Steve Garfield hat die Convention nicht nur per Tastatur, sondern auch per Videoblog dokumentiert. Mein Lieblingsstück ist dies hier. Garfield berichtet vom exklusiven Blogger-Breakfast aus dem Bostoner Hilton Hotel. Dummerweise war er selbst nicht eingeladen, kam aber, dank Videokamera in der Hand, als vermeintlicher Journalist durch die Kontrollen. Allein das entbehrt nicht einer verqueren Komik.
Auf dem Blogger-Frühstück tauchte dann überraschend Howard Dean auf, der sichtlich hilflos und frei von tieferer Einsicht über Blogs stammeln durfte. Steves Frage, ob Dean wohl die ganze Sache überhaupt kapiert habe, beantwortet ein anwesender Blogger (Dave Winer) eindeutig: "Dean doesn't get it!"
Als Antwort auf den Cnet-Artikel über die Blogger auf dem Parteitag der Demokraten hat Dave Weinberger eine kleine Video-Gegenrede ins Netz gestellt. (Real, QT, WMV). Ein absolutes Muss-Seh! Nicht nur wegen Herrn Weinberger, sondern wegen des Blicks in sein Wohnzimmer. Beruhigend, dass Herr Weinberger offensichtlich auch nicht besser Ordnung halten kann, als Herr Sixtus.
Zumindest wenn es um triebhaftes Geschnatter geht, scheinen sich Menschen kaum von Maschinen zu unterscheiden. Der Musiker Jake Kaufman aka Virt hat sich den Spaß erlaubt, das latent angestaubte KI-Programm Eliza mit ein paar erotomanischen Prasen zu füttern und auf das Chat-Volk loszulassen. Wie die Protokolle belegen, hielten offenbar alle Gesprächspartner das Progrämmelchen tatsächlich für eine notgeile 18jährige. Was lernen wir daraus? Wenn wir geil sind, reden wir alle Müll. Oder so.
Das wüssten wir jetzt auch: So sieht die CNN/Technorati-Partnerschaft also aus, die beobachten will, wie die Blogosphäre auf Kerry's Krönungsfeierlichkeiten reagiert. Nun ja, Blog halt, oder? Und? Boingboing hätte das sicherlich amüsanter aufbereitet. Aber dass diese Mediensymbiose ausgerechnet bei einem Event ausprobiert wird, dessen politische Tragweite ungefähr in der Nähe von Kim Yong Ils Geburtstagsfeier anzusiedeln ist, musste sich ja irgendwie bemerkbar machen. Es hat ein wenig was von Trockenschwimmen. Aber ich will nicht mäkeln. Warten wir ab. Die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen sind noch nicht mal ausgeblasen und Topfschlagen wurde auch noch nicht gespielt.
Studis der FH Darmstadt haben für onlinejournalismus.de ein hübsches Dossier über den Status Quo der deutschen Blogosphäre, unter besonderer Berücksichtigung des journalistischen Aspektes, angelegt. Fein, das.
Nachtrag: Der beste Kommentar zu Weblogs findet sich im Weblog von onlinejournalismus.de. Genauer, im Weblog-Eintrag, der auf das Weblog-Dossier verweist. Bezogen auf diesen Weblog-Beitrag, der in ebendiesem Weblog das Augenmerk der Weblog-Leser auf das Weblog-Dossier lenken will, fragt eine gewisse Silke:
Was ist überhaupt ein Weblog?
Was Ohmynews in Süd-Korea für revolutionäre Dinge anstellt, das wissen wir mittlerweile ja alle. Ausgerechnet ein Provinznest in Kalifornien greift jetzt dieses Konzept auf und morpht seine Lokalzeitung zum partizipativen Medium. (Anmerkung: Nein liebe Kollegen, auch wenn Ihr es noch so oft schreibt, es heißt nicht "partizipatorisch".)
Bürgerreporter posten Fotos, Stories und Termine ins Web-Interface eines CMS (kommt das dem einen oder anderen Blogger bekannt vor?), eine kleine Redaktion korrigiert Tippfehler und schmeißt Schweinereien raus und schon erscheint der ganze Kram auf der Website der Northwest Voice. Was die Herren und Damen Redakteure besonders ansprechend finden, landet obendrein in der Printversion, die einmal wöchentlich erscheint.
Interessant: Die Macher gehen davon aus, dass solcherlei Systeme besonders gut in kleinen Gemeinden funktionieren. Für Metropolen seien sie weniger geeignet. Was zu beweisen wäre.
Update: Wie der Zufall es will, hat sich der Guardian mit Oh Yeon Ho und Jean K. Min von Ohmynews getroffen und mit beiden ein wenig geplaudert.
... kommt diese Woche (Überraschung!) von Loddar Maddäus:
"Mich interessiert das Thema schon seit geraumer Zeit nicht mehr."
Reaktion auf die Feststellung, dass wahrscheinlich Klinsi der neue Rudi wird.
Liebe Leute bei SpOn, bei manchen Wortkonstruktionen wäre gegen den Einsatz eines Bindestriches wirklich nichts einzuwenden: "Fahrassistenzsysteme" ist so ein Fall. Ich hab die Buchstabensuppe dreimal löffeln müssen, bis mir klar war, was Ihr meint.
Dass beim kommenden Parteitag der US-Demokraten auch Blogger an Bord sein werden und über solch überraschende Ereignisse wie die Kür Kerrys zum Präsidenschaftskandidaten (Surprise, surprise!) bloggen werden, hat sich ja schon rumgesprochen. Neu ist, dass CNN auf den Blogzug aufspringen wird und während der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Technorati einen Überblick über die Debatten in der Blogosphäre liefern will. Das weiß zumindest Steve Gillmor zu berichten. Auch unser aller Doc wird zum Beratergremium gehören.
Interessant dürften die Versuche werden, die unvermeidlichen Medienbrüche zu kitten. Blogger bloggen von der Veranstaltung, andere Blogger greifen diese Posts auf, linken und kommentieren fleißig, Technorati analysiert den ganzen Klumpatsch und alle halbe Stunde fasst ein Moderator das Geschehen in der Blogwelt fürs Fernsehen zusammen, oder wie muss ich mir das vorstellen. "This is Bob Blog, reporting live from the Blogosphere for CNN..." Ob das Ganze mehr als nur ein bemühtes Spektakel wird, muss sich nächste Woche zeigen.
Wie auch immer: Meines Wissens nach ist dies das erste Mal, dass Weblogs als Meinungsmacht annerkannt werden und dass sie Einzug in eine aktuelle Berichterstattung finden werden. Wie schrieb Doc: "Bookmark this page in history"
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen erfreuen. Ein kühles, obergäriges Bier, dazu flockige Grooves, live aufgelegt von den Jungs und Mädels bei boupsradio.com und dann auch noch ein winzigkleiner Hinweis der geschätzen Leserschaft, vielleicht doch etwas richtig zu machen:
Dankeschön. <Knicks>
Aus der Reihe "Einmal schneller als Heise sein": 20six übernimmt myBlog.de und wird damit schlagartig größter Blog-Dienstleister im deutschsprachigen Raum. Genauere Zahlen über die deutsche Blogosphäre gibt es bei Nico.
Sicherlich, dass ein taiwanesisches Unternehmen ein USB-Speichergerät in Form einer Plüschkatze verkauft, darüber kann man natürlich bloggen. Zumal, wenn sonst nicht viel los ist. Diese Meldung dann aber mit "Store things in your pussy" zu übertiteln, das dürfen wohl nur die Blog-Kollegen des Guardian. Auf der Insel ist eben alles ein wenig anders.
Auch wenn Dan Gillmor ganz begeistert ist: Eine gesunde Skepsis bei all diesem TV-to-Text-to-Translation-Programm-to-Text-to-Footage-to Human-Translator-to-Geheimdienst-Herumgereiche sei mit erlaubt.
Evan Williams (ja, genau, der Gründer von Pyra/Blogger.com) wühlte kürzlich in Usenet-Archiven, auf der Suche nach der ersten Erwähnung des Terminus "Blog". Und siehe da: Wer glaubt, ein "Blog" sei eine brandneue Erfindung, der ist schief gewickelt. Bereits in den 50er Jahren gab es Blogs. Und zwar in den Variationen Mark I und Mark II. Prost!.
Kleiner Wiener Flashback: Das Bild täuscht ein wenig. Die legendäre OPEC-Zentrale ist ein unbeeindruckender, verhältnismäßig kleiner Zweckbau im Stil der 70er Jahre. Wäre ein anderes Logo auf dem Dach, könnte es sich problemlos um die Emmericher Kreissparkasse handeln.
Ich mag ja den dicken Schreihals bekanntlich nicht, komme aber nicht umhin, ihn heute ein wenig zu loben. Anders als viele Dokumentarfilmer und Buchautoren deckt Mr. Moore nun seine Quellen auf. Ob mit dieser Liste alle Unklarheiten über so manche zweifelhaften Behauptungen des schwergewichtigen Populisten ausgeräumt werden können, wird sicher bald ein emsiges Heer von Faktenprüfern feststellen. Aber immerhin: Vorbildlicher Zug.
Ich wette fünf Euro. Wer hält dagegen? Das eindeutigste Indiz für meine Spekulation ist das Zitat des Halbpräsidenten MV:
"deshalb werden wir auch nicht über Namen spekulieren. Grundsätzlich wird man nie einen Trainer finden, der nicht irgendwo einen Makel hat."
Zuvor hatte bereits der Kaiser etwas von "Makel" und "Jesus" geschwafelt und sich dabei eindeutig auf Daum bezogen. Daher meine These: Der zukünftige Bundestrainer wird der Mann mit der einstmals positiven Haarprobe sein. Wer steigt in die Wette ein?
Niedlich, wenn man mit einigem zeitlichen und räumlichen Abstand die Elaborate der (durchaus geschätzten) Kollegen der niederrheinischen Lokalpresse vorgelegt bekommt. Da wird in einer Ankündigung mein halbes Leben als Einleitung genutzt, in einer Besprechung bin ich danach immerhin noch einen Schlussabsatz und ein Foto wert.
Mein Liebling ist jedoch dieser Teaser. Nachdem Ulf Merbold laut Bildunterschrift ja rechts auf dem Foto zu sehen ist, müsste Herr Sixtus eigenlich der linke der beiden Kameraden sein, oder ? Ist er aber nicht.
Morgen ist übrigens Finnisage. Letzte Chance also.
Soll ich jetzt eigentlich noch die Geschichte erzählen, wie ich mir nach dem Vortrag bei einer Pommes-Bude in Emmerich eine Flasche Bier für die Rückfahrt gekauft hatte, diese (die Flasche, nicht die Pommes-Bude) (besser: ihr Inhalt) (noch genauer: der Inhalt der Flasche, nicht der der Pommes-Bude) mir während der Rückfahrt ein wenig trüb erschien und ich daraufhin entdeckte, dass das Haltbarkeitsdatum des Gerstengetränks im Januar 2001(!) (da standen sogar die Twin-Towers in New York noch) abgelaufen war? Nein, die Geschichte erzähl ich jetzt besser nicht.
Moe startet ein Mem: Blogzählung. Ich bin die Elf, glaub ich.
Auf Pocketster, jene kleine, feine Software, die aus einem WiFi-fähigen Pocket-PC eine mobile Downloadzentrale zaubert, hatte ich ja vor einiger Zeit bereits hingewiesen. Die Bastler aus Bukarest sind derweil nicht untätig gewesen und ermöglichen nun in der Pro-Version des Progrämmelchens den direkten Zugriff auf einen am PDA angeschlossenen iPod. Wie die Jungs beim Register richtig anmerken, wird somit aus einem überteuerten Yuppie-Spielzeug, schlagartig ein sinnvolles Gerät.
Die Simeda-Lösung ist alles andere als optimal (läuft nur auf MS-Pocket-PC mit Kabelsalat), es ist aber die erste, die eindeutig eine Richtung aufzeigt: Howard Rheingold meets Janko Röttgers oder: Filesharing goes Flashmob oder auch: Dezentralisierte Datei-Distribution dank downloadfähiger Datenwolken (D.D-D.d.d.D.).
Wer jetzt noch Weblogs, Habermas, Enzensberger und die Brechtsche Radiotheorie damit verknüpft, und nicht vergisst, ab und an auch noch ein Buzzword wie "Knowledge-Management", "Social Networks", "eLearning" o.ä. fallen zu lassen, der gewinnt garantiert 30 Minuten Redezeit auf der BlogTalk 3.0 ;-)
(a) Das Zimmer eines Franziskaner-Mönches im Kloster Bad Bergenau?
(b) Die Zelle von Egon Krenz im Gefängnis Berlin-Moabit?
(c) Zimmer eines Schullandheims in Bulgarien?
(d) Exponat auf der Messe "40 Jahre Resopal"?
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ABCNEWS macht sich die Recherche einfach: Offenbar planen die Brüder ein Feature über Berufsblogger. Statt sich aber mühsam durchs Netz zu klicken und Email-Anfragen 'raus zu schicken, stellen sie einfach ein Formular online, auf dem sie um Selbstmeldung bitten. Also: Wer schon mal einen Fünf-Dollar-Scheck von Google bekommen hat: Eintragen. Denn nach der Höhe des Ertrags wird diskreterweise nicht gefragt...
Quicktime, 10,7 MB
Drüben, in Terry Heatons Blog, findet sich der offene Brief einer jungen Dame, die ihre Glotze vor fünf Jahren aus ihrem Lebensumfeld verbannt hat und nun mehr oder weniger zufällig noch einmal in den Genuss einer Nachrichtensendung eines lokalen TV-Kanals kam.
Auch wenn es hierzulande lokale Privatsender-News-Shows in dieser Form (noch) nicht gibt: Wer sich die sinnfreien Werbeblockunterbrechungen, die im ehemaligen Kirch-Imperium "Nachrichten" genannt werden, schon mal angeschaut hat, weiß exakt was die gute Frau meint.
Studien besagen, dass für immer mehr junge Menschen das Internet zum Alpha-Medium mutiert und dass die Glotze immer häufiger kalt bleibt. Wer wissen will warum, studiere bitte den oben verlinkten Text. Wie würde Pyrolator sagen: "Ganz großes Tennis."
... im Sommerloch.
