Wikipedia: "Der Name ist der Legende nach vom russischen Wort für schnell, быстро (sprich: bystro), abgeleitet. In der Folge der napoleonischen Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die Kosaken Paris besetzt, wo ihnen geschäftstüchtige Wirte eine kleine, schnelle und günstige Mahlzeit anboten."
Immer mehr französische Gastronomen kapieren, dass WLAN kein Luxus ist, für den man seinen Gästen X Euro je Stunde oder KB abknöpft, sondern vielmehr ein Service; so wie eine funktionierende Heizung im Winter oder Seife auf den Toiletten. Für Connectivity Geld zu verlangen, ist schlicht unsympathisch. Ich fürchte, diese Erkenntnis wird sich im schnarchnasigen Teutonia nicht so schnell verbreiten. Die Momente, in denen ich auf andere Länder neidisch bin, vermehren sich in den letzten Jahren erschreckend.
Ein Mem startet: "Wir sind Papst." Dazu sage ich nur: All your Base are belong to Pope.
In den nächsten Tagen wird es hier ein wenig ruhiger. Am Montag werde ich aus Paris zwar noch ein wenig für Heise-Online bloggen, danach muss ich aber endlich die gefühlten hundert Artikel runterschruppen, die ich mir aufgehalst habe. Daher verordne ich mir kurzfristig ein striktes Blogverbot. Ein Bonbon habe ich aber noch: Ein ungewöhnliches, wiewohl verzauberndes neues Kleinod aus dem Hause Pyrolator: Bombay 1 - Strobl. Hörbefehl!
Wie wärs denn mal mit Aufräumen, Herr Sixtus?

Da war doch was? Richtig: Les Blogs in Paris am nächsten Montag. Heute Mittag mal unverbindlich drei Hotels in Konferenznähe angemailt. Natürlich auf Englisch, da mein Französisch nur unwesentlich besser als mein Urdu ist. Was passiert? Nichts. Stunden später schimpfe ich zwar leise aber dennoch mantraartig sämtliche mir greifbaren Vorurteile über englischverweigernde Franzosen und mailverweigernde Hotels herunter, als mir plötzlich ein Einfall einfällt und -- richtig geraten: Alle drei Antworten im Spamfilter hängen geblieben. Ich entschuldige mich hiermit in aller Form bei allen Hoteliers im Allgemeinen und bei den französischen im Besonderen. Email is broken. Really.
Wen es interessiert: Ich werde mich wohl im Holiday Inn einquartieren.
Update: Wired entdeckt die französische Blogosphäre und "Les Blogs".
Via selbr
Auf vielfachen Wunsch einiger weniger Blogger erscheint das wöchentliche BlogLog (Danke Annette für diese griffige Begrifflichkeit) in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau ab sofort mit echten Permalinks! (Vielen Dank auch an die Online-Kollegen der FR für diese unbürokratische Kooperation.) Nun klickt mal schön!
Ungefähr drei Minuten nachdem klar war, dass der Jupp nun neuer Pope ist, klickte ich mich kurz durch die üblichen Infoseiten um zu sehen, wer wohl die Nase vorn hat. Spiegel.de, tagesschau.de, heute.de? Fehlanzeigen. Der Wikipedia-Artikel zu Kardinal Ratzinger präsentierte sich hingegen so:
Hut ab! Für mich der neue Maßstab für Informationsgeschwindigkeit.
Hier die Live-Cam vom Schornstein der Sixtinischen Kapelle (Real Video). Wers braucht... (Und bevor mich jemand fragt: Nein, ich bin mit dieser Combo weder verwandt noch verschwägert.)
Als Oliver Eberhardt und ich vor etwa anderthalb Jahren die Erkenntnis veröffentlichten, dass hinter der obskuren, angeblich in einem palestinensischen Flüchtlingslager ansässigen, Filesharing-Börse Earthstation 5 (kurz: ES5) in Wirklichkeit der verurteilte und flüchtige Betrüger (und Domaindieb) Stephen M. Cohen steckte, sorgte das seinerzeit für einigen Buzz im Web. Sogar der altehrwürdige Economist schrieb damals die Story bei uns ab.
Danach wurde es recht ruhig um die Bande. Die Software taugte nicht viel und die P2P-Gemeinde verlor irgendwann das Interesse an den großmäuligen Verlautbarungen von ES5. Bereits im Februar registrierte Slyck einen in der Luft liegenden Verwesungsgeruch. Nun scheinen die Lichter endgültig ausgegangen zu sein: Die Domains www.es5.com, www.earthstation5.com und www.earthstationv.com sind jedenfalls seit Tagen nicht mehr zu erreichen -- wiewohl noch konnektiert. Und: Offenbar ist das außer mir noch niemandem aufgefallen.
Tschüss ES5, niemand wird euch vermissen.
Über Nacht hat sich mein Dealer verpieselt. Ich leide unter schwerstem Entzug. Kaum ein Trost, dass ich damit offenbar nicht alleine bin. Herrgottsakra: Ich brauch meinen RSS-Fix!
Update: Entwarnung, er ist wieder da. Der Albtraum ist beendet. Furchtbar, wenn einem die eigene Abhängigkeit so eindringlich demonstriert wird.
Habe gerade ein wenig mit dem Einbau von Google-Ads auf den Artikel-Seiten herumgespielt. Ergebnis: zumindest im Firefox reloaded jede mit einer Anzeige verschönerte Seite direkt nach dem Aufruf drei bis x Mal, bevor sie endlich Ruhe gibt. Das geht natürlich gar nicht. Hat wohl irgendetwas mit dem IFrame-Spökes des Anzeigencodes zu tun, vermute ich. Der IE verhält sich hingegen brav. Kennt jemand das Problem oder hat vieleicht sogar eine Lösung parat?
Nachtrag: Lösung selbst gefunden: Die Seiten hatten im Header ein Framebuster-Script, das sich offenbar mit dem Ad-Code gebissen hat. An was man alles denken muss...
Wenn mich irgenwann nochmal irgendjemand fragen sollte, was eigentlich ein Blog ist, dann werde ich dem Fragenden künftig wortlos zwei Links auf den Tisch knallen: eins, zwei. Thomas hat die wahrscheinlich umfangreichste Literaturliste der Welt zum Thema Blogs zusammen getragen. Hut ab.
Das ist ja komplett an mir vorbeigegangen: In den US of A bringt Glotzcaster MSNBC offenbar eine tägliche Blogschau mit Jeff Jarvis (gestern hat David Weinberger ihn vertreten). Eigentlich ganz nett die Idee, aber irgendwie auch seltsam. Wie sagte TV-Verweigerer Siggi Becker neulich: "Ich empfinde es als absurd, dass jemand im Fernsehen mir die Nachrichten vorliest." Wo er Recht hat...
Immerhin: Die Links zum hinterherklicken findet man auch online.
Chris Nolan stört sich am Begriff "web loggen" (und dann wahrscheinlich auch an "bloggen"), weil dieser Ausdruck sich ihrer Meinung nach zu sehr an der Technologie orientiert. Sie schlägt stattdessen "Stand-Alone Journalism" vor. Gefällt mir eigentlich ganz gut, könnte man beispielsweise mit "autonomer Journalismus" übersetzen. Wird sich aber wohl nicht durchsetzen. Für die Presse hat sich schließlich auch ein Begriff eingebürgert, der einen deutlichen Technikbezug hat: die Presse.
Jason Calacanis sucht einen Podcast-Produzenten. So schnell geht das im 21-ten Jahrhundert: vor einem halben Jahr magere acht Treffer bei Google für "Podcast", mittlerweile fast fünf Millionen Ergebnisse -- und ein brandneues Berufsbild ist offenbar direkt mit heraus gesprungen. Wie nennt Herr Becker so was immer? Die Beschleunigung der Beschleunigung.
(Ach ja, ein paar Blogger sucht Jason auch noch, aber berufsbloggen ist irgendwie sooo 2004 ;-))
Letztens beschwerte sich ein Blogger bei mir darüber, dass ich in meiner kleinen Kolumne über die Blogosphäre seiner Ansicht nach zu viele A-List-Blogger zitieren würde und auch noch immer die gleichen. Ich beantworte das einfach mal öffentlich, weil sich in der Erwiederung eine Beobachtung und eine Aufforderung versteckt.
Zunächst: Es sind nicht immer die gleichen Blogs, die ich zitiere. Das ist Quatsch, ich achte nämlich darauf. Punkt. Dann: Ich zitiere das, was nach meiner subjektiven Auffassung entweder a) den Status einer Debatte spiegelt oder b) einen kontroversen Askept auf den Punkt bringt oder auch c) was einfach knackig formuliert ist.
Was mir in diesem Zusammenhang auffällt ist, wie frei von Meinung viele Blogger oft sind. Zumindest scheinbar. Oder sie sind einfach zu faul, diese aufzuschreiben. Nehmen wir spaßeshalber die Brandrede von Herrn Wiedeking: 15 Blogs linken auf diesen Text. Kaum eines enthält jedoch einen Kommentar, der über "finde ich auch" oder "Pflichtlektüre" o.ä. hinaus geht. Sicher: auch reine Linkblogs haben ihre Berechtigung, und auch meine Postings sind nicht immer romanlang. Wenn solche Einträge aber die Mehrheit bilden, wird es schlicht langweilig in der Blogwelt.
Interessanterweise scheint das ein spezifisches Phänomen deutscher Blogs zu sein. Copy & Paste, vielleicht noch drei, vier Worte, das wars. Woran liegts? Pisa? Formulierungsprobleme? Wortschatz verkifft? Rechtschreibschwäche? Faulheit? Angst? Schüchternheit? Keine Ahnung.
Lieber Weihnachtsmann Osterhase Gott Leser! Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wären es mehr publizierte Standpunkte, Meinungen und Ansichten in der deutschen Blogoshäre. Gerne kontrovers, gerne subjektiv und gerne auch polemisch. Blogs sind ein Kommunikationswerkzeug, man kann damit mehr sagen als "kuck mal da". Ich wünsche mir mehr Gespräche und weniger Einsilbigkeit (und das wünsche ich mir nicht nur, weil ich manchmal gerne mehr und besseres Futter für meine Kolumne hätte). Danke, lieber Leser für deine Aufmerksamkeit.
Spontanes Mini-Bloggertreffen am Rande dieser Veranstaltung in Paderborn. Kurzfristig verabredet in diesen Kommentaren. Links: Lennart Grötzbach, (Problemlöser), rechts: Jörg-Olaf Schäfers (Yamb, Medienrauschen). Woher Jörg die Mütze mit dem schicken selbstleuchtenden Schirm hat, wollte er uns nicht verraten.
Morgen gebe ich mein Debüt als Sportreporter. Na gut, nicht ganz, aber irgendwie schon: Ich reise zu den RoboCup German Open 2005 nach Paderborn. Der Bericht folgt dann auf heute.de. Dieses Jahr erstmals dabei: humanoide Roboter. Zwar noch nicht im Wettkampf, sondern nur als Demonstration, trotzdem: mal sehen, was sich die Darmstadt Dribblers, die Brainstormers oder Nimbro so zusammen kicken.
Ich bin ja kein Religionswissenschaftler, aber: Ist die kultische Verehrung eines toten Körpers nicht eigentlich, nun ja, unchristlich?
Heute: Das papierlose Büro
Heise war böse, findet das Landgericht Müchen. Wenn man einen -- durchaus mit kritischen Anmerkungen versehenen -- Artikel über eine Brennsoftware schreibt, die u.a. Kopierschutzsysteme knacken kann, dann darf man zu der entsprechenden Website keinen Link legen. So etwas tut man nicht. Das Argument "unsere Leser sind ja nicht blöd" zählt vor Gericht nicht. Mal wieder ein Urteil, dass in eine äußerst fragwürdige Richtung geht. Auch für die nächste Runde im Fall Alvar Freude dürfte das nichts Gutes bedeuten.
Bleibt die Frage nach der Grauzone: muss ein Link ein Link sein, also aus Hypertext bestehen? Ist es erlaubt, seine Leser aufzufordern, firmenname.com in den Browser zu tippen? Oder gar kryptische Andeutungen zu machen (die Website des Unternehmens erreichen Sie, wenn Sie dem Firmennnamen ein '.com' anfügen)? Was ist mit Links auf vorausgefüllte Google-Suchen? Das Dumme: So lange all dies nicht gesetzlich fixiert ist, werden Web-Publisher -- also auch Blogger -- nie sicher sein können, ob ihnen das eine oder andere Vorgehen nicht eine teure und strafbewehrte Unterlassungserklärung einbringt. Ob man dann den Gang vor Gericht wagt, hängt überwiegend vom eigenen Kontostand ab. Wie schrub ich dereinst:
Wenn neue Medien wie das Internet auf ein Rechtssystem treffen, das älter ist als sie, können kuriose Geschichten entstehen, die sich unmöglich in drei Sätzen erzählen lassen.
Und das ist seeehr zurückhaltend ausgedrückt.
Ei, das schmeichelt der Eitelkeit doch arg: Kaum hat Blogstats mich wieder lieb, knacke ich doch gleich die Top 20. Und live sogar die 15. (So viel sinnlos selbstgefälliges Ego-Blogging muss auch mal erlaubt sein.)
Huch! Es gibt sie wirklich: walisische Blogs! Dazu sage ich nur: "Wn i ddim yn union beth ddigwyddodd drwy'r nos, achos dw i'm yn cofio llawer." Jawoll!

Sehr gelungen! Fein, toll, eine Bereicherung, wirklich gut. Ich rede von der Neuauflage von Dr. Doctor Who. Durch und durch britisch, komplett billoballo, lower than low budget, einfach wie immer, allerdings 2005. Sogar die Titelmusik hat man dankenswerterweise weitgehend im Original belassen. Optimisten warten darauf, dass diese hübsche kleine Nonsens-Serie irgendwann auch im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird. Pessimisten (und auch Realisten) sollen dagegen bisweilen und gerüchtweise eine simple Google-Suche zu Rate ziehen.
Von allen Seiten höre ich schon wieder Beschwerden über die Programmänderungen und die Papst-Monothematik in der Flimmerglotze. Ach, ihr glücklichen Kinder der Neuzeit! Ich gehöre ja zu den alten Säcken, die sich noch an den letzten Stabwechsel beim Papst-Marathon erinnern können. Genau genommen sogar an die letzten beiden.
Es gab damals drei Programme, die unter der Woche von 16:00 bis ca. 22:00 Uhr irgendein, äh, Programm zeigten. Danach kam das Testbild. Wir hatten damals einen tonnenschweren Schwarzweiß-Fernseher in einem Mahagoni-Immitat-Gehäuse, der nach dem Einschalten erst mal fünf Minuten vorglühen musste, bevor ein Bild erschien (vermutlich ein Diesel). Tagsüber verschwand der Bildschirm ganz hinter einer Art Jalousie, die in das Gehäuse integriert war. (Bevor jemand fragt: ja, wir hatten ein graues Wählscheiben-Telefon und es stand -- richtig -- in der Diele, nahe der Wohnungstür.)
Als Paul VI dann die Puste ausging, zeigten die besagten drei Kanäle: nichts! Will heißen, der Bildschirm blieb schwarz und aus den dem Lautsprechern (ich vergaß: mono) ertönte ernste klassische Musik (Bruckner et al.). Und zwar den ganzen Tag. Ob das 30 Tage später, als Johannes Paul I unerwartet und vorzeitig aus dem Rennen ausschied, genauso gehandhabt wurde, weiß ich allerdings nicht mehr.
Ja, Kinder, so war das. Wir hatten ja nichts. Und jetzt geht wieder raus spielen.
Hier sind die ersten PapaBlogger:
Und hier kann man Wetten auf den nächsten Papst abschließen.
Via Blog Herald.
Update: Wer von demThema immer noch nicht genug hat (aus welchen Gründen auch immer), dem empfehle ich uneingeschränkt Billmons kleinen Aufsatz Shoes of the Fisherman.
Der Papst ist tot. (Flash)
Und falls ein verspäteter Kollege gerade an einem noch verspäteteren Nachruf sitzt: Die ultimative Papst-Biografie gibt es natürlich in der Wikipedia (42.000 Zeichen(!)).
Papst, Papst, Papst, Papst, Papst, der Sport.
