31/03/2005

Ein "the" macht noch keinen Spam

Liebes GMX-Anti-Spam-Team, ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass der allerallergrößte Teil des Email-Drecks, der duch das Netz zirkuliert, in englischer Sprache verfasst ist. Daraus nun aber den Umkehrschluss zu ziehen, dass jede Mail an Herrn Sixtus, die eine englische Betreffzeile ziert, automatisch für Penisvergrößerungsmittelchen wirbt, mir Millionen Dollar aus Nigeria verspricht oder mich verleiten will, diese Millionen beim Online-Poker gleich wieder zu verzocken, ist schlicht unzulässig. Jeder Dackel ist ein Hund, aber nicht jeder Hund ist ein Dackel. Gell? Ich wäre euch also sehr verbunden, wenn ihr künftig meine Korrespondenz mit den angelsächsischen Sektoren dieses Planeten nicht jedes Mal durch übereifriges Einsortieren der eingehenden Nachrichten in den Spamverdacht-Ordner um Stunden zurückwerfen würdet. Danke.



30/03/2005

Flotter Vierer

Neues von den Volksmedien: Podcasting ist ja bereits eine Technologieehe (RSS + MP3), ebenso wie Skype (VoIP + P2P). Phil Shapiro regt nun an, Interviews per Skype durchzuführen und die Ergebnisse zu podcasten. Skypecasting: people interview people for the people. Wenn dat der olle Brecht wüsste.



29/03/2005

Lieber Schneebälle rollen, als Felsen schleppen

Doc wird poetisch:

Tell ya what. I'm fifty-seven years old, and I've been pushing large rocks for short distances up a lot of hills, for a long time. Now, with blogging, I get to roll snowballs down hills. Some don't go very far. But some get pretty big once they start rolling.

See, each snowball grows as others link to the original idea, and add their own thoughts and ideas. By the time the snowball gets big enough to have some impact, it really isn't my idea any more.



Warum Bush gegen das Klonen von Stammzellen ist

Das sind Anekdötchen, wie ich sie liebe: Wie die Baltimore Sun schreibt (Registrierung erforderlich -> bugmenot) ist Diana Schaub, eine der engsten Beraterinnen von G. W. Bush, entschiedene Gegnerin des therapeutischen Klonens von Stammzellen. Sie beruft sich dabei auf Abraham Lincoln und -- auf Star Trek.

"Both Lincoln and the Enterprise argue that there ought to be certain moral limits to the scientific project, and they help us articulate what those limits are", zitiert das Blatt die gute Frau. Und: "Cloning is an evil. It is slavery, plus abortion." Puh! Harte Worte (wohlgemerkt: wir reden über Stammzellen, nicht über die Reproduktion von Menschen).

Nun sind dererlei drastische Formulierungen im Land der begrenzten Unmöglichkeiten bekanntlich keine Seltenheit. Meist gehen sie einher mit dem Zitieren irgend einer Bibelstelle. Die Variante, den eigenen Standpunkt durch eine TV-Serie zu untermauern, kannte ich bislang allerdings noch nicht.

Schaub berichtet von einer Star Trek-Folge, "in which the crew answers an ancient distress call and finds a planet whose only residents are children, the result of a botched scientific attempt to prolong life".

Wie der schlummernde Trekkie in mir weiß, kann es sich dabei nur um die Episode namens Miri handeln. Dumm eigentlich, dass diese Story überhaupt nichts mit Klonen am Hut hat. Und mit Stammzellen erst recht nicht.

Aber man kann sich ja alles irgendwie hin biegen. Live long and prosper, Mrs. Schaub.



28/03/2005

MGM v. Grokster

Wer es noch nicht wusste, weiß es jetzt: Morgen verhandelt der oberste Gerichtshof der USA den Grokster-Fall. Im Kern geht es darum, ob eine Software oder eine andere Technologie verboten werden kann, wenn sich damit potenziell böse Sachen machen lassen, zum Beispiel das Urheberrecht verletzen. Von dem Urteil hängt eine Menge ab. Pessimisten sehen bereits Brennprogramme, Instant-Messanger, Newsgroups oder gar Email in Gefahr. Internet-Milliardär Mark Cuban wird daher die Verteidigung von Grokster finanzieren. Der britische Economist -- sicherlich kein Nerd-Blatt und kein Hort von Filesharern -- glaubt, die Musik- und Filmindustrie bringe mit diesem Prozess die digitale Wirtschaft in Gefahr, ohne damit ihre eigenen Probleme lösen zu können. Wer mit dem Thema noch nicht so vertraut ist: Janko hat für das Schweizer Magazin Facts eine hübsche Einführung geschrieben.

Nachtrag: Die EFF bloggt den Prozess.



26/03/2005

Stille Post


Die Münchner Boulevardzeitung "TZ" hat sich die Sache mit dem Journalismus neulich sehr einfach gemacht, wie Telepolis heute aufdeckt. Man nehme: ein Foto aus dem Jahre 2001, das US-amerikanische Zollbeamte an der amerikanisch-mexikanischen Grenze geschossen hatten (Update: Fraglich ist sogar das. Siehe Kommentare). Drumherum schreibe man eine gleichsam frei erfundene wie dramatische Geschichte über einen missglückten Menschenschmuggelversuch in Richtung Bayern. Fertig ist der Seite-1-Aufmacher.

Das ist eine Sache. Eine andere ist, dass das Kölner Boulevardblatt "Express" heute die gleiche Meldung mit dem gleichen Foto veröffentlichte, wenn auch wesentlich kleiner und unter "Vermischtes" (s.o.).

Der Textanfang "München" lässt darauf schließen, dass die Kölner diese Märchengeschichte schlicht und einfach bei den Münchnern abgeschrieben haben. Tut man nicht, aber nun gut: Boulevardjournalismus halt. Stutzig macht allerdings das Bildcopyright "Foto: dpa".

Ich sehe eigentlich nur zwei Variationen: Entweder haben die Express-Brüder die Story aus der TZ abgepinnt und dann das Dpa-Bildarchiv nach der entsprechenden Bebilderung durchsucht. Dann wären sie nach allen Gesetzen der Logik aber auch auf die Quelle und das Datum des Fotos gestoßen. Dass sie darauf hin noch die (dann als falsch erkennbare) Meldung gebracht hätten, ist eher unwahrscheinlich. So boulevardesk der Express daher kommt, ein Lügenblatt ist er eigentlich nicht.

Wahrscheinlicher ist eher, dass die TZ Bild und Text als Vorabmeldung an die Agenturen gegeben hatte und die Dpa das Geschichtchen sammt Illustration dann ungeprüft weiter verbreitete. Weiß irgendjemand Genaueres? Ist die Story noch in anderen Zeitungen erschienen? Ging sie über den Ticker?



Fernsehtipp


Heute Abend um 23:25 Uhr bringt Arte einen Bericht über mein Lieblingskünstlerkollektiv monochrom (hier das Projektarchiv), die übrigens auch ein Blog betreiben.



25/03/2005

Mitfahr|gelegenheit|er gesucht

Fährt irgendjemand zur Internet 2.0 und könnte mich mitnehmen? Spritbeteiligung geht natürlich klar.

Gerd und ich fahren am 24.04. zur Internet 2.0. und am 26.04. wieder zurück. Drei Plätze wären gegen Kostenbeteiligung noch frei. Wer will mit?

Update (1): Das Ding heißt jetzt Les Blogs.

Update (2): Da immer noch aktuell, ziehe ich diesen Beitrag mal nach oben, bevor er verschwindet.



Ähm...

Del.icio.us ist ja klar, aber was soll jetzt bitte de.lirio.us? Ist ja wie in einer Seifenoper, wo plötzlich ein bislang unbekannter Zwillingsbruder vor der Tür steht.



Friday Afternoon Quick Links

Kurz und beinahe kommentarlos:

Update: Einen Zwei hab ich noch:



24/03/2005

Social Engineering

Identitätsdiebstahl ist eine verhältnismäßig einfache Angelegenheit, sofern man einige persönliche Details des künftigen Opfers kennt. Meist reichen schon Geburtsort, Geburtsdatum und ein paar weitere private Details, um beispielsweise eine Kreditkarte zu beantragen und dann aber mal so richtig shoppen zu gehen. In Großbritannien stellen angeblich jährlich 100.000 Leute entgeistert fest, dass irgend jemand ihren guten Namen missbraucht hat.

Die BBC berichtet nun von einem Experiment, das zeigt wie leichtfertig die meisten Menschen mit sensiblen Daten umgehen. Die Aussicht auf eine Gratis-Musical-Eintrittskarte reichte für 92 Prozent der Befragten aus, um frank und frei ihre privaten Daten auszuplaudern. "Disturbing" findet dieses Ergebnis der zuständige Mann von Scottland Yard. Indeed.

Nachtrag 2: Es muss nicht immer die eigene Blödheit sein. Es reicht, seine Daten jemandem anzuvertrauen, der sich nicht damit auskennt.

Nachtrag: Ei kuck! Heute (28.03.) hat es auch Slashdot gemerkt. Sixtus-Leser wissen eben mehr ;-)



23/03/2005

Die Geburt des Notebooks


Für Nostalgiker: In der Mobile PC findet sich ein langer und wunderhübscher Artikel über die Historie des tragbaren Computers. Es war ein weiter Weg bis hier...

Via BoingBoing.



22/03/2005

WiFi-Wok


In Neuseeland werden nicht nur schlechte Dreiteiler gedreht, die Herrschaften dort -- immer wieder gerne und neckisch Kiwis genannt -- nutzen als Verstärker für drahtloses Datenbrückenschlagen gerne Chinesisches Küchenzubehör. Ein simpler Wok vervierfacht bereits die PDA-Reichweite und zwei solcher Küchensiebe sollen genügen, Datenströme zehn Kilometer weit zu pumpen. Zugeschaut und Mitgebaut meets High-Tech meets Multikulti. Wie kühl ist das denn?

Gefunden bei Engadget.



Podvertising

Das fehlte noch: Warner Brothers zahlt Podcaster für das Abspielen von Musik. Lustig. Den Podcast kann man dann gratis herunterladen und den entsprechenden Song extrahieren. Wenn man ihn dann selbst zum Download anbietet, verklagt einen die Musikindustrie auf zigtausend Dollar, die sie wiederum verwenden, um ihre Songs bei Podcastern unterzubringen. Oder hab ich da die digitale Wertschöpfungskette falsch verstanden?



Vorfreude



Diesen Film kann ich wirklich kaum erwarten. Jason Silverman hat ihn bereits gesehen. Weiß jemand, wann der in Deutschland anlaufen soll?



21/03/2005

Offener Brief

Lieber Frank, lieber Don, eigentlich wollte ich zu eurer Plauderei gar nichts schreiben. Zu banal, zu belanglos, zu vorhersehbar. Ich bin Mitglied bei Fortuna Düsseldorf. Wisst ihr, was das heißt? Ich habe die letzten Jahre im Stadion nur dritt- und viertklassige Spiele gesehen. Das nervt. Ich weiß also, wovon ich rede, wenn ich euer Gespräch mit einem müden 0:0 gegen Erzgebirge Aue vergleiche.

Warum ich jetzt trotzdem was schreibe? Ich habe mich über euch geärgert. Über euch beide. Keiner von euch war in der Lage auch nur einen Schritt zurück zu treten, um seinen Blickwinkel auch nur ein klitzekleinwenig zu erweitern und sich die gesamte Landschaft anzuschauen in der er gerade steht und über die er spricht. Don hatte sein Blogbuch vor der Nase und Frank seinen Arbeitsvertrag als SpOn-Redakteur. Ach was, vor der Nase, vor den Augen!

Blogs und Journalismus? Phhh. Das ist so, als würde man darüber diskutieren ob der ein- oder der zweispännigen Pferdekutsche die Zukunft gehört, während Henry Ford längst sein Modell T am Fließband fertigt. Ihr seid doch beide intelligente Menschen. Werft doch zu den beiden Begriffen noch ein paar weitere in den Topf. Ich mache ein paar Zutaten-Vorschläge: Kolaboratives Filtern, Virtuelle Soziale Netze, Syndizieren, Personalisierbarkeit, Newsbots, Podcasting, Broadcatching, WiFi, Grid-Computing, P2P, Partizipativer Journalismus, Datamining und Lokalisierung. Vielleicht fallen euch ja sogar noch ein paar mehr ein? Das ganze gut umrühren und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Dann erst mal jeder nur einen Schluck von der Suppe. Nein, Don, nicht so gierig.

Merkt ihr was? Willkommen im 21-ten Jahrhundert! Eure Konversation auf der Buchmesse entsprang den Hirnen von zwei Bewohnern des 20-ten Jahrhunderts, die noch nicht ganz in der Gegenwart angekommen sind.

Vielleicht hilft ja ein Blick in die nähere Zukunft, um zu verdeutlichen, was ich meine. Besser gesagt: Ein Blick in eine der möglichen Zukünfte. Hier wäre einer:



Dieses extraordinäres Stück Zukunftsvision (Flash, Breitband empfohlen) macht euch vielleicht die Tragweite des Themas klar, das ihr letztens so stümperhaft zerredet habt. Ich habe natürlich auch keine Ahnung, wie die Zukunft aussehen wird und die Epic-Story ist nur ein kleiner Denkanstoß. Aber eins weiß ich genau: Die Zukunft der Medien wird mit dem Gebrabbel, mit dem ihr mir 30 Minuten meiner Zeit gestohlen habt, nichts zu tun haben.

So. Und jetzt hab ich mich endlich abgeregt. Danke für eure Aufmerksamkeit.



19/03/2005

Wow!

Im dritten Teil der Serie "Zur Lage der Blogosphäre" (Teil eins, Teil zwei) vergleicht Dave Sivry den Einfluss von A-List-Blogs mit dem der Mainstream-Medien anhand der Anzahl eingehender Hyperlinks. Ergebnis: boingboing hat mittlerweile die Klassiker Reuters, Slate und Salon hinter sich gelassen und greift gerade MSNBC und BBC an. Klar, Sifry zählt hier Links und keine Pageviews oder Visits. Trotzdem sehr erstaunlich. Den Fünftplazierten, Slashdot, würde ich übrigens ohne Vorbehalte unter Blogs einordnen.

Update: Steve Rubel findet heraus, dass die Blogspot-Blogs mittlerweile gemeinsam mehr Besucher ziehen, als die New York Times.



16/03/2005

Technologie-Revolution!

Wie aus unbestätigten Quellen verlautet, arbeitet Apple gerade intensiv an der Entwicklung einer Zwei-Tasten-Maus. Zwei Tasten! Auf einer Maus! Das muss man sich mal vorstellen! Apple-User stehen künftig vor völlig neuen feinmotorischen Herausforderungen. Wenn das Innovationstempo bei Apple weiterhin so hochtourig läuft, dauert es höchstens noch zwölf Jahre, bis Apfelmäuse auch ein Scrollrad besitzen.

Link via /.



Linkbombing

Herr Lumma fährt Bahn.



15/03/2005

Röntgenbrille



Huch! Es gibt sie wirklich, schreibt Wired.



Elektro-Erklärbär


Zu alt, um noch durch die ganzen Musikgenres und Subgenres zu steigen? Beim Partytalk hoffnungslos verloren, wenn es um Darkcore, Techstep, Neurofunk, Jump Up, East Coast, Nu Soul, Crunk, Happy Gabber oder Terrorcore geht? Hier kommt der ultimative Nachhilfeunterricht: Phlow weist dankenswerterweise auf Ishkur's Guide to Electronic music (Flash) hin. Etliche Soundbeispiele, Historisches, Originelles und amüsante Erklär-Ansätze. Feine Sache, das.



Lieber 'arald

Heute hast du doch frei, gell? Dann schau dir mit dem Andrack doch mal diese Clips an. Es müssen ja nicht alle 648 sein. Nur ein paar. Nur so. Vielleicht als Inspiration. (Auf den hier mit dem großartigen Gespräch mit "Ted Hitler" über Blogger hatte ich schon mal gelinkt.) Viel Spaß und bis morgen.



12/03/2005

Gesellschaftsanalyse anhand von Trends bei Zeitschriftenanzeigen

Na, wenn das hier:



mal kein Beleg für dieses Gesellschaftsphänomen ist. Na gut, streng wissenschaftlich ist dieses Verfahren der Gesellschaftsanalyse wohl nicht.

Quelle:

Was aber wirklich funktioniert: der c't-Indikator™ als Konjunktur-Messgerät. Je besser es der Wirtschaft geht, um so mehr Altpapier transportiert die c't zweiwöchentlich ungefragt ins Haus. Momentaner Trend: Die Wirtschaft erhohlt sich. Papierspam nimmt wieder zu. Vielleicht sollte ich Clement mal von diesem unschätzbaren Werkzeug zur Untersuchung der Wirtschaftslage erzählen.



Wer ist ein Journalist?

... fragt Jacob Weißberg und gibt sich gleich selbst die Antwort: Jeder, der es sein will. Weißberg knüpft sich in diesem exzellenten Stück Meinungsjournalismus vor allem die Kollegen vor, die mit Beißreflexen auf das plötzliche Auftauchen der Amateur-Publizisten reagieren:

The breakdown of what once were formidable barriers to entry in the field of journalism is good news for democracy as a whole and for the press itself. The great cacophony of voices in the blogosphere means that more views are being represented, that more subjects are being examined in detail, and that more sunlight shines into institutions of all kinds.

Und:

Thousands of bloggers ranting from their soapboxes mean that our political culture encompasses bracing debate about everything people disagree about. If you don't like this raucous clamor emanating from cyberspace, you're not really comfortable with democracy.

Auch hierzulande wird die zunehmende Demokratisierung der Medienwelt gerne schon mal als Lauffeuerklatsch verungimpft. Dazu passend ein hübscher Einwurf von Jon Carroll vom San Francisco Chronicle zum Thema "Blogger sitzen im Pyjama vorm Rechner":

Pajamas do not inherently corrupt the quality of the information passing through the brain of the person wearing the pajamas. (...) The stand-alone journalists are here, and they are digging out facts and leading crusades. They are also printing gossip and distorting facts -- but hey, so are we.

Genau.



Gadgetmania

Ich dachte ja, ich schleppe täglich zu viel technischen Schnickschnack mit mir herum. Nix da. Joi hat jetzt für alle interessierten Zeitgenossen seine Tasche geöffnet. Und nicht nur er. Verglichen damit bin ich nahezu ein Technologieverweigerer.



09/03/2005

Das wöchentliche Papierblog



In der Frankfurter Rundschau wird ab sofort jeden Mittwoch im Ressort FRplus Politik eine Kolumne namens Blogosphäre erscheinen. Darin wird meiner einer versuchen, den blogfernen Schichten einen kleinen Einblick in die wundersame Welt der Weblogs zu bieten. Geplant ist, pro Ausgabe zwei oder drei Themen aufzugreifen, die aktuell in der Blogwelt für Diskussionsstoff sorgen.

Bevor jetzt die Debatte über Sinn und Unsinn solcher Artikel wieder losbricht: Für die meisten Menschen da draußen in der Welt™ sind die Blogosphäre und diese merkwürdigen Blogger Bücher mit mindestens 27 Siegeln. Eine wöchentliche Blogschau kann durchaus helfen diese Fremdheit abzubauen: Ein Multi-Kulti-Straßenfest zum Lesen. Das Ding balanciert dementsprechend irgendwo zwischen "Bericht aus einem fremden Land" und "dem Volk aufs Maul geschaut". Die URLs sämtlicher Weblogs, die Erwähnung finden, sind natürlich aufgeführt. FR-Leser, die sich online weiter informieren wollen, können das also problemlos tun.

Und bevor die nächste Debatte zum Thema "Content-Klau", "ungenehmigte Zitate" und sonstige Scheinempörungen losgeht: Wer sich im öffentlichen Raum äußert, läuft Gefahr, zitiert zu werden. Das Web ist Öffentlichkeit. So einfach ist das.

Ich halte die Idee -- die übrigens nicht in meinem Hirn, sondern in der FR-Redaktion entstanden ist -- für recht innovativ. Ob eine dauerhafte Institution daraus wird, müssen die Leser der FR entscheiden.

Ach ja, liebe Kollegen bei der FR: Mein Vorname schreibt sich übrigens hinten mit "o". So ein Fehler kann natürlich mal vorkommen. Schließlich beliefere ich euer Blatt ja erst seit wenigen Jahren mit Text.



Vorfreude

Bald kommt der Mini-Mozilla für tragbare Windows-Kisten. Auf Wiedersehen, Pocket-Explorer.



08/03/2005

Na also!

Das hier hat doch eine gewisse Größe.

Nachtrag: Die Wikpedianer haben SpOn geantwortet.



07/03/2005

Geschenke

So etwas bekommt man als bekennender Kettenraucher zum 40sten geschenkt:



Oben: Literatur. Unten: Schwenkbarer Aschenbecher im 70er-Look. Danke.



Totes Holz (5)


Herr Sixtus kommt mal wieder im Focus.



Fakten, Fakten, Fakten



Ein Wort? Aufforderung zur Süßkram-Verspeisung auf dem DLD.



Apple-Parade

Gerade auf dem Speicherchip entdeckt: Die Apple-Museums-Parade, anlässlich des Digital Lifestyle Day in München.



05/03/2005

Die Zeitschrift zum iPod?

Das flatterte mit gerade auf den Tisch:

Mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren will der Kieler Falke Verlag am 15. März mit 'iPod Love' eine neue Zeitschrift für Nutzer des Mp3-Players von Apple zunächst als Versuchsballon für 4,90 € auf den Markt bringen.

Die Publikation zum Player. Da bin ich ja mal gespannt, mit was die Redakteure regelmäßig die Rubriken füllen wollen. Na ja, man kann ja alles mal ausprobieren.



Es grimmelt wieder

Man kommt ja zu nix™, daher erst jetzt an dieser Stelle der Aufruf, fleißig eure Lieblings-Websites zum Grimme Online Award 2005 anzumelden.

Hinter den Kullissen gab es seit der letzten Preisverleihung einige Diskussionen über die Ausrichtung des Awards. Neu ist: Der GOA versteht sich jetzt als ein "Qualitätspreis für Online-Publizistik". Der vormalige Bezug zum Medium TV wurde komplett entsorgt. Gekürt werden diesmal "herausragende Websites und Online-Beiträge in den Bereichen Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung, die sich an die allgemeine Öffentlichkeit richten".

Also ein sehr weites Feld. Meiner einer wird erneut in der Nominierungskommission sitzen und dort mal wieder -- allein aufgrund der schieren Masse -- der Verzweiflung nahe sein. Wer mich also ärgern will: hier kann man vorschlagen.

So. Und jetzt werd ich 40.



04/03/2005

Blamable Wortarmut

Erst muss Polen die Kastanien aus dem Feuer holen, jetzt kündigt sich Dänemark als Feuerwehrmann an. Obwohl das (vom Volk gewählte) Europäische Parlament einen Neustart fordert und der (vom Volk gewählte) Bundestag erst kürzlich in seltener Einmütigkeit gegen die Annahme der so genannten "gemeinsamen Position" gestimmt hat, taten sich die deutschen EU-Diplomaten bislang vor allem durch Schweigen hervor. Ich unterstelle hiermit ein Demokrtiedefizit, dass sich in Sprachlosigkeit manifestiert. Peinlich das.



Liebe Stiftung Warentest!

Dass du in deinem aktuellen Heft test auf Seite 64 deine Leser ein wenig über die "Geschichte des Waschmittels" aufklärst, ist fein. Schließlich leben wir in einer Wissensgesellschaft und Aufklärung tut not. Weniger fein, man könnte es auch unfein nennen, ist der Fakt, dass du die entsprechende Infobox nahezu wörtlich aus der Wikipedia abgeschrieben hast. Frecherweise gibst du im Fuß dann auch noch eine falsche Quelle an (IKW / Stiftung Warentest). Falls du es nicht wusstest, weißt du es jetzt: Solcherlei Vorgehen ist ein Verstoß gegen die GNU FDL. Wie wäre es, wenn du dich in deinem nächsten Heft dafür entschuldigen würdest? Das fände ich wiederum fein.

Nachtrag: Ich und meine große Klappe: Die Infos stammen offenbar allesamt aus einer Broschüre (PDF) des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel, kurz IKW, wie von der Stiftung Warentest korrekt angegeben. Dort hat sich wohl auch die Wikipedia bedient.



02/03/2005

Epaper goes Serienproduktion?

Es gibt Produkte, die sind permanent "zwei Jahre von der Serienproduktion entfernt". So auch das rollbare Display bzw. Epaper. Das erste Mal hatte ich 1997 davon gehört. Seitdem betreiben Technologieunternehmen aus aller Welt einen lustigen Wettbewerb im Ankündigungs-Dauerfeuern. Heute ist mal wieder die Philips-Tochter Polymer Vision dran (heise, Register). Und diesmal gibt es sogar ein Foto. Vielleicht ist ja wirklich was dran? Fünf Zoll und 320 x 200 Punkte bei vier Graustufen klingen ja zumindest nicht utopisch. Andererseits, wenn ich lese, "der Produktionsstart ist innerhalb der nächsten zwei Jahre geplant", dann kann ich den Déjà-vu-Automatismus in meinem Kopf kaum noch bändigen.



Sixtus goes Bayreuth

Na das kann ja was werden: Gerade haben mein Eheweib und meiner einer Karten für die Bayreuther Festspiele geschenkt bekommen (by the way: Was für eine jämmerliche Website). Genauer: Für Schlingensiefs Hühnermassaker. Ich werde dann beizeiten hier darüber berichten.

Vor mehr als zehn Jahren war ich schon einmal in Bayreuth -- allerdings nicht zur Festspielzeit und aus anderen Gründen. Irgendwann, so gegen ein oder zwei Uhr nachts, habe ich in der Innenstadt eine kleine Kreuzung überquert. Zu Fuß. Und weil die ganze Stadt bereits in tiefem Schlummer lag und bis zu beiden Horizonten kein Auto zu sehen war, habe ich mich, ganz Großstädter, nicht an der roten Fußgängerampel gestört. Da hatte ich die Rechnung aber ohne die Bayreuther Ordnungskräfte gemacht: Wie aus dem Nichts standen plötzlich zwei Dorfpolizisten vor mir und verlangten zehn Mark Bußgeld wegen Missachtung der Verkehrsvorschriften. Am nächten Tag bin ich abgereist und hab mir vorgenommen, nie wieder einen Fuß in dieses verkackte Kaff zu setzen. Jetzt muss ich wohl doch.



 



















































Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.