Herr Sixtus kommt in der brand eins.
Ich werde nie krank. Nie, nie, nie. Aber München schafft selbst mich: Mein im mediterranen Rheinland hergestelltes Immunsystem hatte offenbar Schwierigkeiten mit der Anpassung an die Sibirien-Kopie, die München derzeit aus meteorologischer Sicht darstellt und verordnete mir daher kurzerhand Bettruhe. Gerüchte, der übermäßige Genuss des Münchener Nationalgetränkes (Prosecco) hätten diese Entwicklung gefördert, weise ich hiermit entschieden zurück. Ach, und Herr Mehdorn: In ihren ICEs ziehts!
Lorenz und Jochen haben ein paar Fotos geschossen und ich leg mich jetzt wieder hin.
Weil er sowieso schon von überall und allen Ecken verlinkt wird, gerne auch von hier: Jon Stewart und ein Zehn-Minuten-Clip voll mit ultimativer Wahrheit (QT) über Blogs, die Blogosphäre, Journalismus und den ganzen Rest. Groß!
So. Und ich fahr jetzt nach München. Bis demnächst.
Aus dem Regelwerk zum Eintrittskartenbestellprozess der Harald-Schmidt-Show:
Vertragsbeziehungen kommen nur mit dem Erwerber von BONITO zustande.
Hey! Ich will Karten kaufen und nicht den ganzen Laden!
Links kaputt, Umlaute zerschossen, Kommentare funktionieren nicht, der halbe Content flöten: Nach so nem Festplattencrash sieht ein Blog schon mal ganz schön gerupft aus. Trotzdem: Schön, dass Siggi wieder da ist.
Ein weiteres Kapitel aus dem beliebten Buch "Neue Technologien treffen auf alte Institutionen": Zur Zeit recherchiere ich für einen Artikel über Podcasting. Da darf natürlich ein Anruf bei der GEMA nicht fehlen. Nachdem ich mich todesmutig an dieser Verwirrungserzeugungsmaschine (MP3) vorbeigekämpft hatte, wurde ich fröhlich zwischen zwei Herren hin- und herverbunden. Der eine war zuständig für Internet-Radios, der andere Fachmann für Musik-Downloads. Von Podcasting hatten beide noch nie etwas gehört, aber jeder wollte mir weismachen, dass das wohl in den Arbeitsbereich des jeweils anderen Herren fiele. Lustig.
Schließlich ließ sich der Download-Experte von mir davon überzeugen, dass er der zuständige Mann sei (Ich: "Schließlich wird da ja etwas auf Festplatte heruntergeladen", er: "Da haben sie Recht"). Fazit: Nichts Genaues weiß man nicht. O-Ton: "Mit zeitverzögerten Radiosendungen hatten wir noch nie zu tun." Man müsste wohl die normalen Download-Lizenzen anwenden, dachte der gute Mann laut nach, somit wären dann zehn Cent pro Song und Download fällig. Dazu käme natürlich noch der Rechteerwerb vom Label (das diese Rechte wohl kaum heraus rücken wird, aber das ist ein anderes Thema.)
Eine Legende konnte er immerhin vom Tisch wischen: Das Gerücht, GEMA-Lizenzen seien bei 30-Sekündern oder Mono-Aufnahmen minderer Qualität nicht zu zahlen, ist genau das: Ein Gerücht. Bluten muss man, sobald man einen Song "erkennbar" abspielt, unabhängig von Länge oder Qualität. Ob die GEMA künftig Podcaster zur Kasse bitten wird, ist allerdings fraglich. "Das ist sicher ein Sonderfall, für den man eine gesonderte Regelung treffen müsste", sagte der GEMA-Mann schließlich. Da habe ich offenbar jemandem ein nachdenkliches Wochenende beschert.
Als Erkenntnis bleibt: Podcaster, die rechtlich auf Nummer Sicher gehen wollen, sollten ausschließlich freie Musik verwenden, sonst könnte es vielleicht doch noch teuer werden.
Lieber Osterhase, was mir beim Podcasting fehlt, ist ein PlugIn zum kolaborativen Filtern. Gerade was die Musik-Casts angeht, wünsche ich mir ein Tool a la Amazon, das mir sagt: "Wer diesen Podcast hört, dem gefällt in der Regel auch jener." Kann das mal bitte jemand implementieren? Danke.
Gerade im TV. Eine Dresdnerin vor der Frauenkirche: "Ich möchte eine Katze anzünden, um meinen Wunsch nach Frieden und Versöhnung auszudrüggen."
Was sagt da wohl der Tierschutzbund zu?
Ja hört das denn nie auf? Da hatte ich gestern Abend noch 16 Gmail-Einladungen (oder so) übrig und was machen die Googler über Nacht? Füllen mir das nahezu leere Glas wieder auf: Jetzt hab ich wieder 50 Invites. Das artet ja langsam in Arbeit aus. Die spinnen, die Googler. (Nein, tun sie natürlich nicht, sie lassen nur ihre User das Marketing erledigen -- unbezahlt. Clever, das.)
Ich weiß, Gmail-Einladungen zu verschenken ist einfach sooo 2004. Trotzdem oder deshalb: Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Ich habe satte 50 Accounts á 1 Gigabyte zu vergeben. Wer es nötig hat, einfach in den Kommentaren melden.
Kurzentschlossen, weil ich a) gerade so nett eingeladen wurde und b) noch einige Punkte für mein Bahncard-Comfort-Konto sammeln muss, werde ich demnächst gen München reisen und mir am 21.02. diese Damen und Herren zu Gemüte führen. Sonst noch jemand da?
Nachtrag: Falls das da oben zu flapsig klingen sollte: Ich freu mich drauf!
Schreiben ist bekanntlich keine Kunst, sondern ein Handwerk, daher bin ich gegenüber abgehobenen Kreativitätskursen äußerst skeptisch eingestellt. Viel lieber sind sind mir solche handfesten Tipps, wie Stephen King sie auflistet. Zum Beispiel der hier:
Never look at a reference book while doing a first draft
Bis mir dieser Trick klar wurde, hab ich mich oft unnötig rumgequält. Wenn man versucht, während des Schreibprozesses sämtliche Fakten akkurat aufzuzeichnen, jedes Wort richtig zu buchstabieren und immer ein knackiges Synonym zu verwenden, ist das wie Autofahren in zähfließendem Verkehr. Anfahren, bremsen, anfahren, bremsen... Besser: Platzhalter verwenden. Ich schreibe die Segmente, die ich später austauschen will mittlerweile einfach in eckige Klammern. Das betrifft einzelne Worte, aber auch Fakten, die ich gerade nicht parat habe oder O-Töne, die auf irgendwelchen Ton- oder Datenträgern schlummern. Erst beim zweiten Durchlauf setze ich dann die richtigen Puzzlestücke ein. In der dritten Revision folgt die Politur: Fertig. Seitdem arbeite ich ungefähr doppelt so schnell.
Oups. Da hat sich eine Kollegin beim Blaumachen offenbar nicht allzu geschickt angestellt.

Die Jungs (und Mädels) von monochrom haben sich mal wieder etwas feines ausgedacht. Eine alte Gebrauchsanweisung soll mit Hilfe phantasievoller Bildunterschriften in eine Comic-Story verwandelt werden. (Ja, das hier ist mein Blog und hier dürfen auch Passivkonstruktionen von meinen Sätzen verwendet werden.)
Etliche Geschichten gibt es bereits, darunter eine von SF-Autor und boingboing-Blogger Cory Doctorow. Auch sehr schön (aber Vorsicht: riesengroß) ist die grafische Adaption von Jörg Vogeltanz.
Wer sich selbst berufen fühlt: Hier lang.
Via boingboing.

Na, das wurde ja auch Zeit: Wie Slashdot und TrekToday berichten, hat UPN endgültig die Reißleine gezogen und die aktuelle vierte Staffel der fünften Star Trek-Inkarnation Enterprise zur letzten erklärt. Der Grund: Außer den Darstellern, ihren Freunden und deren Zahnärzten, hat sich das Weltraum-Desaster niemand mehr angeschaut. Kein Wunder: Allein dieser grausame Altherrenrock-Titelsong, der besser in einer Becks-Bier-Reklame aufgehoben wäre ("Sail away..."), hat bei Millionen Fernsezuschauerfingern mindestens genau so starke Umschaltreflexe ausgelöst, wie eine Klingeltonwerbung von Jamba. Die Drehbuch-Immitationen, die zeitweise Baywatch-Niveau unterbieten konten, vertrieben schließlich auch die hartnäckigsten Fans. Jetzt is Schluss. Gut so. Und für die Zukunft: Ich möchte bitte nie mehr einen Raumschiff-Kapitän sehen, der seinen dämlichen Köter mit an Bord nimmt.
Fast 21 Uhr und heise.de ist immer noch nicht zu erreichen. Da leistet aber jemand saubere Arbeit. Ich habe eigentlich eine sehr hohe Meinung von den Heise-Technikern. Wenn die das Problem bis jetzt immer noch nicht im Griff haben, dann dürfte hinter diesem Angriff ein anderes Kaliber stecken, als geltungssüchtige Script-Kiddies. Bin gespannt wann die ersten Verschwörungstheorien auftauchen werden und vor allen Dingen: Ob nicht sogar was dran sein wird. Heise hat sich bekanntlich mal bei Betreibern eines Zombierechner-Netzes unbeliebt gemacht, als sie gemeinsam mit Scottland Yard deren Anführer Hops nahmen (kein Link da, äh, Heise-Archiv offline). So weit ich weiß, sind es doch präzise solcherlei Netze aus willenlosen Rechnern unbedarfter Nutzer, die man für DDOS-Attacken einsetzt.
Nachtrag: Zyn weiß mehr: "Ersten Meldungen zufolge, wurden in deutschen Städten Heise Trolle gesichtet. Sabbernd und "LINUX! LINUX! LINUX!" kreischend torkeln sie - ihrer einzigen Lebensfreude beraubt - durch die Fussgängerzonen."
The Register bringt ein interessantes Interview mit einem Link-Spammer.
"The moral argument, of whether this is the 'right' thing to do, is for the individual," says Sam. "The legal question is another matter."
Der gute Mann, der sich "Sam" nennt, verweist darauf, dass sein Vorgehen nach geltendem Recht legal sei. Das Wichtigste aber: Es funktioniert.
"The reality is that people purchase Viagra, they require porn, they gamble online. When people do that, there's money being made."
Sehr treffend ist der Kommentar des Autors Charles Arthur:
"Link spamming, with its abuse of common resources, turns out the most efficient, just as cutting down virgin Indonesian and Amazonian rain forest is the most efficient way for loggers there to get wood. If it raises the global temperature of the blogging community, well, that's life on planet internet, isn't it?"
In der Tat. Link-Spam wurde populär, als Google im Winter 2003 sein legendäres Florida-Update aktivierte. Schlagartig wertete Google Link-Farmen und ähnliche Konstruktionen ab, welche ausschließlich der Verbesserung des Ranking dienten. Das Ergebnis: Die PrOn-, P|lls- und Cas!n0-Brüder ließen sich etwas Neues einfallen: Link-Spam. Niedere Lebensformen finden eben in jedem Ökosystem eine Nische.
Link gefunden bei HH.
