30/04/2004

Grassrootreporting on Telefonzellen-WLAN

Damals, im letzten Jahrhundert, hätte ix, nachem er eine interessante Entdeckung gemacht hatte, wahrscheinlich am Abend in der Kneipe seinen Kumpels davon erzählt. Vielleicht hätte er noch einige Freunde und Bekannte per Email darauf aufmerksam gemacht. Das wäre es gewesen. Heute hingegen schreibt er darüber in seinem Blog und die amtlichen Newstanken wie Heise und Golem springen darauf an. Eine Nachricht wird geboren. Im letzten Jahrhundert hätte die Telekom ihre Technik noch still und heimlich testen können. Damit ist Schluss. Heutzutage müssen Pressesprecher auf unerwartete Anrufe vorbereitet sein. Blogs schaffen Transparenz.



Google macht ernst

Immerhin lassen die Brüder wenigstens schon einmal die Hosen runter. Oder zumindest einen Teil davon. Die Vorübung zum Börsengang. Wird auch Zeit. Dieses Gerüchteküche-Überkochen hat mich in den letzten Wochen zunehmend genervt. Hey! Es ist ein Unternehmen, das jetzt an die Börse geht. Mehr nicht! Alles andere wäre Religion. Und eine Religion haben wir bereits im IT-Sektor. Aufklärung hin oder her. Ihr Name lautet Apple. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema.



28/04/2004

GPS-Rifle goes Mainstream-Media

Wenn es um die Disskussion "Weblogs und Journalismus" geht, lautet ein Hauptargument stehts, Blogger würden das journalistische Handwerk nicht beherrschen, sie könnten keine Fakten checken und würden daher auch Ungeprüftes und Halbwahres veröffentlichen. Nun, zu dieser Debatte möchte ich folgendes Anekdötchen beisteuern:

Am 13. April brachte BoingBoing die Story von dem Gewehr, das angeblich winzige GPS-Sender unter die Haut ihrer Zielpersonen schießt. Ein Unternehmen aus Dänemark sollte der Hersteller sein. Noch am gleichen Tag korrigierte BoingBoing den Artikel. Die Blogger waren schlicht auf das Projekt eines Netzkünstlers herein gefallen. Kommentare und Emails ihrer Leser hatten BoingBoing darauf aufmerksam gemacht. Ein paar Tage später nahm sich Telepolis auf recht humorvolle Weise des Themas an: Erst in den letzten Sätzen des Textes wurde darauf hingewiesen, dass es das Schießding nicht wirklich gibt. Und jetzt das: Das angesehene Magazin Computerworld fiel auf die Geschichte herein und brachte sie heute in voller Länge.

So. Und jetzt diskutiert mal schön weiter über Sorgfalt, Professionalität, Quellenkritik und den ganzen Rest.



Nigex und Nigeo

Ein c't-Leser ist durch diesen Artikel inspiriert worden, Gewinnversprechen und Herkunft der 419-Mails in zwei hübschen Info-Grafiken abzubilden. Es geht doch nichts über die grafisch ansprechende Aufarbeitung obsoleter Informationen.



27/04/2004

Wwoooaaauuu!!!

Wann kommt das Ding? Wo kann man das kaufen? Was kost? Nehmt Ihr auch meine Oma in Zahlung? Und wie geil ist eigentlich dieser Werbeclip?



Ins Auge

Die Vorstellung, mir Laserstrahlen direktemang ins Auge zu richten, wirkt auf mich nicht gerade verlockend, aber der Hersteller Microvision behauptet, es wäre absolut ungefährlich. Zur Zeit würden US-Militärs die Technologie testen. <kalauer> Aber sind die nicht eh auf einem Auge blind? </kalauer>



Tuesday afternoon Link-Dump

Kurz und unkommentiert:

So. Weiter arbeiten.



Journalist in zwölf Minuten

Das ist doch mal wieder hübsch kompakt: Zwölf Eine-Minuten-Tutorials, die - konsequent angewendet - locker jedes Umschulungsseminar zum Journalistenberuf schlagen. Ich bin ein Freund komprimierten Wissens und konkreter Tipps. Warum findet man solche Instant-Infos so selten?

P.S.: Hier ist der komplette Kurs.



25/04/2004

Videoblogging: Feedback requiered

Ich gehöre ja zu denen, die Quicktime eigentlich nicht mögen. Da meine neueste Knipsmaschine, die Nikon Coolpix SQ, jedoch im Filmmodus ungefragt ebendieses Format produziert und ich bei Gelegenheit ab und an auch einmal bewegte Bilder in dieses kleine Blog stellen wollte, muss ich mich wohl etwas eingehender mit diesem Standard beschäftigen.

Unter Win2K/IE6 & Firebird funzt der Spökes, unter XP mit beiden gängigen Browsern genauso, aber als ich gerade auf einer älteren Win98-Kiste diese Seite aufrief, begann der, einen Eintrag weiter unten montierte, Film jedoch unaufgefordert zu laden. Da die Rechner-Antiquität obendrein lediglich über eine ISDN-Verbindung vernetz war, fiel dies besonders auf.

Frage an die Quicktime-Fraktion: Ist das Normal? Lädt ein eingebetteter Quicktime-Film auch dann, wenn man ihn nicht abspielt? Das wäre extrem dämlich und würde meine Abneigung nur noch bestätigen. Oder hab ich bei der Einbindung Murks gebaut und irgend einen Parameter nicht beachtet oder falsch gesetzt.

Danke für die Hilfe.



24/04/2004

Testing Videoblogging. Please ignore




Samstagnachmittag im Archiv

Klar, Archive.org archiviert das Web. Das wissen wir. Weniger bekannt ist, dass an gleicher Stelle auch ein interessantes Filmarchiv existiert. Die putzigen Lego-Filmchen haben dort genauso ihre eigene Rubrik, wie Filme zur Präsidentschaftswahl 2004 oder sogar ganze Spielfilme. Tipp bei letzteren: D.O.A., was für 'Dead on Arrival' steht. Ein Klassiker! A pro pos Klassiker: Trash-Liebhaber finden dort auch einige humorvolle Streifen wie beispielsweise den schnuckeligen Night of the living Death.



22/04/2004

Microcontent

Was ist das: Eine Publikation, deren Chefredakteur gleichzeitig seine eigene Sekretärin und sein eigener Laufbursche ist, die auf einem einzigen Computer erstellt wird und die monatlich 520 Leser hat?

Ein Weblog? Möglich. Oder eine Monatszeitung.



Erinnerungslücke geschlossen

Aus Angst vor schlechter Stimmung an der Heimatfront, erließ das Pentagon im März 2003 eine Direktive, welche die Veröffentlichung von Fotos der Heimtransporte von gefallenen US-Soldaten untersagte. Im Gegensatz zu Deutschland, verfügen die USA jedoch über ein Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act). Unter Berufung auf eben diese Rechtsvorschrift bestand der Journalist und Buchautor Russ Kick hartnäckig auf eine Herausgabe, des Bildmaterials, bis man ihm schließlich eine CD mit 361 hochauflösenden Fotos schickte. Hier sind sie.

Wie gesagt: Hierzulande existiert ein derartiges Gesetz noch nicht.

Nachtrag: Das Fotografieren eines beflaggten Sarges kann in den USA auch den Job kosten.

Nachtrag 2: Offenbar ist der gute Mann von höchster Stelle geneppt worden und man hat ihm zum Teil Fotos der Columbia-Crew untergejubelt. Was das wieder soll...



Ist dein Gesicht im Krieg so geworden?

Das "Zompist Phrasebook erklärt US-Amerikanern, mit welchen Redewendungen sie sich garantiert im Ausland Freunde machen. Mein Favorit: "Einmal Mittwochs geschlossen, bitte."



20/04/2004

Bist Du ein Schreiber?

Warum werden Schreiber Schreiber? Was lässt sie schreiben? Ja, wo schreiben sie denn? Dazu Joseph Epstein:

"I was recently asked what it takes to become a writer. Three things, I answered: first, one must cultivate incompetence at almost every other form of profitable work. This must be accompanied, second, by a haughty contempt for all the forms of work that one has established one cannot do. To these two must be joined, third, the nuttiness to believe that other people can be made to care about your opinions and views and be charmed by the way you state them. Incompetence, contempt, lunacy—once you have these in place, you are set to go."

Hier gehts zum vollständigen Artikel. Ausgesprochen lesenswert. Auch für Nichtschreiber.



Noch n Manifest

Der Kollege Jarvis regt die Gründung einer "Citizens' Media Association" an und liefert direkt einen Vorschlag zum Mission-Statement mit. Mal weiter verfolgen, ob mehr als Vereinsmeierei dabei herauskommt.



19/04/2004

Spam-Reflex

Einen winzigen Moment zögerte mein Finger über der Delete-Taste. Instinktiv hatte ich die Mail, die von einem mir unbekannten Absender mit englisch klingendem Namen kam und deren Betreffzeile "Re: Fw: NCC#2004041595" lautete, in den Spam-Schredder stopfen wollen. Aber irgendetwas unerklärliches verlangsamte meinen Löschfinger so lange, bis ich die ersten Zeilen der Mail lesen konnte. Puh, das war knapp. Handelte es sich bei bei dem Briefchen doch um die Antwort auf eine Anfrage, die ich vor ein paar Tagen bei einer internationalen Institution eingereicht hatte.

Gerade noch einmal gut gegangen, denke ich und kann nicht umhin, den Rest des Abends darüber nachzugrübeln, wie oft in letzter Zeit wohl schon eine wichtige Nachricht gedankenlos von mir in den Orkus befördert wurde.



Huch!

Dass Bloggen im Iran ein Volkssport ist, war mir ja klar, aber dass Mohammad Ali Abtahi, seines Zeichens Vizepräsident des Landes, ein eigenes Blog betreibt, das war mir neu.

"Let me be myself [...] in this website" steht da etwas verschämt an der Seite zu lesen.

Kein Problem, Mr. Abtahi: Wir lassen, wir lassen...



18/04/2004

Ey Patentamt! Kuckst Du Wikipedia!

Die Bestätigung der Löschung der Marke "Explorer" ist sicherlich keine Meldung wert, wohl aber die Tatsache, dass der Richter sein Urteil durch einen Verweis auf unser aller Lieblings-Enzyklopädie Wikipedia begründete und mit einer Aufforderung an das Bundespatentamt garnierte, vor der Eintragung einer Marke, demnächst doch bitte erst mal ebendort nachzuschauen.

(Soviel zum Erfolg meiner Bestrebungen, mir die Schachtelsatzitis abzugewöhnen.:-|)



BloggerCon Reprise

Viel ist gebloggt worden, auf, über und von der BloggerCon II. Hier ist eine Liste mit sämtlichen relevanten Beiträgen. Dann bloggt mal schön...



16/04/2004

Gerüchte besagen...

... die Hersteller von Camcordern hätten auf den zunehmenden Einsatz von Metalldetektoren und Nachtsichtgeräten bereits reagiert und würden demnächst Geräte aus Plastik, ohne rote Aufnahme-LED ausliefern.



15/04/2004

Rohs Uri siegt durch Oh

So wie es aussieht, haben die Reformer in Süd-Korea wohl die Parlamentswahl gewinnen können. Das ist auch ein Riesenerfolg für OhMyNews, der koreanischen Bürgerjournalismus-Website, die als mehr oder weniger einziges ernst zu nehmendes Medium die Uri-Partei unterstützt hat. Schon vor zwei Jahren war der überraschende Wahlsieg des jetzigen Präsidenten Roh auf das Wirken der mehreren Tausend Hobby-Journalisten von OhMyNews zurückgeführt worden.

Das Netz sucht sich eine eigene Regierung.

Nachtrag: Terry L. Heaton war ein wenig weniger faul als ich und hat direkt das passende Essay dazu verfasst. Lesen. Bitte. Danke.



Langsam reichts!

Hunderte von Penis-Pillen-Mails täglich? Suchmaschinen-Ergebnisse strotzen nur so vor Titten-Links? Willkommen im einundzwanzigsten Jahrhundert. Das Hase-Igel-Spiel ist noch in vollem Gange, da eröffnet die Spam-Front plötzlich eine ganz neue Pandora-Büchse: Einfach den Rechner für $1/Stunde vermieten und schon nützt das eifrigst gepflegte Blacklist-System nichts mehr.

Das Dumme: Ich bin sicher, das es klappen wird. Hirnlose [hier Dreibuchstaben-Provider einsetzen]ies, die jetzt schon Flicker-Flacker-Banner auf ihre Homepages kleben und ihre Kumpels mit Kettenbriefen voller Affiliate-Links zumüllen, in der Hoffnung ein wenig Klimpergeld in die Hose zu bekommen, werden das Ding installieren. Garantiert.

Distributed Computing war einst eine großartige Idee. Sie jetzt auf die dunkle Seite des Netzes abdriften zu sehen tut weh. </Lamorjanz off>

Wer den Initiatoren seine Meinung geigen will, kann diese hier hin richten:

Administrative Contact:
Host Master hostmaster@atriks.com
Atriks, LLC
55 Bridge Street
Manchester, NH 03101-1188
US
Phone: 603-624-7008
Fax: 603-624-9089



13/04/2004

Zugeschaut und mitgetextet

Über die Qualität des Inhalts lässt sich diskutieren, die Form hat bereits eine Qualität an sich: Brad Neely hat eine unauthorisierte, eigenständige Version von "Harry Potter und der Stein der Weisen" gebastelt - und selbst gesprochen. Das Werk liegt in zwei MP3-Files vor (69 und 73 MB), die - in Audio-CDs umgewandelt - synchron zum Film gehört werden sollen.

Wer die beste Bezeichnung für diese junge Kunstform findet, bekommt von mir ein Glas Schumacher Alt.



12/04/2004

Noch n Manifest

Diesmal für Entwicklung und Einsatz kolaborativer Werkzeuge. Schön geschrieben. Ein Muss-Les.



Medien in das Post-Lippmann-Ära

Terry Heaton hat zwei hübsche Grafiken gemalt, welche die Medienwelt gestern und morgen (oder schon heute?) illustrieren. Es gibt Kollegen, bei denen macht sich langsam so etwas wie Existenzangst breit. Bei mir lustigerweise nicht. Aber Angst oder auch ihre Abwesenheit haben ja selten etwas mit Rationalität zu tun. Wie sagte schon Siggi Becker: "Wie springt man durch eine Feuerwand? Langsam oder schnell?"



11/04/2004

Dosenfleisch aus der Ukraine

OK. Spam ist immer zum Kotzen, ganz klar. Aber eine von Millionen Müll-Mails sorgt doch ab und an für Belustigung. Gerade tröpfelte dieses lyrische Meisterwerk in meinen Posteingang:

Subject: des Kaufs des Bodens fur landwirtschaftliche Nutzzwecke

Sehr geehrte Damen und Herren
Willkommen im Internationalen Konferenz

„Praktische Aspekte der Realisierung des Boden in der Ukraine (Besonderheiten, Probleme, Losungen)“

[...]

Mit der Annahme des neuen Landcodes der Ukraine zur Masse nach rechts wurde erreichen die reale Moglichkeit der Investition der Investitionen fur die ukrainischen und Auslandsgesellschaften

[...]

Fur Konferenzfeilnahme:
Anfangend von einem April 2 von 2004, bearbeiten sie die Mehrkanallinien von Kommunikationen, auf, welchem Sie registriert werden und weitere Informationen uber die Konferenz einholen konnen.

Rufen Sie unser Zentralburo an. Tel. +38 (044) 233-45-97
Erhalten Sie die Rechnung. Bezahlen Sie die Rechnung per Fax.
Sie werden bestatigen Zahlung und registriert, nachdem die Kopie der Bezahlung Kommission auf dem Telefax gesendet worden ist: (044) 454-98-79, 233-46-69


Wer den Organisatoren schreiben möchte oder sonstige Verwendung für die Email-Adresse eines Amateur-Spammers hat, hier ist sie: ykomatsu@surfeador.com

Frohe Ostern!



09/04/2004

Die Zukunft ist ein Papierflieger

Alle Jubelmonate fällt mir ein Stück Technologie vor die Augen, das für wohliges Nackenhaare-Kräuseln sorgt, bei den Imaginationen der möglichen Implikationen. Das Papierflugzeug hat heute meine Sensoren dieserart zum Klingeln gebracht. Vielleicht könnte man das Ding simpel als Groupware bezeichnen, das wäre aber derart tief gestapelt, dass ich es auch gar nicht erst tue.

Paperairplane ist ein Tool, das gruppenbezogenes, kolaboratives Arbeiten über das Internet ermöglicht, ein Hilfsmittel mit dem man on the fly neue Communities kreiert und die Arbeiten abgestuft freigeben kann. Der Clou: Das ganze Spielchen läuft als Peer-2-Peer-Anwendung, bringt ein eigenes, unabhängiges DNS-System mit, verfügt über einen Wiki-ähnlichen Texteditor, benötigt kein FTP - und keinen Webserver. Alles schon drin. Wie das Brötchen in der Frikadelle.

Und wer jetzt glaubt, da wären erst einmal Gigabytes zu installieren und Tausender zu investieren, dem schleudere ich ein eindeutiges "Nö" entgegen. Der Papierflieger ist ein simples Browser-Plugin für Mozilla. Andere Browsertypen sollen folgen. (Hier gibt es eine (gnrftz...) Powerpoint-Präsentation)

Es sind die kleinen Dinge, die irgendwann die großen Beratungsunternehmen arbeitslos machen werden.



08/04/2004

Die spinnen, die Werber!

Redaktioneller Text hat es schwer in den gängigen Online-Magazinen: Von Skyscapern und Bannern eingerahmt, von Flash-Layern überlagert, von Pop-Ups verdeckt und oft genug von Pressemitteilungen abgeschrieben. Eigentlich müsste Text unter Artenschutz gestellt werden, so gefährdet ist er bereits. Jetzt fällt die die letzte werbefreie Bastion: Die Worte selbst sollen zu Werbeträgern mutieren, findet zumindest dieses Unternehmen. Passende Begriffe im Fließtext werden nach diesem Prinzip automatisiert in Links verwandelt, die beim Mousover eine erklärende Bubble produzieren und onclick natürlich zur beworbenen Website führen.

Fehlt eigentlich nur noch der Hinweis "Dieses Hauptwort wird Ihnen präsentiert von...". Vielleicht werden freie Schreiberlinge demnächst ja nicht mehr per Zeile oder Zeichen gelöhnt, sondern nach Häufigkeit eines relevanten Keywords im jeweiligen Text. Frohe Ostern.



Noch n Gedicht

Und dann wäre da noch über einen weiteren Anlauf zu berichten, kolaborative Prosa zu erzeugen. Der Ansatz ähnelt diesmal jenem Kindergeburtstags-Spielchen, bei dem jeder Mitspieler eine Satzkette um einen weiteren Satz verlängert. Um es nicht an Demokratie fehlen zu lassen, entscheiden diesmal allerdings die Leser/Schreiber per Abstimmung, welche Erweiterung letztendlich an den Wörterwurm drangeklebt wird. Weiter verfolgen.



Kontinentalwechsel?

Ob ich vielleicht gar nicht versuchen sollte, meinen verschobenen Lebensrhythmus dem meiner Mitmenschen anzugleichen? Schließlich ist es ja jetzt in den USA noch heller Tag und niemand wundert sich, dass man noch arbeitet. Ich lebe also genau genommen im richtigen Rhythmus, nur am falschen Ort. Oder? In den USA darf man nicht rauchen. Vielleicht doch lieber hier und eine Nachteule bleiben.



07/04/2004

Wer übernimmt hier den Job?

Die Sendung mit der Maus: David Weinberger erklärt jenseits des Atlantiks in kurzen, knappen Worten die komplexe Problematik um DRM, Trusted Computing und den ganzen Rest. Wer macht das hier? Freiwillige vor!



06/04/2004

Sie befinden sich hier

Die NYT berichtet (kostenlose Registrierung erforderlich) über eine interessante PR-Aktion der Monatszeitung Reason. Alle 40.000 Abonnenten erhalten diesen Monat das Blatt mit einem individuell gestalteten Titelbild. Jedes Heft wird ein Satelitenphoto auf der Titelseite zeigen, auf dem das Wohnhaus des jeweiligen Lesers eingekringelt ist.

Die Aktion sei auch als Demo für zielgerichtetes Platzieren von Annoncen gedacht, wird der Herausgeber zitiert. Sie demonstriert aber noch etwas ganz anderes: Die Werbeformen und -Maßnahmen der Online-Welt machen sich langsam im Real Live breit. Lediglich ein paar technische Hürden wären noch zu überwinden: Wer trägt beispielsweise ständig einen Cookie in der Hosentasche mit sich herum. Aber um diese Kleinigkeiten kümmern sich ja gerade die RFID-Forscher...



Einmal Skype zum Mitnehmen bitte

Aus der Reihe: "Aussterbende Technologien"
Heute: "Das Telefon"

Seit geraumer Zeit verwandelt Skype ja bereits jeden PC in eine Quatschkiste. Gerüchweise nutzen Internet-Flatrate-Inhaber die kleine Software bereits, um sich bei transkontinentalen Gesprächen den Luxus des stundenlangen Anschweigens zu gönnen. Kost ja nix. Jetzt gibt es das kleine Tool auch für PDAs, die unter dem Pocket-PC-System laufen. Eine WLAN-Wolke vorausgesetzt, morphen die digitalen Notizblöcke so zu praktischen Handtelefonen. Mit einem entscheidenden Vorteil: Downloadbare Klingeltöne gibt es meines Wissens nach nicht für die Dinger.



Warum, warum, warum... (2)

... endet eigentlich jede Folge von Star Trek mit der Anweisung von Captain Picard an Wesley Crusher, Kurs auf irgendeine Sternenbasis zu setzen (jedes Mal eine andere), aber niemals beginnt eine Sendung mit der Ankunft des Schiffes bei solch einer ominösen Basis? Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Was treibt die Crew zwischen zwei Folgen auf diesen Sternenbasen? Warum wird uns das verheimlicht?



05/04/2004

Tja...

Ob sich die Marketing-Abteilung von Microsoft darüber im Klaren ist, dass die Abkürzung von "Windows Installer XML" im deutschsprachigen Raum einen, nun ja, leicht obszönen Klang hat? Will denen das mal jemand sagen?



Eine-Minuten-Seife

Darauf hat die Welt gewartet: Die erste Soap-Opera, die exklusiv fürs Handy produziert wird, heißt "Hotel Franklin".

Jede Folge dauert eine Minute, da dies "die natürliche Länge" für das Glotzentelefon sei, wird Lucy Hood von News Corp. zitiert. Diese Zeitsspanne soll nicht nur Handlung und Charakterentwicklung ermöglichen, sondern sogar noch Raum für den klassischen Klippen-Hänger bieten.

Auf jeden Fall eine extreme Herausforderung für Drehbuchautoren.



04/04/2004

Ich bin ein Glückskeks-Inspirator!

Das machte meinen Tag! Mindestens fünf Minuten Lachzwang gehabt. Shout out to Mr. Svensson! Ich brauch ein Bier. Die Woche kann kommen.



Die Macht der Blogosphäre oder:
Noch ne Google-Bombe

Bis vor wenigen Tagen lieferte eine Google-Suche nach dem Begriff "Jew" antisemitische Hetze auf den ersten Plätzen. Daraufhin beschlossen einige Leute zu handeln und sie linkten was das Zeug hielt mit ebendiesem Begriff auf en.wikipedia.org/wiki/Jew . Und siehe da: Et funzt!

Wie ich darauf gestoßen bin? Ich hab mich schlicht darüber gewundert, warum Gott und die Welt auf einmal diese eine Wikipedia-Seite verlinkt. Blubbern in der Blogosphäre.



03/04/2004

Offline-P2P

Genau genommen sind Tauschbörsen keine Tauschbörsen sondern Schenkbörsen. Man gibt und nimmt nach belieben und gut ist. Freecycle versucht dieses Prinzip auf die Offline-Welt zu übertragen. Altes Sofa zu viel? Verschenken, statt wegwerfen. Da fällt mir ein: Braucht jemand einen Canon 5000er Tintenpisser? Nur an Selbstabholer.



02/04/2004

Brotloser Bürgerjournalismus

Im Oregonian findet sich ein hübsches Portrait von b!x, der Ein-Mann-Lokalzeitungsredaktion hinter dem Portland Communique.

Interessant daran (u.a.): Jemand der täglich siebeneinhalb Zigaretten raucht, gilt in den USA bereits als Kettenraucher. Und: Es gibt in den Staaten tatsächlich erwachsene Personen ohne Führerschein.

B!x ist eine abgebrochener Student und irgendwie in Portland gestranded. Um seine neue Umgebung besser kennen zu lernen, hat er sich als Selfmade-Lokalreporter auf die Socken gemacht und schreibt seitdem über die regionale Politik und Wirtschaft in seinem Weblog. Das Dumme daran: Es bringt nichts ein.

Trotzdem oder gerade deshalb: Eine schöne Reportage.

Nachtrag: Mittlerweile hat b!x den kleinen Link aus diesem nicht weniger kleinen Weblog entdeckt, sich offensichtlich sehr über die Babelfish-Übersetzung amüsiert und beschlossen, die automatisierte Translation von "Das Dumme daran" ("the stupid to it") künftig bei passenden Gelegenheiten in seine Konversation einfließen zu lassen. So wird man also zum Geburtshelfer gefügelter Worte. Danke. Bitte. Gerne geschehen ;-)



01/04/2004

Es lebt! (1)

Vor einigen Tagen rief Loic dazu auf, eine Wiki-Seite mit Fakten, Thesen und Links zum Thema "Politik und Weblogs in Europa" (oder so) zu füllen. Ich muss sagen: Ich bin mal wieder beeindruckt. Ratzfatz wächst die Liste. Die Blog/Wiki-Kombination scheint die erste Technik zu sein, die in der Lage ist, die potenzielle Geschwindigkeit des Netzes (nahezu?) auszuschöpfen. Wie konnten wir eigentlich so lange mit statischen Web-Pages leben? Unglaublich lange her erscheint das.



 



















































Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.