenende etwas ausführlicher mit Janko beim Milchkaffee unterhalten: Es hat etwas religiöses. Irgendwann endet man mit dem Satz: 'Probier es aus, oder du wirst es nie verstehen'. Das ist eine Formulierung, die auch ein Drogendealer oder Sektenguru gebrauchen könnte.
Kurz: Die Welt ist voll mit Geschichten und Phänomenen, über die man dringend berichten sollte -- auch und gerade im Technologie-Bereich. Daher werde ich mir in den nächten paar Wochen oder gar Monaten eine Social-Software-Diät verpassen. Damit ich mal auf andere Gedanken komme. Overdosed. Indeed.
Was übrigens nicht heißt, dass ich mich für meine vorerst letzten Texte in diesem Genre schäme. Im Gegenteil: Ich finde sie toll und werde die Freiheit dieses Blogs natürlich nutzen, auf ihr Erscheinen hinzuweisen.
Und jetzt schreib ich erstmal was über die Rückkehr der gemeinen Steinlaus.
Oder so.
Schön wars! Und auch nochmal von dieser Stelle: Viel Erfolg!
Vorträge über Blogs zu halten ist ja die Mode der Saison. Diesem Trend kann ich mich nun auch nicht länger entziehen und werde bei einer Veranstaltung der Adolf-Grimme-Akademie versuchen, den anwesenden Herrschafften aus den Nachrichtenredaktionen der deutschen Fernsehsender einen kleinen Einblick in die wundersame Welt der Blogs zu geben.
Passenderweise hat mein Notebook vorgestern entschieden, dass es doch lieber eine Heizung sein will, als ein Computer und sich so um die Fahrt gedrückt. Nun muss die Tour halt mit dem Drittnotebook eines Freundes realisiert werden: einem Medion [Hüstel] aus dem Jahr 2000. Wird schon schiefgehen.
Lustigerweise ist Janko zeitgleich in Berlin. Nach Möglichkeit treffen wir uns dann endlich mal, nachdem wir jahrelang über nahezu die gleichen Themen für nahezu die gleichen Publikationen geschrieben haben. Würde mal Zeit.
So. Gut jetzt. Muss noch packen.
Ich finde es ganz toll, dass ihr mich zu einem mehrtägigen, internationalen Kongress über Zukunft, Innovation, Netzwerke und das ganze Yaddayadda einladet. Ich finde es noch schöner, dass ihr bei geladenen Pressevertretern auf den Eintritt in vierstelliger (!) Euro-Höhe verzichtet. Sehr schön finde ich auch die Aussicht, in einem südeuropäischen Land für ein paar Tage der deutschen Schafskälte zu entfliehen. Und euer Angebot, euch an Reise- und Unterbringungskosten zu beteiligen, empfinde ich als ausgesprochen generös und: Nein, ich sehe das nicht als Bestechung an und fühle mich dadurch nicht zu einer tendenziösen Berichterstattung genötigt. Aber jetzt mal ernsthaft: Wieso schickt ihr mir so eine tolle Einladung drei Tage bevor der Event startet? Tut mir leid, sooo spontan bin ich leider nicht mehr. Vor zwanzig Jahren vielleicht... Schade. Wird also nichts daraus. Vielleicht ja im nächsten Jahr.
Wetten, dass "War of the Worlds ein grottenschlechter Film ist? Das ist nämlich die einzig logische Erklärung dafür, dass die Japan-Premiere des Retro-SciFi-Schinkens gerade um zwei Wochen verschoben wurde. Vorgeblicher Grund: Angst vor Raubkopierern.
Jeder, der sich schon mal so einen abgefilmten BlogBlockbuster mit malaiischen Untertiteln und Rumpelsound aus dem Netz gezogen hat, weiß, so ein Unterfangen hat mit Kinoerlebnis so viel zu tun, wie eine Alpenpostkarte mit einer Bergbesteigung. Jeder weiß das. Ich verkünde hier keine Geheimnisse.
N Downloads flimmeriger Heimlichabfilmungen aus dem Netz resultieren daher eben
Im Gegenteil. Ist der Film wirklich große Klasse, dürfte die Rechnung eher lauten:
P = Ü + N/T
(wobei T für den Trägheitsquotienten steht). Nehmen wir jetzt noch den Blogaspekt hinzu, also all die Netzsauger, die nach einer privaten Bittorrent-Preview in die Welt hinausbloggen, wie toll doch der Streifen ist, ergibt sich
P = Ü + (N + B)/T
(B, wer hätte es geahnt, steht stellvertretend für die Blogleser).
Ganz fertig sind wir allerdings noch nicht: Wer einen Film gesehen hat, teilt seine Meinung darüber naturgemäß gerne und möglichst schnell seinem sozialen Umfeld mit, nicht nur via Blog, sondern eben auch per Face-Mail in der Kaffeepause, per SMS, E-Mail oder IM. Nennen wir diese Variable doch einfach mal M für Mundpropaganda.
(Tusch!) Here we are: The (almost) ultimate Formula for Kinopremieren-Wochenenden-Publikum lautet:
P = Ü + (N + B + M)/T
Eigentlich toll, oder? Anstatt sich mit Ü begnügen zu müssen, also mit den Leuten, die eh ins Kino gehen oder sich durch die üblichen Trailer und Vorankündigungen motivieren lassen, rennen plötzlich -- ohne dass es einen Cent mehr kostet -- eine unbestimmte Zahl mehr Menschen in die Popcorn-Paläste. Wo bleibt der Haken? Ist die Formel falsch? Kennen die Filmfirmen diese einfache kleine Rechnung vielleicht überhaupt nicht? Von wegen! Sie kennen sie ganz genau. Und sie zittern davor.
Die Formel ist natürlich noch nicht ganz fertig, denn alle Variablen rechts des Gleichzeichens außer Ü besitzen einen Informationsvorsprung, entweder aus erster oder aus zweiter Hand. Und das macht diese Gruppe so gefährlich. Ü kann man mit Making-Offs, lancierten Pressestorys und Hochglanzplakaten in die Lichtspielhäuser treiben. Dieses Prinzip verfolgt die Filmwirtschaft seit 100 Jahren. Das Handwerk verstehen sie und so wollen sie gerne weiter machen. Das Problem, welches neuerdings Kaltschweißigkeit bei den Film-Marketing-Verantwortlichen hervorruft, heißt Kommunikation: Alle Variablen rechts des Gleichzeichens -- außer Ü -- kennen nämlich ein weiteres Geheimnis dieser Gleichung: den wohlgehüteten Inhalt des Qualitätsfaktors Q. Fügen wir diesen in unser kleines, mathematisches Konstrukt ein, erhalten wir sogleich:
P = Ü + Q · ((N + B + M)/T)
Und jetzt wird es spannend: Das weiter oben geschilderte, optimistische Szenario findet nämlich nur statt, wenn Q einen positiven Zahlenwert besitzt: wenn der Film gut ist, wenn er spannend ist, wenn er witzig ist, oder wenigstens Trash-Charme ausstrahlt. Dann laufen dank vernetzter Kommunikation tatsächlich mehr, als die üblichen Ü in die Flimmer-Katakomben.
Was aber -- oh Schreck -- wenn Q für eine negative Zahl steht? Wenn der Film grottenschlecht ist, langweilig, hölzern, unlustig, Trash ohne Charme? Dann, liebe Leute, bekommt die Filmindustrie Probleme. Denn in diesem Fall knabbern all die fröhlich Kommunizierenden und Downloadenden an Ü und somit -- was viel schlimmer ist -- an P.
Ü wird weniger. Da helfen dann auch keine Vorab-Features auf Prosieben und keine Kinokarten-Verlosungen auf Dudelradiosendern mehr. Wenn ein Angehöriger der Ü-Gruppe von X seiner N-, B- oder M-Freunde gehört hat, ein Spielfilm sei großer Mist, dann verlässt er ganz schnell die Ü-Gruppe und wird niemals zu P gehören.
So einfach ist das: Tipping Point, Buzz-Marketing, das ganze Blabla: Wer Angst vor der Meinung seiner Kunden hat, weil er befürchtet, sein Produkt wäre zu schlecht um am Markt zu bestehen, der versucht Kommunikation zu vermeiden, statt sie zu nutzen.
Was lernen wir also aus unserer kleinen Formel? Wer sein Publikum fürchtet, hat höchstwahrscheinlich nur Scheiße zu verkaufen. Ergo kann man an Maßnahmen, die Kommunikation verhindern wollen, Scheiße erkennen.
Deshalb, und nur deshalb, finden Premieren aufwändig produzierter Filme heutzutage weltweit am gleichen Tag statt: um den Wert (und vor allem das Vorzeichen) des Q-Faktors möglichst lange geheim zu halten.
So. Das wars für heute, putzt bitte die Tafel, macht in der Pause nicht wieder so viel Lärm beim Downloaden und benutzt beim Bloggen nicht mehr so viel Fäkalworte.
Nachtrag: So ganz auf dem Holzweg scheine ich mich ja nicht zu bewegen, wie SpOn über eine Nature-Story berichtet. Aber nicht vergessen: Hier habt Ihr es zuerst gelesen :-)
Interessant, was als erster Treffer erscheint, wenn man nach "Unsympath googelt. Auch hübsch: "Langweiler" ;-).
Ob Frau Merkel da rein passt?
Jedes Mal wenn ihr streikt, kostet mich das bares Geld. Und euch kostet es den kümmerlichen Rest meiner Solidarität.
Drüben bei Wired wirft Gary Wolf einen Blick auf eine 298-Seiten-Studie, welche die Vorgänge in den Twin Towers am elften September nach dem Einschlag der Flugzeuge untersucht. Er kommt dabei zu einer interessanten Erkenntnis: Wer damals den Notruf anrief und dann brav den Anweisungen folgte, hatte gute Chancen, bald den Löffel abzugeben. Wer aber die Notfall-Vorschriften ignorierte und sich auf eigene Faust auf den Weg nach unten machte, (z.B. trotz striktem Verbot einen Fahrstuhl nutzte,) besaß hingegen recht gute Überlebensaussichten.
Was schließen wir daraus? Panik ist besser als Besonnenheit? Keineswegs. Vielmehr: In einer Welt der vernetzten Kommunikation sind ganz normale Menschen sehr schnell sehr viel besser informiert, als Autoritäten die sich irgendwo außerhalb des Szenarios aufhalten. Handys, Blackberrys, Gegensprechanlagen und natürlich die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda haben die Leuten vor Ort in die Lage versetzt, die reellen Gefahren besser einzuschätzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Für Gary Wolf ist mit dieser Erkenntnis die Idee eines zentralen Heimatschutzministeriums gescheitert:
This is the real source of homeland security: not authoritarian schemes of surveillance and punishment, but multichannel networks of advice, information, and mutual aid.
Hören Sie das, Frau Merkel?
Ärgerlich kann es sein, wenn du deiner inneren Stimme kurzfristig mal den Mund verbietet, anstatt auf sie zu hören, wie sich das gehört. Ärgerlich ist es beispielsweise, wenn du dich von einer PR-Trulla belatschern lässt, ihr bei der Erstellung eines Broschürentextes zu helfen ("technisches Thema, ich hab davon keine Ahnung, du kannst doch so was.") und du besagte innere Stimme, die gerade ein "nee, eher nicht" in dein Sprachzentrum einspeisen wollte, mit der Aussicht auf viele, viele Taler, zur Herausgabe eines "na, warum nicht" zwingst.
Ärgerlich ist es, wenn das Thema dann erwartungsgemäß staubtrocken und totlangweilig ist und du dich erstmal drei Tage durch kniehohe Papierstapel wühlen musst, bevor du auch nur ansatzweise verstehst, was der Kunde vielleicht und unter Umständen kommunizieren wollen könnte.
Ärgerlich ist es, wenn du nach drei Tagen Einarbeitung gerade damit beginnst, einen Rohtext zu formulieren und plötzlich (Sonntag, 19:00 Uhr) durch das Klingeln eines Telefons, welches du ausschließlich beruflich nutzt, dabei unterbrochen wirst. Ärgerlich ist es, wenn dann die PR-Trulla am anderen Ende der Leitung erklärt, dass der Auftrag geplatzt sei, weil der Kunde ganz plötzlich und unerwartet gemerkt habe, dass er überhaupt nicht weiß, was er eigentlich vielleicht und unter Umständen kommunizieren wollen könnte.
Ärgerlich ist es dann erst recht, wenn die PR-Trulla meint, die von dir bisher geleistete Arbeit sei nicht vergütungspflichtig und die entsprechende Rechnung könne man einfach ignorieren.
Ärgerlich für die PR-Trulla ist es dann allerdings, wenn ein Drohschreiben vom zuständigen Amtsgericht sie schließlich dazu nötigt, mit meinem Anwalt Kontakt aufzunehmen und um eine gütliche Einigung zu betteln. Ärgerlich für die PR-Trulla, dass sie jetzt die Kosten für den ganzen Mahn-Klumpatsch obendrein auch noch zahlen darf.
Ärgerlich für mich ist es, dass ich so blöd war, mich auf so einen dämlichen PR-Auftrag überhaupt einzulassen.
Damit ich mich zukünftig ein winzigwenig weniger ärgern muss: Liebe PR-Leute dort draußen in der Welt. Ich mache keine PR-Texte. Fragt bitte nicht mich, fragt einfach jemand anderen. Euer Geld will ich auch nicht. Ich schreibe lieber für karges Zeilengeld über tolle Themen, die mich interessieren, als dass ich für dicke Scheine dabei helfe, eine lahmarschig-langweilige Unternehmensbotschaft in die Welt zu pupsen.
Nö. Nie wieder. So viel Luxus muss man sich mit vierzig Jahren einfach leisten können.
Ärgerlich, dass ich das nicht schon früher so deutlich gesagt habe.
Gefunden bei Loic.
Wir haben es ja bei der Währungsumstellung alle geahnt: Der im Vorfeld veröffentlichte Kurs (ein Euro so ungefähr zwei Mark) war purer Fake. In Wirklichkeit wurde still und heimlich eins zu eins umgestellt. Den Beweis für diese Theorie liefert jetzt endlich, Jahre später, die Bundespost Telekom T-com: Bis zum 31. August kann man in Deutschlands Quatschkästen wieder mit DM-Münzen bezahlen. Und zwar zum Kurs 1 Euro = 1 DM.
Ob die Aktion ein Erfolg wird, bleibt indes fraglich: Zwar schlummern noch etliche Millionen DM-Münzen in deutschen Haushalten, die Zahl der Telefonzellen in der gesamten Republik ist hingegen auf gefühlte fünf geschrumpft.
Vor knapp einer Woche wies meiner einer darauf hin, dass sich hinter Blogebrity aller Wahrscheinlichkeit nach eine virale Marketing-Kampagne verbirgt. Diese Meldung stand hier keineswegs exklusiv, sondern schwirrte schon eine ganze Weile durch die Blogosphäre.
Das altehrwürdige Time-Magazin hat nun eine kleine Rubrik namens "Blogwatch" (so etwas ähnliches wie das hier). Dort sitzt also ein Journalist, klickt sich durch etliche Blogs und formt dann aus seinen Fundstücken einen kurzen Text. So weit, so gut. Leider scheint der Kollege sich jedoch nicht besonders tief in die Blogwelt vorgewagt zu haben, denn in seinem Artikel findet sich keinerlei Hinweis auf den mutmaßlichen Fake-Charakter von Blogebrity.
Hätte der Mann einfach ein paar Blogs mehr gewatched, wäre ihm das wohl nicht passiert.
