28/03/2004

Zahlenspiele

Manchmal ist es interessant nachzurechnen. Vor einiger Zeit führte ich ein Interview mit dem Anbieter eines Blog-Services. 11.000 Leute würden mittlerweile diesen Dienst nutzen, sagte er, vier Millionen Page-Impressions, sagte er und besonders stolz war er auf die Konversionsrate von fünf Prozent der User, die das kostenpflichtige Update auf die Premium-Version geordert hatten und nun vier Euro im Monat zahlen. Klang beim ersten Drüberhören recht beeindruckend und zukunftsträchtig.

Hmmm... Mal nachrechnen: Fünf Prozent von 11.000 sind 550. Das sind die zahlenden Kunden. Multipliziert mit vier Euro ergibt das einen Monatsumsatz von sagenhaften 2.200 Euro. Davon müssen der Traffic, die Büromiete, Hard- und Software und immerhin sechs(!) Mitarbeiter finanziert werden. Marketing, PR etc. kommen noch mal extra.

Klingt auf einmal gar nicht mehr so toll. Oder hab ich mich da verrechnet?



27/03/2004

Brief in die Zukunft

Das ist doch mal eine hübsche Idee: Unter Futureme.org kann man eine Email an sein zukünftiges Ich verfassen. Das Briefchen wird zu einem fixen Datum zugestellt. Manigfaltige Möglichkeiten tun sich auf: "Falls Du wieder angefangen hast zu rauchen, bekommst Du aber Ärger mit mir!" oder "Bis heute wolltest Du eigentlich Deine erste Million gemacht haben. Aber wie ich Dich kenne, bist Du immer noch pleite. Oder?"

Dumm nur, dass mit keiner Antwort zu rechnen ist. Zumindest nicht so bald. Eine Einbahnstraße in die Zeit. Oder vielleicht auch "Time overpowering Schizophrenia".

Eignet sich natürlich auch perfekt für wesentlich profanere Anlässe. Als Alibi-Maschine beispielsweise: "Schatz, ich schreib Dir dies aus der Besprechung. Die wird wohl noch was länger dauern. Das Handy ist deshalb aus..."

Welche makaberen Scherze humorvolle Suizidisten mit diesem Dienst anstellen könnten, möchte ich mir garnicht vorstellen.



Pressearbeit bei der Bahn?

Irgend etwas macht die Bundesbahn falsch. Ich weiß, ich weiß, sie macht ziemlich viel falsch und das ist nichts neues. Neu für mich zumindest ist es, über eine pfiffige Idee der Eisenbahner ausgerechnet aus einem amerikanischen Blog zu erfahren. Haben die Noch-Quasi-Monopolisten eigentlich keinen deutschen Presseverteiler? Kopfschüttelnd in den Abend...



Grimme-Geflüster

Neues aus dem Nähkästchen: Gestern traf sich die Nominierungskommission des Grimme-Online-Awards zu ihrer konstituierenden Sitzung im schönen Düsseldorf am Rhein. Genauer: Im hässlichen Medienzentrum NRW, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Erkenntnisse: Kölner sind bisweilen auch Menschen, soziale Netzwerke bilden sich am schnellsten unter Kettenrauchern und das Qualitätsniveau des griechichen Restaurants "Atrium" am Bertha-von-Suttner-Platz liegt unterhalb jeder 08/15-Pommes-Bude, wobei die Bedienung es sogar schafft, dieses Level noch zu unterbieten.

Unser Job ist die Drecksarbeit: Aus Hunderten von Vorschlägen 25-30 Websites zu nominieren, über deren Schicksal dann die Jury Gericht halten wird. Kurz: Viele Vorschläge wurden nach wenigen Minuten abgefrühstückt und rausgeschmissen. Nicht immer, weil sie so schlecht sind, sondern weil sie schlicht nicht in eine der drei Preiskategorien passen wollen. Traurig, aber geht nicht anders.

Ein liebevoll gestaltetes Musik- oder Wissenschafts-Online-Magazin ist halt weder TV, noch Web-Media, geschweige denn Medienjournalismus. Das Gleiche gilt für Blog-Communities oder Weblog-Services.

Ein Weblog über Medien würde hingegen nicht direkt durchs allererste Raster fallen, ebenso wenig, wie ein Weblog über Weblogs. Das mal als Wink mit dem Betonpfeiler. Noch kann vorgeschlagen werden...



25/03/2004

Alles nur geklaut!

Die Musikindustrie hat es vorgemacht, die Newsfabrikanten hecheln nun hinterher: Reuters wird ab sofort das Netz automatisiert nach geklauten Artikeln absuchen. Ob auch Blogs ins Visier geraten, wird sich zeigen.

Die Technik dazu liefert FAST, ein Unternehmen, das ja schon länger auf dem Suchmaschinensektor tätig ist, nach einigen Geschäftsschlappen in letzter Zeit von vielen Insidern aber FAST schon abgeschrieben wurde. (Boa, war der schlecht...)



Wahl-Spam-Anrufe aufs Handy

Die spinnen die Inder! Erst nehmen sie uns die ganzen Arbeitsplätze weg und jetzt das: VoaNews berichtet, für die in Indien anstehende Parlamentswahlen würde massiv mittels automatisierter Handy-Anrufe geworben. Zehntausende von Taschentelefonen klingeln in diesem Moment auf dem Subkontinent, um je eine sechzigsekündige Nachricht von Ministerpräsident Vajpayee loszuwerden.

Sollte das hierzulande Schule machen und ich hätte 2006 plötzlich und unerwartet die Stimme von Angie Merkel am Ohr, dann werd ich aber bächtig möse.



Pflichteintrag

Ich bin kein Programmierer, schon gar kein extremer, aber ich habe darüber geschrieben. Daher fühle ich mich moralisch nahezu genötigt, auf diesen Beitrag hinzuweisen.

Sonst hätte ich nicht schlafen können. Zumindest nicht gut. Und wer kann das schon wollen.



Süß!

Das musste ich los werden: Microsoft erklärt das Bloggen. Zur allseits geneigten Lektüre.

Darüber gestolpert beim nanopublishingweblog.

Die Sendung mit der Maus ist was Schönes.



24/03/2004

Schlag! Ihn! Vor!

Wie ich anderswo schon mal verlauten ließ, sitze ich ja in der Nominierungskommision des diesjährigen Grimme Online Awards. Ich konnte daher gerade vorab einen kurzen Blick auf die bisherigen Vorschläge erheischen. Obwohl einige Schwergewichtige dabei sind: Da geht noch was!

Noch bis zum 30.04. dürfen weitere Vorschläge vorgeschlagen werden. Nur zu. Keine falsche Scheu. Ich bitte darum.



23/03/2004

Die Linken sind alle Denunzianten!
Die Linken schieben immer die Schuld auf andere!
Die Linken sind alle humorlos!

Was soll man davon halten: Da macht ein regionales, linkes Splittergrüppchen ein Blog auf und verrät allen die es wissen wollen und obendrein noch allen anderen direkt auf der Titelseite, wer gerade da ist:

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Bleiben vier Fragen:
1.: Was für ein Verhältnis hat die Tübinger Linke/PDS - offene linke Liste zum Datenschutz?
2.: Warum treibt sich Herr Olbertz dort herum?
3.: Was mache ich da?
4.: Wer ist der dritte?



Howard Rheingold Evidence

Die International Herald Tribune räsoniert über das Wahlwochenende in Spanien und stößt auf die nicht unerhebliche Rolle, die Handies und SMS dabei gespielt haben. Laut dem Artikel lag das Aufkommen an Kurzmitteilungen am Tag vor der Wahl um 20 Prozent über normal, am Wahltag gar um 40 Prozent. Obwohl 24 Stunden vor der Wahl jegliche politischen Versammluungen verboten sind, haben sich in Spanien die Leute einfach getroffen wann oder wo sie wollten. Ein Beispiel dafür, wie Technologie ein bestehendes Regelwerk schlagartig ins Altertum katapultieren kann. Und ebenfalls eine Bestätigung für Howard Rheingold. Dafür, dass an seinen Visionen mehr dran sein könnte, als ein 2003er-Sommerloch-Füller.



22/03/2004

Das könnte klappen

Die Einführung neuer Technologien scheitert häufig an mangelnder Sinnbehaftung, nicht ausreichender Zweckmäßigkeit oder mangelhafter Produktreife. Oft genug wird etwas Neues aber auch schlicht nicht akzeptiert, weil es sich zu sehr vom Gewohnten unterscheidet. Fachleute sprechen dann vom so genannten "Geisterbahn-Effekt (GBE)". Statt Neugierde verursacht das Ungewohnte Unbehagen oder gar Erschrecken. Die Akzeptanzhürde schraubt sich ins Unüberspringbare. (Na gut, es gibt keinen GBE, aber klingt doch nicht schlecht und immerhin könnte es ihn geben, oder? ;-)),

Das Fraunhofer-Institut hat sich die Akzeptanzproblematik von Videokonferenzen zur Brust genommen und diese interessante Lösung ersonnen. Könnte funktionieren. Fast wie im richtigen Leben. Oder vielleicht sogar besser: Weder versagendes Deodorant, noch die ewigen Raucher-/Nichtraucher-Dispute vermögen ein angeregtes Gespräch nachhaltig zu schädigen. Fein.


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Du bist eine Hure: Ich seh es an Deinen Kommas!

Interpunktion als Prostitutionsbeweis. Das nennt sich dann wohl "Einen Bock geschossen" (woher kommt eigentlich diese Redensart?): Die Kollegen der altehrwürdigen London Times haben sich da wohl ein winzigwenig vergallopiert. Aber der Reihe nach: Unter belle de jour bloggt seit geraumer Zeit eine unbekannte Autorin das "Diary of a London Call Girl". Viel beachtet, oft zitiert, preisgekrönt und gerüchtumwittert ist die Site. Fiction, Fake oder fucking Truth? Nichts genaues weiß man nicht. Für den einen oder anderen Times-Journalisten ein unhaltbarer Zustand.

Was macht man in solch einer unbefriedigenden Situation? Richtig, man bittet Fachleute um Hilfe. In diesem Fall holten die Times-Jungs Professor Don Foster ins Boot, einen Sprachexperten, der die wahre Schreiberin anhand sprachlicher Eigenarten identifizieren sollte. Die Art, wie sie Kommata und Anführungszeichen setzt, wurden der Journalistin und Autorin Sarah Champion schließlich zum Verhängnis. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sei sie der bloggende Betthase, trompetete das Blatt. Dumm nur, dass Mrs. Champion sich seit fünf Jahren nicht mehr in Großbritannien aufhält und auch ansonsten nicht viel mit der Dame aus dem horizontalen Gewerbe gemein hat: außer, tja, außer der Kommasetzung vielleicht.

Im Observer durfte Sarah Champion sich gestern den Frust über die Medienhatz von der Seele schreiben.

Manchmal ist mir mein Beruf peinlich.



Heul doch!

Da bleibt mir glatt die Maus stehen. So viel narzistisch lamorjantes Gebelle könnte ja schon pathologisch sein. Hintergrund: Der Mann hat ein Buch übers Bloggen geschrieben. Außer ihm und seinem Zahnarzt hat sich aber wohl niemand dafür interessiert. Bitter, aber kommt vor. Schnaps trinken und Schwamm drüber. Ich hab das Ding nicht gelesen, aber vielleicht war es einfach schlecht? Immerhin möglich.

Statt eine Niederlage wie ein Erwachsener einzustecken, sind für den Herrn nun aber auf einmal die Blogger an allem schuld. Das typische Verhalten eines spätpubertierenden Einzelkindes. Schaut man sich die Schimpftiraden etwas genauer an, hört man dazwischen eindeutig den Tonfall eines verschmähten Liebhabers heraus. Es soll ja ungeliebte Liebende geben, die noch zu ganz anderen Amokläufen fähig sind. Vielleicht sollten wir froh sein, dass dieser hier sich mit Verbalattacken begnügt?

Der Mann braucht Hilfe. Und so beginnt diese Woche für mich mit einem leicht fassungslosen Kopfschütteln...



21/03/2004

O.K.: Genug Geheimnistuerei

Nachdem Monsieur LeMeur es jetzt selbst verkündet hat, brauch ich mich ja an kein Schweigegelübte mehr zu halten: Ublog wird bald zu Typepad Europe oder zu Movable Type Europe oder zu was auch immer. Nach Japan jetzt auch das alte Europa: MT marschiert.

Und: Nein. Auch wenn Monsieur LeMeur ausgesprochen charmant versucht hatte, mich zu konventieren: Sowohl der Beutel, als auch dieses kleine Blog hier werden weiterhin auf die Pe-Maschine setzen. Und das nicht nur, um einer Monopolisierung der Blogwelt vorzubeugen, sondern aus purer Zufriedenheit.

Und jetzt genug Technik-Geschwallere. Wo sind wir denn hier.



Schärfung der Wahrnehmung durch Substraktion von Details

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Wer einmal mit Audio-Mehrspurtechnik rumgespielt hat, kennt den Effekt: Die Wichtigkeit vermeintlicher Kleinigkeiten für den Gesamtklangcharakter eines Songs, erschließt sich oft erst durch das temporäre Stummschalten einer einzelnen Tonspur.

The Untitled Projekt führt uns dieses Phänomen auf visuelle Art vor: Aus den Photos wurden lediglich sämtliche Worte und Schriftzeichen entfernt. Schon haben wir eine Welt, die nicht mehr die unsere ist, obgleich sie ihr verdammt ähnlich sieht.

Aus der Reihe: "Bewustseinserweiterung ohne Drogen"



Warum, warum, warum ... (1)

... haben TV-Fernbedienungen eigentlich keinen Back-Button? Soll ich mich nach panikartigem Wegzappen bei Auftauchen eines Werbeblocks wirklich noch daran erinnern, welchen Kanal ich da gerade verlassen habe? Eine simple "Zurück"-Taste würde das Problem lösen. Hört mich da jemand unter den Consumer-Goods-Designern?

Nur mal so.

Ich gebe zurück zur Rentendebatte.



Dann sucht mal schön

Wenn 2003 das Jahr der Blogs war, dann rufe ich hiermit 2004 zum Jahr der Suchmaschine aus. Yahoo hat sich bekanntlich schon von Google abgenabelt und liefert seitdem erstaunlich treffsichere Ergebnisse. In kürzester Zeit wird auch MSN einen eigenen Rechercheknecht ins Netz stellen. Ich bitte den einen oder anderen unter den Lesern den plötzlich auftauchenden Beißreflex zu unterdrücken: Selbst wenn es immer die gleichen Spieler sind, die da zocken - Vielfalt hat noch nie geschadet. Gut das.



20/03/2004

Six Apart auf dem Weg zur Blogherrschaft

"Ich sag Dir was, aber blog es nicht", sagte mir letzte Woche ein junger Mann aus einem europäischen Nachbarland. Tolle Wurst. Jetzt sitz ich hier und darf so tolle Sachen tippen wie: "Ich weiß was, aber ich darf es nicht bloggen." Stattdessen lege ich aber eine kleine Duftspur für News-Junkies: Movable Type-Mutter Six Apart hat gerade einen Deal mit Japans Telekommunikationsmulti NTT Communications abgeschlossen. Nippon wird also künftig auf MT bloggen. Wer will, darf jetzt raten, was das mit dem zu tun haben könnte, was ich weiß, aber nicht bloggen darf. USA --> Japan --> [was fehlt hier?]. Ich hab nichts gesagt...



Es lebt!

Manchmal ist dieses Blogosphären-Dings so schnell, dass es fast Angst machen könnte. Da linke ich etwas weiter unten gutmeinend auf das lustige Open-Source-Roman-Projekt von Rick Heller und plötzlich gibt es nicht nur einen Backlink, sondern auch den freundlichen Hinweis per Email, dass sich doch auch eine kurze Passage in deutscher Sprache in der Geschichte befinden würde. Ob ich denn da mal bitte drüberschauen könnte? Klar. Schnell ein paar Ungereimtheiten weggewischt und den entsprechenden Abschnitt vielleicht ein winzigwenig glaubwürdiger gestaltet. Gern geschehen. Kein Problem.

Währenddessen das nicht abzustellende Gefühl gehabt, gerade bei etwas Großem dabei zu sein. Das oft schon gespürt, wenn ich in Wikis war. Es lebt.



19/03/2004

Geld verdienen mit Köpfchen

Zuerst hab ich diese Website ja für einen nett gemachten Scherz gehalten. Ist aber wohl keiner. Zumindest gab es schon diverse Artikel über das Stirnflächen-Startup und eine offizielle Pressemitteilung ließ sich auch auftreiben.

Hmmm. 100-200 $ pro Woche, dafür, dass man seine Stirn vermietet. Ganz schön verlockend. Und: Endlich hätten meine Geheimratsecken, die seit Jahren wacker auf meinen Hinterkopf zukriechen, ihr Gutes: Die zur Verfügung stehende Werbefläche wird mit der Zeit größer.



Die letzten Echos der Dotcom-Blase

Wir erinnern uns: Unternehmen A bietet ein quietschi-buntes Bonbon-Programm an, mit dem man sich ins Internet einwählen kann. Aufrund des LSD-verseuchten Trinkwassers Ende der Neunziger Jahre in der gesamten westlichen Hemisphäre, finden alle Leute das plötzlich ganz toll und kaufen wie bekloppt Aktien von A. Der Kurs der A-Aktien steigt dermaßen in die Höhe, dass A für eine Handvoll derselben das Unternehmen B aufkauft. B ist ein traditionsreicher Entertainment-Konzern. Die Analysten jubeln und stolz nennt sich der neue Megakonzern künftig A-B.

Cut. Fünf Jahre später. Mittlerweile hat der Aktienkurs der Firma, die sich inzwischen etwas schamhaft nur noch B nennt, der Schwerkraft nachgegeben, wie ein Koffer voller Bleiplatten. Findige Buchprüfer haben obendrein herausgefunden, dass es sich bei A um eine reine Geldvernichtungsmaschine handelt. LSD ist auch keins mehr im Trinkwasser und niemand mag mehr A leiden. Bei B überlegt man derweil offenbar, A schnellstmöglich abzustoßen. Koste es was es wolle.

Wenn so ne Börsenblase platzt, hallt der Nachhall ganz schön lange nach.



18/03/2004

Dann schreibs Dir doch selbst!

Der Sci-Fi-Autor Rick Heller hat gerade ein interessantes Medienexperiment gestartet: Den ersten(?) Open-Source-Roman. Seine Story "Smart Genes" findet sich ab sofort in einem Wiki wieder und sämtliche berufene und nicht berufene Hobby-Schreiber dürfen darin herumsauen: Passagen streichen oder ergänzen, neue Personen und Handlungsstränge hinzufügen oder den Helden an einer Kombination aus Mundfäule und Haarwurzelkrebs sterben lassen. Heller nimmt zwar selbst die Jury-Rolle ein und wird entscheiden, was schließlich in der Endversion landet, aber ohne Kopf haben Open-Source-Projekte ja auch selten eine Chance. Nachricht an mich: Weiter verfolgen!



Picard an Brücke

image"As I've said many times: the future is already here; it's just not very evenly distributed." Das soll angeblich Mr. William Gibson mehrfach geäußert haben. Wie auch immer: Hier ist ein weiteres Detail der ungleichen Verteilung. Der original Sar Trek TNG Communikator ist endlich da: Einfach auf die Anstecknadel kloppen, den Namen des gewünschten Gesprächspartner in den Raum lallen und schon meldet der Namensinhaber sich, wo auch immer er sich gerade aufhält.

image Forbes hat dieses kleine Stück Zukunft erspäht, welches die beinahe ebenso kleine Firma Vocera realisiert hat. Das Dingelchen kombiniert direkt drei Technologien: WiFi, Spracherkennung und VoIP. Haupteinsatzgebiete werden allerdings weniger Sternenkreuzer sein, sondern vielmehr Krankenhäuser, um das dortige Personal einerseits von der anachronistischen Funkpieper-/Festnetztelefon-Kombination zu befreien, andererseits aber dem Hospital-üblichen Handyverbot gerecht zu werden. Also vielleicht eher: "Picard an Krankenstation..."



The 90s Word of Today

Nach dem findige Leutchen sich für den Neunzigerjahre-Begriff "Community", mit dem vor ein paar Jahren noch fröhliches Moneten-Abfackeln gespielt wurde, das 2000er-Substitut "Soziale Netze" aus den Ganglien gesaugt haben (obwohl oft genug das Gleiche gemeint ist), präsentiere ich hier und jetzt den eifrigen Neologismen-Schöpfern meinen Top-Kandidaten für schnellstmögliche Umbenennung: "Medienkonvergenz". Das hört sich nicht nur nach Nineties-Net-Business-Consulting-Sprech an, das riecht sogar danach. Weg damit aus dem Wortschatz! Sofort! Aus!



Go Robbi! Go!

Dieses Wochenende noch nichts vor? Dann nichts wie hin zu den Robolympics nach San Frisco. Die Veranstaltung ist noch nicht ausverkauft und der Ticketpreis hält sich mit 25$ in Grenzen. Neben Robo-Wrestling und -Sumo wird dort auch das "Humanoid Robot World Cup Soccer Tournament" ausgetragen, für dessen Abkürzung ("HuRoSoT") man den Veranstaltern zumindest schon mal den diesjärigen Preis fürs das "Worst Acronym Ever" ("WorsAcE") verleihen sollte.



Check.. One.. Two..

Tja. Der allererste Eintrag hat natürlich immer etwas Feierliches. Wenn man so will. Etwas von Geburt oder Entjungferung oder Erwachsenwerden. Wenn man so will. Will ich so? Dies ist immerhin der erste Eintrag. Mehr aber auch nicht. Sollte sich zur Geburt jemand hierher verlaufen haben: "Es ist ein Blog!" Und obendrein ein Artikel-Archiv. Ein Hybrid sozusagen oder vielleicht - weil wir gerade beim Biologischen waren - ein Hermaphrodit? Ein siamesischer, zweieiiger Zwilling? Oder eher zwei Symbionten? Wie auch immer: SIXTUS.NET is nu endlich da!

Danke, danke, war garnicht so schwer. Aber die Arbeit kommt ja erst noch. Hoffen wir doch einfach, dass was daraus wird.



 



















































Warum aosgerechnet Verlage und Medienhäuser glauben, sich ins Community-Geschäft stürzen zu müssen, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand.

In der Online-Medienbranche grassiert der Peh-Ih-Wahn. Zeit, damit aufzuräumen. Weg mit den Nullen!

Videos gehören auf die Festplatte der Nutzer und nicht in Streaming-Player auf Webseiten

Die Interessen reichen von Musik über Einstein bis Sushi: In der Web-Community Myspace suchen Millionen nach Gleichgesinnten

Öffentliches Herumprobieren verleiht der Internet-Entwicklung eine neue Dynamik. Reißbrett und Planungsstab waren gestern. Die Farbe der Saison heißt beta. Web-Anwendungen entstehen in freier Wildbahn, Nutzer oszillieren zwischen Versuchskaninchen und Mit-Entwickler.

Google ist der Liebling von Surfern und Anlegern. Innerhalb von nur acht Jahren wuchs das Suchmaschinen-Unternehmen vom Start-up zweier Studenten zum milliardenschweren Global Player. Doch in der letzten Zeit hat das strahlende Image einige kräftige Kratzer erhalten.

Wer braucht noch TV-Sender? Nach der Musikindustrie krempelt das Internet jetzt das Fernsehen um

David Weinberger veröffentlichte Anfang 1999 mit drei weiteren Autoren das „Cluetrain Manifesto“. Darin wird anhand von 95 Thesen erklärt, wie das Internet die Regeln des Wirtschaftens verändert.

Noch mehr Pathos geht wahrscheinlich nicht. "Menschen der Erde", beginnt die Kampfschrift und fährt ein paar Absätze weiter fort: "Der Himmel ist offen bis zu den Sternen. Wolken ziehen am Tag und in der Nacht über uns."

Google kämpft gegen Tricks, mit denen sich Webseiten in den Suchlisten nach oben drängeln - und bestraft BMW

Ganoven ködern ihre Opfer mit dubiosen E-Mails. Jetzt schlagen Surfer zurück und führen die Kriminellen an der Nase herum

Erstmals bekam die Online-Enzyklopädie Schelte von Kritikern und Medien zu spüren. Gut möglich, dass ihr das weiterhilft.