03/12/2004

Kurze Unterbrechung

Liebe Zuschauer daheim an den Empfangsgeräten. Das wars für dieses Jahr. Zumindest hier. Ich nehme mir ein paar Wochen Auszeit und melde mich im nächstem Annum wieder. Macht solange bitte keine Unordnung und falls ihr hier wilde Partys feiern solltet, räumt danach bitte auf und lüftet anständig durch. Ach ja: Schöne Tage und so.



Nicht von dieser Welt (2)

Erinnert ein wenig an Robert Fripp: Ein vierstimmiger Klampfenbot spielt das EmergencyBot Theme (QT). It's a strange and beautiful world.

Via DeBug Blog



Nicht von dieser Welt (1)

Zum Heulen schön: Carolina Eyck und Orchester spielen Spellbound (QT, 6,4 MB). Mehr zum Thema Theremin gibt es hier.



02/12/2004

Aus meinem erotischen Tagebuch

Es ist bestimmt drei Jahre her, seit ich sie das erste Mal sah. Sie fiel mir direkt auf und ich konnte die Augen nicht mehr von ihr lassen. Sie besaß diese schlichte Schönheit, die Schmuck und Beiwerk überflüssig macht. Und erst ihr Intellekt: Sie wusste Dinge, von denen ich noch nie gehört hatte. Manchmal hatte sie einen ganz eigenen Sichtweise auf die Welt und überraschte mich mit verblüffenden Themen und Thesen. Toll. Geist ist sexy.

Eine ganze Zeit lang war unsere Beziehung recht einseitig: Ich sah sie mir immer wieder von oben bis unten an, aber sie beachtete mich gar nicht. Vor einer Weile traute ich mich dann endlich, sie anzusprechen. Wir plauderten ein wenig, aber sie gab sich äußerst reserviert. Fast unnahbar. Das machte mich erst recht scharf.

In den darauffolgenden Monaten schrieb ich ihr ein paar Mal, rief sie an und versuchte sie durch Charme, Wortwitz und Intellekt zu beeindrucken. Sie war sehr freundlich, aber auch zurückhaltend. Wir flirteten zwar, aber stets zog sie sich im entscheidenden Moment zurück. Jungfräulich war sie bestimmt nicht mehr, aber halt seeehr sophisticated.

Irgendwann ging mir das Spiel schon beinahe auf die Nerven und ich dachte fast, sie hätte in Wirklichkeit überhaupt nichts für mich übrig, aber dann -- plötzlich und unerwartet -- wurde sie ganz weich und willig.

Wir trieben es auf dem Schreibtisch -- stundenlang. Satte 12.000 Zeichen pumpte ich mit meinem eisenharten Tastenanschlag auf ihre lustvoll gespreizten Seiten. Lesen kann man die bald in ihrer Februar-Ausgabe. Es war einfach toll. Jetzt bin ich aber wirklich geschafft und brauche dringend eine Zigarrette...



Liebe Chefredakteure von V.i.S.d.P.

Auf die Gefahr hin, euch zu erschrecken: ich gehöre nicht zu eurer Zielgruppe. Ich bin kein Chefredakteur, auch nicht Redaktionsleiter, weder Programmchef, noch Intendant, erst recht kein Ressortleiter, auch nicht Herausgeber oder gar irgendjemandes Stellvertreter. Ich bin ein tapferes Schreiberlein, ein Stift, ein Zeilenknecht. Und das macht mir Spaß und ist auch gut so.

Ihr macht euer Blatt also nicht für mich. Warum schickt ihr es mir dann? Dass es vor einigen Tagen im Briefkasten steckte, gut, das fand ich noch ganz in Ordnung. Wenn ich das Fenster in meinem Büro zwecks Durchlüftung öffne, klappt es nämlich gerne von alleine wieder zu. Durchzug. Oder besser: Querlüftung, wie der Fachmann das nennt. Das ist jetzt aber glücklicherweise vorbei. Ich habe eure Postille einfach in den Fensterrahmen geklemmt und seitdem ist Schluss mit der Fensterzuschlagerei. Fein. Danke.

Aber jetzt erklärt mir doch mal bitte, warum ihr mich seit Neuestem obendrein per Email nervt. Warum bitte schickt ihr mir ungefragt ein megabyteschweres PDF, angefüllt mit Klatsch und Tratsch aus der Medienbranche? Da wo ich herkomme, sagen wir "Spam" zu sowas und wir werden dann immer ganz schön ungehalten. Also lasst das bitte. Sonst hetze ich die halbe Blogosphäre auf euch und das wird bitter. Glaubt mir. MfG.



01/12/2004

Quo vadis DeBug?

Da diese Nachricht jetzt auch beinahe offiziell über den DeBug-Autorenpool verbreitet wurde, kann ich sie wohl auch bloggen:

"... das neue Jahr kommt mit gravierenden Neuigkeiten. Wegen Umzug und Umstrukturierung lassen wir das Januarheft ausfallen. Das Februarheft wird das erste im neuen Design sein. 72 Seiten geheftet mit festem Umschlag und neuem Seitenlayout. (...) Umstrukturierung heißt: Das alte Team steht nicht mehr. Ab sofort ist die Redaktion auf eine Kerntruppe zusammengeschrumpft: Sascha Kösch, Thaddeus Herrmann, Sven von Thülen, Jan Joswig für die Texte, Rikus Hillmann fürs Layout, Fee Magdanz für die Bildredaktion. Nicht mehr in der Redaktion sind Mercedes Bunz, Karen Khurana, Ole Brömme, Viviana Tapia, Alex Seeberg-Elverfeld."

Ich wusste davon bereits knapp eine Woche aber Mercedes hatte mir ein striktes Blogverbot auferlegt. Was ich von dieser "Umstrukturierung" halte? Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht. (Um es mal vorsichtig auszudrücken.) Zumindest die Zeit der publizierenden Wohnküche ist nun wohl endgültig vorbei.



 



















































Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.